Gefährliche Rohrleitungen machen zu viel "..."


20.04.08
DüsseldorfDüsseldorf, News, NRW 

 

Zensur im Gerresheimer Rathaus - DKP-Anfrage boykottiert

Pipelines mit explosiven Stoffen können, zumal wenn sie dicht nebeneinander liegen, bei einer Explosion zu einer gewaltigen Katastrophe führen. Der jüngste "Störfall" auf dem Gelände des Bayer-Chemieparks in Köln-Worringen war daher sogar Gegenstand der Debatte im Umweltausschuss des Landtages. Bei einer entsprechenden Initiative für das Gerresheimer Rathaus stieß der dortige DKP-Vertreter Uwe Koopmann allerdings auf Granit. Seine Anfrage stand zunächst als TOP  35a auf der Tagesordnung - und wurde dann ersatzlos gestrichen.

Die Anfrage, die sich an die Stadtverwaltung und nicht an den Bezirksvorsteher richtete, wollte wissen, welche "überregionalen Rohrleitungen mit Gefahrgut" durch den Stadtbezirk 7 laufen. Hintergrund ist die geplante CO-Pipeline der Firma Bayer, die durch Hubbelrath geht und dass tödliche Giftgas Kohlenmonoxid enthält.

Eine ähnliche Anfrage Koopmanns, die allerdings nicht den Zusatz "mit Gefahrgut" enthielt, war in der Februarsitzung nicht beantwortet worden, da es der Verwaltung nicht möglich war "die notwendigen Recherchen durchzuführen". Koopmann wollte allerdings schon im Februar nicht wissen, wo Telefonkabel und Wasserleitungen verlaufen. Es ging schon damals um die CO-Leitung. Dazu stellte die Verwaltung wahrheitswidrig fest: "Eine CO-Pipeline gebe es allerdings in Düsseldorf bisher nicht." Die Pipeline gibt es schon - sie darf nur noch nicht auf der Grundlage eines Beschlusses des Oberverwaltungsgerichts Münster in Betrieb genommen werden.

Bei einer Berstung der CO-Pipeline, so ließ der benachbarte Landkreis Mettmann ermitteln, kann es mehr als 100.000 Tote in der Gefahrenzone geben. Koopmann: "Das Gefahrenpotential wird sich noch erhöhen, wenn benachbarte Pipelines mit Erdgas oder Erdöl in diesen ‚Gau' einbezogen werden. In Worringen sprang das Feuer bekanntlich von der Pipeline auf einen Tank in unmittelbarer Nähe über. Auch in Hubbelrath wird es neben der CO-Pipeline weitere Rohrleitungssysteme geben. Entsprechende Hinweistafeln sind schon jetzt neben der Bundesautobahn A 3 zu sehen."

Koopmann verfolgte die Sitzung des Umweltausschusses im Landtag, wo Umweltminister Uhlenberg vor dem Hintergrund von "Worringen" selbstkritisch einräumte, dass sein Ministerium nicht über ein Kataster der Pipelines in NRW verfüge.

Bei der Diskussion um die "Anerkennung der Tagesordnung" will Koopmann den gestrichenen "TOP 35a" wieder auf die Tagesordnung der Bezirksvertretung 7 am 22. April um 17 Uhr setzen lassen. Besonders die Bürger von Hubbelrath werden dann erfahren, ob es Informationen über die Pipelines mit Gefahrgut in ihrer unmittelbaren Nähe geben wird.







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