Antifaschisten zeigten erneut Präsenz gegen Neonazi-Pläne

01.02.09
DüsseldorfDüsseldorf, Antifaschismus, NRW, News 

 

Am Samstag, 31. Januar, demonstrierten auf Einladung der DKP und anderer antifaschistischer Kräfte im Düsseldorfer Stadtbezirk 8 etwa 100 antifaschistisch eingestellte Bürgerinnen und Bürger, vornehmlich aus Eller, auf dem Gertrudisplatz gegen eine ursprünglich an diesem Ort geplante Neo-Nazi-Provokation. Dass die Nazis sich nicht haben blicken lassen und ihre Kundgebung kurzfristig abgesagt haben, wurde von den RednerInnen der Kundgebung unisono als großer Erfolg antifaschistischer Wachsamkeit bezeichnet.
 
Auf der Kundgebung sprachen Christiane Schnura (Bezirksvertreterin der DKP im Rathaus Eller, Klaus Winkes (Kreisvorstand Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes–Bund der AntifaschistInnen) sowie Hubert Ostendorf (“fiftyfifty” und Antifaschistisches Bündnis Eller).
 
Die Bezirksvertreterin Christiane Schnura (DKP) wies auf die lange Tradition antifaschistischer Arbeit im Stadtteil hin und bedankte sich bei der Bevölkerung für ihr Engagement. "Gemeinsam müssen wir auch weiterhin jeder Nazi-Provokation entschieden entgegen treten," betonte sie. Sie wies darauf hin, dass es bei den anstehenden Wahlen gilt, den Einzug von Nazis und Rassisten in die Parlamente zu verhindern.
 
Klaus Winkes ging darauf ein, dass die Nazis den Gaza-Konflikt benutzen, um anitsemitische Propaganda zu betreiben. Genau das wollten die Nazis in Eller tun. Auch wenn AntifaschistInnen sich gegen den von Israel betriebenen völkerrechtswidrigen Krieg aussprechen, gibt es grundsätzlich keine Gemeinsamkeiten mit dem Antisemitismus und dem Judenhass der Nazis. Nazis sind und bleiben Verbrecher.
 
Hubert Ostendorf erläuterte nicht nur, wie fiftyfifty und auch er persönlich immer wieder in das Visier von Nazis geraten, sondern auch, dass Obdachlose inzwischen regelmäßig von Nazis geprügelt werden. "Happy Slapping" heißt das, wird per Handy gefilmt und ins Internet gestellt. Immer wieder werden Obdachlose von Nazis auch getötet.
 
Der Auslöser für die Kundgebung war, dass die "Jungen Nationaldemokraten", der Jugendorganisaiton der NPD für den 31. Januar angekündigt hatten, ihre vom 24. Januar verschobene Kundgebung gegen Israel auf dem Gertrudisplatz nachzuholen. Am Dienstag haben sie diese Provokation im "roten Eller" (NPD-Internetseite) abgesagt, nachdem bereits am 24. Januar etwa 100 AntifaschistInnen auf dem Gertrudisplatz demonstrierten und in den Tagen danach mit einer Extra-Ausgabe der DKP-Stadtteilzeitung "KLARtext" in hoher Auflage im Stadtbezirk 8 (Eller/Lierenfeld/Vennhausen/Unterbach) breit für antifaschistische Aktionen mobilisiert worden war. Diese Mobilisierung und antifachistische Präsenz war ein erneutes deutliches Signal an alle faschistischen und rassistischen Elemente und Gruppierungen: Im Stadtbezirk 8 sind Nazis nicht nur nicht erwünscht, dort gibt es stets antifaschistische Wachsamkeit und direkten aktiven Widerstand.
 
Nachdem die DKP im Stadtteil von der endgülitgen Absage der Nazis erfahren hatte, sagte sie sie in enger Absprache mit dem "Antifaschistischen Koordinierungskreis Düsseldorf und Neuss"(Antifa KOK) und den anderen antifaschistischen Gruppen wie der "Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der AntifaschistInnen" (VVN-BdA) die stadtweite Mobilisierung für die heutige Kundgebung ab. Im Stadtbezirk wurde jedoch, ebenfalls in Absprache mit Antifa-Kok und VVN-BdA und auch in Absprache mit dem "Antifaschistischen Bündnis in Eller" die Mobilisierung aufrecht erhalten. Entsprechend fand die erfolgreiche Kundgebung auf dem Gertrudisplatz statt.







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