480. Saarbrücker Montagsdemo gegen die Hartz-Gesetze am 01.03.2021

02.03.21
SaarlandSaarland, News 

 

Von S. Fricker

Im Vorfeld des 110. Internationalen Frauentags am 08. März und zu dessen Mobilisierung widmeten wir die heutige Montagsdemo den Frauen der Welt und ihrem tatkräftigen Streben nach Freiheit und gesellschaftlicher Gleichstellung.

Ein Teilnehmer aus dem Iran berichtete von einer haarsträubenden shiitischen ‚Tradition‘ mit ausdrücklicher Förderung der iranischen faschistischen Regierung: sogenannte Kurzhochzeiten / ‚sighe‘ werden von Männern gegen Geld durch einen Mullah arrangiert - je nach Höhe der Summe muss eine Frau dann für eine halbe Stunde, eine Stunde, einen Monat … zur Verfügung stehen. Eine abscheuliche Doppelmoral – auf Ehebruch steht Steinigung - und Armut der Frauen sind der hauptsächliche Hintergrund für all dies.

Als Zeichen der Verbundenheit im länderübergreifenden Kampf für die Rechte der Frauen stimmte Ingeborg vom Frauenverband Courage das Lied der ‚Frauen aller Länder‘ an. Es wurde auch geklärt:

Der 08. März 2021 findet in Saarbrücken unter freiem Himmel statt! Alle gemeinsam ab 13:00 auf dem Tblisser Platz!

Natürlich werden alle sinnvollen Maßnahmen für den Gesundheitsschutz bereitwillig, aus Überzeugung, eingehalten. „Jedoch wir dürfen die Straße nicht den Rechten, den Corona-Leugnern usw. überlassen. Dazu müssen wir auch mit einer Vorstellung fertig werden, allein dadurch, dass wir uns alle an diese Regeln halten und zuhause bleiben, könne die Pandemie besiegt werden.“

Aufs Korn genommen wurde auch die inhaltliche Ausrichtung des OB Conradt zum Weltfrauentag, der vor allem ‚Entspannung und Inspiration‘ empfiehlt. Toller Tip zum Dauerkrisenzustand in Saarbrücker (Hartz-IV)-Familien, Fabriken, Schulen, Kitas und Büros! Zum Glück bestimme ein CDU-OB nicht über die kämpferische Frauenbewegung, auch wenn er alles dran setze, diese antikommunistisch zu spalten.

Kritisiert wurde das desaströse Krisenmanagement der Verantwortlichen in Politik und Verwaltung, die sich seit einem Jahr nicht trauen dürften, sich auf die Bevölkerung zu stützen im Kampf gegen die Pandemie – aus Rücksicht auf die Profite der Konzerne.

Es fiel heute richtig auf, dass es beim Thema Frauentag nicht nur um ganz spezifische ‚Frauenthemen‘ geht, sondern dass die Frauen in allen wesentlichen gesellschaftlichen Kämpfen vorne dran stehen, eben weil sie die Hauptlast der Krisen tragen und sich um ihre Lösung kümmern müssen. „Das hat Corona uns beigebracht“, hieß es. „Haut rein, Metallerinnen und Metaller, wenn ihr heute mit dem gewerkschaftlichen Tarifkampf beginnt“, wurde gerufen.

Ein Redebeitrag forderte in dem Zusammenhang dazu auf, bei aller Stärke zum beherzten ‘Krisenmanagement von unten‘, das die Frauen regelrecht verinnerlicht haben, den Pragmatismus im Schach zu halten, der sich leicht daraus ergebe: „Ohne einen harten Kampf gegen das gescheiterte Krisenmanagement der Regierung wird es nicht gehen, auch wenn alles getan wird, sich in diesem Chaos irgendwie zurechtzufinden und damit umzugehen. Konkret geht es um einen konsequenten kurzen Lockdown, welcher Alles außer den lebensnotwendigen Einrichtungen einschließt. Der muss nun parallel zur sofortigen massenhaften Impfung durchgesetzt werden“. Natürlich gab‘s auch dazu eine Debatte, der Gedanke schien manchen neu, aber lohnenswert. Die meisten Redebeiträge heute setzten sich mit den Wurzeln dessen auseinander, was einer als ‚Chaos ja, das ist es – aber Zufall ist es nicht‘, kennzeichnete.

Wie die Frauen der Pariser Kommune gerade im März vor genau 150 Jahren den Anfang machten für die Befreiung der Frau in einer befreiten Gesellschaft, wurde auf der heutigen Montagsdemo ausführlich gewürdigt. „Wie ihre roten Wangen glüh‘n beim Barrikadenbau – die bisher schönsten Frauen – die Frauen der Kommune...“, tönte es hell über den Platz vor der Europagalerie.

Die nächste Montagsdemo ist am 12. April, Vorbereitungsgruppe wenn irgend möglich (evtl. auch im Freien) am Mo, 29. März, 13:00 / Ort machen wir ab.








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