"Gutscheine fürs Putzen" sind der falsche Weg zum richtigen Ziel

27.11.12
SaarlandSaarland, Soziales, Wirtschaft, News 

 

von Jusos Saarbrücken

Jusos Saarbrücken-Stadt zufrieden, dass es vorerst keine „Gutscheine für Putzhilfen“ gibt

Mit dem Gutschein-Modell für Putzhilfen im Anschluss an die Elternzeit wollte die CDU die Rückkehr von Müttern in den Berufsalltag erleichtern. Nach Meinung der Jusos Saarbrücken wäre das Geld an andere Stelle besser investiert.

Zuerst setzte die FDP ihre Idee der „Hotel-Steuer“ durch, vor kurzem durfte sich die CSU über das Betreuungsgeld freuen und nun wollte die CDU ihren Wählern ein Geschenk verkünden: Mütter nach der Elternzeit erhalten Gutscheine für „haushaltsnahe Dienstleistungen“. Damit möchte man die Rückkehr von Müttern in den Beruf vereinfachen.

Dieses Ziel finden die Jusos Saarbrücken auch erstrebenswert. Nur die Methode ist für sie nicht richtig: „Mit diesem Gutschein-Modell würden wieder Abermillionen an der falschen Stelle investiert. Würde man dieses Geld den Ländern und Kommunen zum Ausbau der Kindertagesstätten und Krippen zur Verfügung stellen, könnte die Gesellschaft im Allgemeinen profitieren“, so Mirco Bertucci, der Vorsitzende der Jusos Saarbrücken.

Seine Stellvertreterin, Josephine Ortleb, ergänzt: „Viele Frauen haben den Wunsch, nach der Elternzeit wieder arbeiten zu gehen. Das Problem liegt jedoch nicht darin, dass sie dann keine Zeit fürs Putzen hätten, sondern vielmehr darin, einen Betreuungsplatz für das Kind zu finden.“

Die Jusos kritisieren vor allem Arbeitsministerin Ursula von der Leyen scharf. Sie begrüßt dieses Modell, weil dadurch Arbeitsplätze im Dienstleistungsgewerbe geschafft werden. Dies sei zwar richtig, so Mirco Bertucci, „aber wenn eine Stunde Putzen in einem privaten Haushalt nur 6 Euro kosten darf, so reicht dies für eine Haushaltshilfe nicht zum Leben aus.“

Auch wenn es vorerst nicht zur Umsetzung dieser Idee kommen wird, möchten die Jusos Saarbrücken darauf hinweisen, dass man dadurch prekäre Arbeitsverhältnisse schaffen würde. „Deswegen sollte sich jeder überlegen, ob er dieses System unterstützenswert findet“, so Josephine Ortleb.


VON: JUSOS SAARBRÜCKEN






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