Streit um Islamunterricht an saarländischen Schulen führt jetzt zu Austritt aus GEW

10.01.08
SaarlandSaarland 

 

Schulen dienen ausschließlich der Vermittlung von Wissen, Religion sollte Privatsache sein

Saarbrücken/Illingen (sk) - Der Vorsitzende der Fachgruppe sozialpädagogischer Berufe in der GEW Saar ist nach internen Auseinandersetzungen über die Unterstützung des Geschäftsführenden Vorstands für die Einführung eines islamischen Religionsunterrichts aus der GEW ausgetreten.

Der Vorsitzende der mit rund 550 Mitgliedern größten saarländischen GEW-Fachgruppe sozialpädagogischer Berufe, Hartmut Regitz, hat wegen der Unterstützung des Islam-Unterrichts durch den Geschäftsführenden Vorstand seinen Austritt aus der GEW erklärt.

Offenbar sei die GEW-interne Diskussion über die notwendige Trennung von Bildungswesen und Religion fruchtlos geblieben. Es werde nicht berücksichtigt, dass sich der Islam von den übrigen Religionen durch historisch unkritische Auslegungen des Koran als ‚Wort Gottes’ und eifernden Missionarismus unterscheide. Regitz: „Während Buddhismus oder Judentum auf eine missionarische Werbung neuer Anhänger weitgehend verzichten, erhebt das Christentum zwar einen offensiven Bekehrungsanspruch. Doch ist im Neuen Testament immerhin eine Trennung zwischen weltlicher und religiöser Sphäre angelegt, die über Renaissance und Aufklärung schließlich die moderne Trennung von Staat und Kirche erlaubte (‚Gebt des Kaisers, was des Kaisers, und Gott, was Gottes ist’). Mohammed hingegen schreibt nicht nur die private Lebensführung bis hin zu Kleidung und Liebesleben vor, sondern auch die Führung der Staatsgeschäfte, des Rechtswesens (Scharia) und der Wirtschaft."

Diesem totalitären Anspruch werde ein Islam-Unterricht an saarländischen Schulen Vorschub leisten, solange dieser sich am Koran orientiere. Daran ändere sich auch nichts, wenn er in deutscher Sprache stattfände und die Lehrpläne „staatlicher Kontrolle" unterlägen, solange die Lehrpläne mit dem muslimischen Dachverband abgestimmt werden müssen. Dieser bekenne sich lediglich formal zum Grundgesetz, sei von dogmatischen Gruppen beherrscht und bekomme mit der Anerkennung als Körperschaft des öffentlichen Rechts eine kaum mehr korrigierbare Machtfülle, obwohl er nur ca. 10 % der Muslime in Deutschland vertrete. Regitz: „Die einzig sinnvolle Lösung des Problems besteht in einer konsequenten Trennung von Schule und Religion. In die Schulen gehört ausschließlich die Vermittlung von Wissen. Religion sollte Privatsache sein. In der Schule sollten die verschiedenen Weltanschauungen lediglich aus einer historisch-kritischen Perspektive erläutert werden, unter Wahrung größtmöglicher Neutralität."







<< Zurck
Diese Webseite verwendet keine Cookies. Hier erfahrt ihr alles zum Datenschutz