Lehrer im Saarland gehen wegen Dienstunfähigkeit meist früher in Pension

06.02.08
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Saarländische Linksjugend fordert Entlastung von Saarlands Schullehrern

Saarbrücken (sk) -Im Saarland gehen prozentual mehr Lehrer wegen Dienstunfähigkeit in Pension als im Bundesdurchschnitt. 35 Prozent der Lehrer wurden 2006 hierzulande aus diesem Grund pensioniert. Im Bundesdurchschnitt waren es lediglich 24 Prozent.

„Um Lehrpersonal zu entlasten braucht das Saarland eine Aufstockung des Lehrpersonals, kleinere Klassen und eine genaue Bestimmung des Lehrer- Berufsbildes. Aufgaben, Anforderungen und Ziele müssen landesweit festgelegt und dadurch messbar werden.", fordert die bildungspolitische Sprecherin der saarländischen Linksjugend, Yvonne Ploetz.

Dass das Kultusministerium in dem Zusammenhang betont, dass im Saarland regelmäßig Kurse zum Thema Lehrergesundheit angeboten werden‚ um der besonderen Belastung der Lehrkräfte Rechnung zu tragen’, klingt im Hinblick auf die enorme Zahl der Ausfälle realitätsfern.

Von Verwaltungsarbeit über Elternarbeit, Korrekturen von Tests, Arbeiten und Hausaufgaben, Unterrichtsvorbereitung und –nachbereitung, Schullandheimaufenthalte, Organisation von Wandertagen, Klassenausflügen, Fortbildungen, das Engagement in Arbeitsgemeinschaften bis hin zum Unterricht in viel zu große Klassen und einer Arbeitsleistung, die oftmals weit über das vorgesehene Stunden- Pensum hinausgeht, belastet das Lehrpersonal enorm. Hinzu kommen noch ständige Schul- Reformen, die es zu berücksichtigen gilt und eine zusätzliche Belastungsprobe darstellen.

„Ausgerechnet die Personen, die die Kinder und somit die Zukunft des Saarlandes nachhaltig prägen, können oftmals keinen Ganztagsjob bewerkstelligen oder setzten im Umkehrschluss ihre Gesundheit enormen Belastungen aus. An dieser Situation muss dringend etwas geändert werden", so Ploetz. „Die saarländische Linksjugend fordert deshalb eine Aufstockung des Lehrpersonals, die Verkleinerung der Schulklassen und eine konkrete Bestimmung des Berufsbild des Lehrers. Außerdem sollte es die Möglichkeit geben, besonders engagiertes Lehrerpersonal zusätzlich finanziell zu entlohnen. Ein Fixgehalt plus je nach Zielerreichungsgrad, außerunterrichtlichem Engagement und Mehrarbeit eine variable Vergütung ist der Vorschlag der saarländischen Linksjugend."







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