Saartire: Linke Klausur im Saarland von Eintracht und Harmonie geprägt


Linke Energiepolitiker Hans Kurt Hill bei der Vorstellung seiner photovoltaischen Lunarzellen, Foto: SaarKurier

10.02.08
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Flotte Babs stellt „Paukeroffensive 2010" vor

Von Claude Michael Jung

Zu seiner diesjährigen Klausurtagung bezog der Landesvorstand der LINKE Saar am vergangenen Wochenende, Quartier im „See-Hotel-Popel" am wunderschönen, geheimnisvollen Popelsee, inmitten des goldichen Saarlandes. Tage zuvor herrschte bereits hier emsiges Treiben. Im Auftrag des investigativen Politmagazins „Zappenduster" hatten Techniker und Spezialisten jede Ecke und Winkel des Hotels verwanzt, um ein genaues Protokoll der Absichten der blutroten Revoluzzer zu erstellen. Finanziert wurde die Wanzenaktion des „Zappenduster" aus den schwarzen Kassen der Saar CDU und der SPD Mitgliederzeitung „Abwärts".

Die versammelten Klausner eröffneten ihre Tagung mit einer Dankeslitanei bei Kerzenschein. Vorbeter Oskar Lafontaine dankte kniend den Göttern, dass DIE LINKE im Saarland nicht so missraten ist, wie ihre Pfälzer Brüder und Schwestern.

Mit einem zart rosa Schleifchen in den Haaren, befahl dann die Generalsekreteuse des vorbildlichen Landesverbandes, dass der Segen des Himmels sich über die hessische SPD in Strömen ergießen möge und diese eine Koalition mit der LINKE im Wiesbadener Parmament eingehen möge: „Gebe der Herr, dass Hessen nach Mamma und Babba Hesselbach von nun an bis in Ewigkeit von Mamma Andrea Ypsilanti und Babba Willi van Ooyen regiert werden. Lasst uns schon bald auf hessisch rufen „Habemus Mamam", so die LINKE Generalsekreteuse in sichtlich feierlicher Erregung.

Dann wurde keinesfalls gemeinsam gepopelt, sondern Tacheles miteinander geredet. Oskar Lafontaine gab zu Protokoll, er habe natürlich nicht die Absicht nach der Landtagswahl 2009 tatsächlich wieder als Ministerpräsident in die saarländische Staatskanzlei einzuziehen. Ob er seine Gattin Christa Müller, im Falle eines erdrutschartigen Wahlsiegs bei der großen Abstimmung im kommenden Jahr, als künftige Landesmutter vorgeschlagen hat, ist leider nicht bekannt. Just in diesem Augenblick biss der ebenfalls anwesende Bundestagsabgeordnete Hans Kurt Hill genüsslich genau in das knusprige Fischbrötchen, in dem die Wanze der Agenten des Politmagazins „Zappenduster" eingebacken war. Wie ein Tischkellner, der lieber nicht genannt werden will, nach Abschluss der Klausurtagung bekannt gab, soll Sire Oskar jedoch geäußert haben, es sei ihm sch...egal, wer unter im das Amt des Saar Ministerpräsidenten inne hat.

Nachdem eine neue Starkstromwanze, diesmal im linken Auge der Karl Marx Büste auf dem Kaminsims, aktiviert war, dokumentierten die Abhörspezialisten gerade noch rechtzeitig die Flüche der Klausner über die linke Presse. Insgesamt war sieben mal die Rede von „Nestbeschmutzern", „Kommunistische Hetzer" wurden neun mal erwähnt, „Bolchewistische Saboteure" fünf mal. „Maoisten, Trotzkisten, sowie „DDR Nostalgiker" und die „Skrupellosen Stasi Seilschaften in den Redaktionen ", wurden ebenfalls vielfach gelobt. Sogar die „Fünfte Kolonne Stalins" fand Anerkennung im Kreise der roten Klausner.

Nach einer Kaffeepause, einige griffen dabei wie immer zur Flasche, erstrahlten die Kronleuchter an den Decken besonders hell. Nicht etwa weil ein Armleuchter das Wort ergriff, sondern weil sich Oskars Adjutante im Palaver (Landtag) der Saarländer, Barbara Spaniol zu ihrer Rede rüstete.

Die flotte Babs geißelte die Bildungspolitik der CDU Landesregierung und bedauerte den kläglichen Zustand der Lehrkörper im Land. Lehrerinnen und Lehrer seien gerade im Saarland zu bedauern, da sie neben den Belastungen mit den strunzdummen Kindern und Jugendlichen jetzt auch noch zum rauchen aufs Klo gehen müssten, während in den Klassen schamlos gekifft werde, sagte die flotte Babs. Auch sei es nicht weiter hinzunehmen, das gerade im Saarland, Lehrerinnen und Lehrer wesentlich früher zu Alkoholiker würden, als beispielsweise Chirurgen, Zahnärzte und Seelenklempner.

Als Strategie gegen den desaströsen Zustand der Lehrkörper im Saarland stellte Spaniol ihre „Paukeroffensive 2010" den linken Klausnern vor. Als erfolgreiche Teilnehmerin eines Halbmarathons wolle sie auf die Einführung dieser Sportdisziplin für die schlaffen und demoralisierten Lehrer schon vor Unterrichtsbeginn an allen Schulen des Landes dringen, gelobte Oskars sportliche Landtags-Adjutante. Als Minimalziel solle das „Delirium magnum" der Pädagogen, das meist schon während der großen Pause einzusetzen beginnt, zurückgedrängt werden. Die Kühlschränke in den Lehrerzimmern müssen, so Spaniol weiter, künftig mit Milch Kakao und Apfelsaft, statt mit Schampus und hochprozentigem Fusel gefüllt werden, damit das unterrichtende Personal endlich nüchtern am Pult steht.

Kulturpolitisch herrschte bei den linken Klausnern ebenfalls Eintracht und Harmonie. Lang anhaltenden, nicht enden wollenden Applaus, erntete der kulturpolitische Sprecher der LINKE, Lothar Schnitzler für seine schneidige Offensive, die Mehrwertsteuer auf Eintrittskarten für den Besuch sämtlicher kultureller Veranstaltungen abzuschaffen. Der gesamte Hohe Rat der LINKE Saar stand sogar auf den Tischen, als Schnitzler auch noch für die Sozis im Land freien Eintritt für alle Heimspiele des saarländischen Traditionsvereins 1.FC Saarbrücken forderte. „Die SPD muss, genau wie der 1. FC Saarbrücken lernen, mit Pleiten und Niederlagen umzugehen", so Schnitzler.

Nichts kam bei der linken Zielsetzung zu kurz. Weder die Wirtschafts noch die Familienpolitik. Väter sollen nach der Zeugung von vier Kindern schon mit 40 Lenzen, abschlagsfrei in die Rente gehen können. Energiepolitisch wollen die Linken in Zukunft die Dynamik des Mondes nutzen und den Bau von photovoltaischen Lunarzellen fördern. Auch setzte man in Zukunft auf Glühwürmchen, sowie die Wanderung des Nordlichts nach Süden. „Das erspart die Nachtischlampe", so der Energiepoltiker Hans Kurt Hill, zu fortgeschrittener Stunde.

Eintracht und Harmonie auch zum Abschluss der Klausurtagung der LINKE Saar. Zwar musste man auf das gemeinsame Absingen der Internationale mangels Textkenntnissen verzichten. Jedoch auch hier hatte die Tagesregie vorgesorgt. Oskar Lafontaine hatte seine Schallplatte, die mit dem Sprung in der dritten Strophe, mitgebracht und dann klang es, wenn auch ein wenig scheppernd, über den still ruhenden Popelsee: „Völker hört die Signale..." Einige Klausner sollen sogar, wenn auch etwas falsch, mitgebrummt haben.

Au, den 10. Februar 2008







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