468. saarbrücker montagsdemo gegen die hartz-gesetze

03.02.20
SaarlandSaarland, Bewegungen, News 

 

Von S. Fricker

„Deutliche Senkung des Renteneintrittsalters, in andren Ländern geht‘s doch auch ab 60!- bis 67 Jahre schaffen, das packen so wenige, dass Viele mit empfindlichen Abschlägen rechnen müssen! Mindestens 70 % vom Nettoeinkommen braucht man als Rente. Eine Grundrente muss bedeuten: Man muss davon in Würde leben können – 1.200.- ist wirklich das Mindeste!“

Es war eine sehr engagierte „468.ste“ heute.

Es wurde geklärt, wie die Hartz-Gesetze zu immer niedrigeren Renten führten, sodass der Schnitt bei Frauen im Saarland 2017 unter 600.-€ lag, bei Männern bei nicht mal  1.100.-€

Wie Banken und Versicherungen sich seit der Rentenreform von 2001 an den Leuten aus der Arbeiterklasse einen Extra-Profit bescheren. Wie die Idee der Rentenversicherung immer weiter ausgehöhlt wurde. Wie jahrelange Leiharbeit zu knapp 700.- Rente führt.

Es gab eine Fülle konkreter Beispiele und - Kampfbereitschaft. Nur 1 Redner von etwa 30 Beiträgen am offenen Mikro fand, dass alles ganz in Ordnung sei mit der Rente, „und wem‘s nicht reicht, der kann immer noch Flaschen sammeln“.

Anlass für den heutigen Schwerpunkt der Montagsdemo war auch die sogenannte ‚fridays gegen Altersarmut-Mahnwache‘ vom 24. Januar in SB und anderen Städten.

Die MontagsdemonstriererInnen sprachen dieser faschistisch geprägten Bewegung jedes Recht ab, die berechtigten Anliegen der Bevölkerung zu vertreten.

„Sie bedient sich dazu der typischen Methode, Klassengegensätze zu leugnen und angeblich über den Parteien zu stehen: „Unsere Bewegung fühlt sich nur den Bürgern verpflichtet“ heisst es im Flugblatt der Initiatoren schwammig. Meinen sie damit die Eigner der Konzerne?? Es gibt bei denen keine einzige Forderung, die die Unternehmer zur Kasse bittet. Oder: „Für uns gibt es kein rechts oder links – uns geht es um‘s Thema“, tönt es bei deren facebook-Gruppe. Wer die Konturen zwischen rechts und links derart verwischt, muss ein Interesse daran haben, den Kapitalismus aus der Schusslinie zu nehmen in der Rentenpolitik, denn Kapitalismuskritik ist links. Wer so tönt, zieht auch keinen Trennungsstrich zu den Faschisten – kein Zufall, wenn man sieht, wer da aus dem faschistischen Spektrum alles mitmacht.“, sagte eine Rednerin.

Vor allem aber erklärte sich die Montagsdemo heute solidarisch mit ihrem Mitstreiter, der bei eben jener Mahnwache – selbst Rentner – als Antifaschist und Beobachter zugegen war und der brutal zu Boden geschlagen worden war, als er gegen das unverschämte Fotografieren von Nahaufnahmen protestierte. „Ich lebe seit 40 Jahren in Saarbrücken und ich habe viele Freunde hier. Aber als Migrant bin ich schon 5 mal rassistisch angegriffen worden“, berichtete er heute.

Auch angesichts der Tatsache, dass die Polizei am 24.01. vor Ort keinerlei Anstalten gemacht hatte, eine Anzeige aufzunehmen, verabschiedeten wir eine Solidaritätserklärung, in der es heisst:

Wir, die 468. Saarbrücker Montagsdemo gegen die Hartz-Gesetze wünschen Dir zuerst gute Besserung! Erhol‘ dich von den Verletzungen…

So geht das nicht!

Wir werden Dich dabei unterstützen, dass diese Sache bekannt gemacht wird. Dass der Angreifer ermittelt und bestraft wird! Wir lassen nicht zu, dass antifaschistische Rentner wie Du ins Visier von Schlägern geraten.“

Die nächste Montagsdemo ist am Montag, den 02. März, 18:00 bei der Europa-Galerie.

Das Vorbereitungstreffen am Tag nach Rosenmontag, am 25.02. 11:00 im Jederman.

S. Fricker







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