Saargemeinde zieht gegen Komasaufen zu Feld

01.02.09
SaarlandSaarland, News 

 

Linke Landtagsabgeordnete Barbara Spaniol und Großhumpendorfer Bürgermeister Edgar Lump gemeinsam im Kampf gegen den Dämon Alkohol

Von Claude Michael Jung

Erst vor wenigen Tagen hatte die Linke Landtagsabgeordnete Barbara Spaniol ihren gestrengen Zeigefinger erhoben und eine staatliche Suchtpräventionskampagne gegen den fortschreitenden Jugendalkoholismus gefordert. Weiter forderte die linke Madonna der Nüchternheit, Warnhinweise auf allen alkoholhaltigen Getränken in Einweg- und Mehrwegverpackungen, sowie ein vollständiges Werbeverbot für Alkprodukte aller Oktanstufen. Vom Appell der Landtagsabgeordneten sichtlich angetan, hat die uralte Tempelritterkommune Großhumpendorf an der oberen Saar sofort reagiert.

Zwar will die Gemeinde dem von Spaniol geforderten Werbeverbot für Alkohol nicht nachkommen, um der gemeindeeigenen Brauerei, der Sekt und Weinkellerei, sowie der Schnapsbrennerei keinen Schaden zuzufügen, trotzdem will man Schneid im Kampf gegen den Dämon Alkohol an den Tag legen. Über dem Eingang zu Ännchens Kneipe am Dorfbrunnen hat Bürgermeister Lump bereits ein Transparent mit dem mahnenden Hinweis. ?Alkohol macht voll? anbringen lassen. Zusätzlich hat Bürgermeister Lump seinen Angestellten im Rathaus geraten, während der Dienststunden nur noch in dringenden Fällen zur Flasche zu greifen. Selbst Pastor Friedensreich Selighauer ist beseelt vom Appell der rührigen Saar-Parlamentarierin und hat dem Herrn geschworen seinen Messweinkonsum, im Dienste des Himmels, nicht weiter ausufern zu lassen.

Einstimmig hat der Großhumpendorfer Gemeinderat am Stammtisch in Ännchens Kneipe am Dorfbrunnen den Beschluss verabschiedet, Horst Krug, Rektor des kommunalen Baldrianeums damit zu beauftragen, die lieben Kleinen über den Suff im Allgemeinen, und die damit verbundenen Folgen, aufzuklären zu lassen. Zwei Flaschen Templerblut, ein gehaltvoller Rotwein in der Deutschstunde und eine halbe Pulle Großhumpendorfer Feuerwasser in der Pause danach, haben ihre Wirkung sowohl bei Horst Krug, als auch bei seiner wissensdurstigen Klasse nicht verfehlt.

Wie der kleine Luca seinen Eltern erzählte, ist nach Rektor Krugs Meinung, das ganze Land ein korrupter Saustall, den es auszumisten gelte. Sein Innerstes schüttete Horst Krug sogar vor seiner Klasse aus. So wusste die blonde Lea ihrer Mama zu berichten, Rektor Krug sei mit einer Schlampe verheiratet, die sein gesamtes Gehalt mit extravaganten Klamotten durchbringe. Nachdem es Horst Krug gelungen war, in drei Intervallen, den Papierkorb neben der Tafel voll zu kotzen, konnte sich seine Klasse davon überzeugen, dass erbrochener Alkohol abscheulich stinkt, insbesondere Rotwein in Kombination mit Schnaps. Zur Krönung der Suchtprävention referierte Rektor Krug noch leicht lallend über seine Hämorhyden, bevor er sich schwankend ins Lehrerzimmer zurückziehen musste.

Selbst Schulrat Dr. Henry Kluckermann, der nicht umhin konnte der Einladung des Großhumpendorfer Gemeinderats zu folgen, beteiligte sich als abschreckendes Beispiel am Komasuff im kommunalen Auftrag. Dr. Kluckermann gelang es in der Mathestunde sogar den Dämon Alkohol zu schockieren. Bis Oberkante Unterlippe im Sprit stehend, erkannte der hohe Beamte des Saar Kultusministeriums in der pensionierten, streng zölibatär lebenden Dorfschullehrerin Fräulein Zickig seine angebetet Chantal aus dem Saarbrücker Rotlichtmillieu. In höchster Not konnte sich die letzte Jungfrau an der oberen Saar mit einem beherzten Sprung aus dem Fenster in Sicherheit bringen. Nach Aussage von Pastor Friedensreich Selighauer hat Fräulein Zickig unverzüglich eine Präventionsbeichte abgelegt und ist danach zu einer Wallfahrt ins saarländische Marpingen aufgebrochen.

Nach einer ersten Verlautbarung vom Stammtisch in Ännchens Kneipe am Dorfbrunnen, hat der Gemeinderat zu fortgeschrittener Stunde beschlossen, die Suchtpräventionskampagne gegen den galoppierenden Jugendalkoholismus fortzusetzen. In der nächsten Aufklärungsstunde will sich Bürgermeister Lump persönlich der Promilleprävention am Großhumpendorfer Baldrianeum annehmen. Ein Einladungsschreiben an die Linke Landtagsabgeordnete Spaniol, zur gemeinsamen Druckbetankung im Dienste der Abstinenz sei bereits unterwegs, war vom Dorfchronisten, Studienrat Ernst Nonsens, zu erfahren.







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