HIV ist auch in der Corona-Pandemie nicht vorbei

30.11.20
SaarlandSaarland, News 

 

Von Jusos Saar und SPDquer Saar

Zum Welt-Aids-Tag am 01. Dezember erklären die Vorsitzenden der  Arbeitsgemeinschaft der SPD für Akzeptanz und Gleichstellung kurz SPDqueer Saar, Melanie Schug und Vincenzo Truglio: „In den letzten Jahren haben wir mit Therapieerfolgen medizinisch viel erreicht. Stigmatisierung und Diskriminierung bleiben jedoch als Problem bestehen. Auch darf es denjenigen, die es ohnehin schon schwer haben, nicht noch schwerer durch die Corona-Pandemie gemacht werden. Wir fordern die Berücksichtigung der Belange von HIV-Infizierten bei den Maßnahmen zur Corona-Bekämpfung.“

Die Vorsitzende der saarländischen Jusos, Kira Braun, ergänzt: „Auch in diesem Jahr sollte am 01. Dezember unser Fokus auf den Belangen von HIV-Infizierten liegen. Saarländische Beratungsangebote müssen weiterhin finanziell unterstützt und ausgebaut werden. Um die Hemmschwelle zu den neueingeführten HIV- und Hepatitis-Schnelltests zu senken und auch finanziell Schwächeren die Testung zu ermöglichen, sollten die Kosten in Höhe von jeweils 10 Euro vollständig vom Land übernommen werden.“

Wir begehen am 1. Dezember zum 32. Mal den Welt-Aids-Tag, den die Vereinten Nationen 1988 ins Leben gerufen haben. Der Tag wird weltweit dazu genutzt auf das Thema aufmerksam zu machen und den Kampf gegen Aids zu unterstützen. 1991 wurde erstmals die "Rote Schleife" getragen, Symbol und Zeichen der Solidarität mit HIV-Betroffenen.

Das Jahr 2020 war von der Corona-Pandemie geprägt. Leider wurden die Anliegen der Betroffenen einer anderen Pandemie, nämlich Aids, nicht in dem Maße berücksichtigt, wie man es hätte machen müssen. Gerade HIV-Infizierte sind aus Stigmatisierung oder Diskriminierung oft von ihrer Familie ausgegrenzt. Gerade sie betreffen die Kontaktbeschränkungen sehr hart. Schutzräume in der queeren Szene sind dieses Jahr entweder geschlossen oder nur sehr beschränkt nutzbar. Soziale Angebote können nur teilweise stattfinden. Wir sind aufgerufen in der Zeit der Pandemie-HIV-Erkrankte nicht allein zu lassen. Bund, Länder und Kommunen müssen ihrer Verantwortung nachkommen und dafür sorgen, dass niemand sozial isoliert wird und dass die Gesellschaft die Angebote weiter aufrecht erhält.

Die Gegenmaßnahmen der Corona-Pandemie behindern auch aus anderem Grund den Kampf gegen Kampf gegen HIV und Aids: UNAIDS befürchtet, dass sich aufgrund der Ausgangsbeschränkungen Gefährdete oft nicht testen lassen und keine Versorgung von Infizierten mit Medikamenten besteht. Bis Ende 2022 könnte es deshalb bis zu 293.000 zusätzliche HIV-Infektionen geben, bis zu 148.000 Infizierte könnten zusätzlich sterben, so die Organisation in ihrem Bericht zum Welt-Aids-Tag am 1. Dezember.

Und auch hier sind die ärmeren Länder am stärksten betroffen: Gerade dort kommt es nach Angaben der Gesundheitsorganisation „One“.derzeit häufig zu Unterbrechungen in der Gesundheitsversorgung. Alleine in Subsahara-Afrika könne eine sechsmonatige Unterbrechung der antiretroviralen Therapie zu über 500.000 zusätzlichen Aids-bedingten Todesfällen führen.

 







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