Armutsbericht als Grundlage für sachgerechtes Handeln


24.11.07
SaarlandSaarland 

 

Saarländische Armutskonferenz widerspricht Ministerpräsident Müller

Saarbrücken (sk) - Als sachlich falsch hat die Saarländische Armutskonferenz (SAK) die Behauptung von Ministerpräsident Müller bezeichnet, wonach ein detaillierter Armutsbericht keinen zusätzlichen Erkenntniswert besitze. Bisher, so die Armutskonferenz, sei z. B. gänzlich unbekannt wie viele Menschen im Saarland tatsächlich arm seien, da bisher die relative Einkommensarmut nach EU-Definition im Saarland nicht untersucht werde. Auch bei qualitativer Betrachtung seien Erkenntnisse über Armut und Gesundheit, Armut und Bildung, Armut und sozialräumlichen Zusammenhängen etc. nur völlig unzureichend vorhanden. Auf dieser Basis sei es nicht möglich einen notwendigen „Regionalen Aktionsplan gegen Armut" zu erarbeiten und umzusetzen.

Ein sozialpolitisches Gegensteuern auf Landesebene müsse auf der bisherigen Grundlage immer Stückwerk bleiben. Schließlich könne ein detaillierter, kleinräumiger und kontinuierlich fortgeschriebener Armuts-, Reichtums- und Gesundheitsbericht auch Erkenntnisse darüber liefern, wo die begrenzten finanziellen Mittel am effektivsten bei der Armutsbekämpfung eingesetzt werden könnten.

Nicht zuletzt deshalb werde die seit 1993 von der SAK erhobene Forderung mittlerweile u.a. vom Saarland-Sozialgipfel, der Arbeitskammer, dem DGB, dem Diakonischen Werk an der Saar, sowie der SPD, den Grünen, den LINKEN und zuletzt auch von der CDA geteilt.

Es mache keinen Sinn, so die Armutskonferenz, den Blick vor der Wahrheit verschließen zu wollen. Armut sei ein relevantes Thema im Land und ihre Bekämpfung, auf der Grundlage wissenschaftlicher und praktischer Erkenntnisse, sei ständische Aufgabe der Landespolitik.


VON: CMJ






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