Aufschwung geht an den Ärmsten vorbei


29.11.07
SaarlandSaarland 

 

Saarbrücken/Berlin (sk) - „Nahezu 100.000 Menschen im Saarland müssen als Bezieher oder deren Angehörige von Grundsicherungsleistungen leben. Mittlerweile lebt jedes 4. Kind im Saarland in Armut. Für sie ist angesichts des heute verabschiedeten Haushalts der Bundesregierung für den Bereich Arbeit und Soziales ein schwarzer Tag.", erklärte der saarländische Bundestagsabgeordnete Volker Schneider heute im Anschluss an die Sitzung des Deutschen Bundestages, bei der ein Antrag der Linken auf Erhöhung der Regelsätze in namentlicher Abstimmung abgelehnt wurde.

Es sei einfach nicht mehr nachzuvollziehen, dass bei aktuell 3 % Inflationsrate die Erhöhung des Regelsatzes um 2 Euro (0,5 %) alles sein soll, was man den Ärmsten in diesem Land gönnen wolle. „Real haben die auf Grundsicherung angewiesenen Saarländerinnen und Saarländer 2,5 % weniger in der Tasche. Es ist ein Hohn, wenn die Kanzlerin davon spricht, der Aufschwung käme bei immer mehr Menschen an.", so Schneider.

Dabei drücke die Inflationsrate noch nicht einmal in vollem Umfang aus, welche zusätzlichen Belastungen die Betroffenen zu schultern hätten. Die Inflationsrate sei ein Durchschnittswert. Waren und Dienstleistungen die nur unwesentlich teuerer oder sogar preiswerter geworden seien, fänden sich eher selten in den Einkaufskörben dieser Menschen. Dagegen habe sich der Bedarf des täglichen Lebens überdurchschnittlich verteuert. Die Erhöhungen bei Grundnahrungsmitteln, wie Brot, Butter; Milch lägen über diesen 3 %. Allein die Energiekosten seien teilweise um 30 % angestiegen.

„Wer annimmt, dass Menschen, die von 347 Euro im Monat leben müssen, die Möglichkeit hätten, innerhalb ihres Budget noch irgendwelche Umschichtungen oder Einsparungen vorzunehmen, ist entweder gegenüber der Lebenswirklichkeit ignorant oder einfach nur dumm. Derart massive Kaufkraftverluste machen nicht nur die Armen noch ärmer, sie schaden auch der Wirtschaft, insbesondere dem Einzelhandel.", so Schneider abschließend.







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