Leserbrief von Eberhard Doths zum Gedicht „Was gesagt werden muss“ von Günter Grass

07.04.12
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Von Eberhard Doths

Es ehrt alle Medien, die nicht nur – oft sehr verkürzt – aus dem Gedicht zitiert, sondern es voll abgedruckt haben, so dass sich jeder Leser letzthin ein eigenes Urteil bilden kann. Das Gedicht von Günter Grass war „überfällig“. Es mag sein, dass er das eine oder andere hätte präziser oder eindeutiger formulieren können, den Iran hätte härter ins Gericht nehmen können, aber im Kern seiner Aussage hat er recht. Da kann man – mit Verlaub - lange und „pseudointellektuell herumphilosophieren“. Der Kern: Die „Falken“ in der israelischen Regierung mit ihrem Erstschlagwillen – und das sind leider mehr, als man sich wünschen könnte – gefährden den Weltfrieden. Grass hat – wir denken wohlkalkuliert – das Tabu gebrochen, und dies tut not. Endlich wird über die Dinge öffentlich diskutiert. Dass er vom „mainstream“ in Medien und Politik dafür nicht „geliebt“ wird, überrascht nicht. Er reiht sich ein in die Reihe der wenigen deutschen kritischen Dichter, Literaten, Journalisten, Wissenschaftler und Intellektuellen des 20igsten und 21igsten Jahrhunderts – genannt seien hier stellvertretend Carl von Ossietzky, Kurt Tucholsky, Bertolt Brecht, Heinrich Böll und Günter Grass - jeder anders, jeder in seiner ihm eigenen spezifischen Persönlichkeit, die immer wieder, meist gegen den „zeitgeistigen mainstream“ in Politik und Medien, ihren Mund aufgemacht haben, um gesellschaftliche Missstände anzuprangern, oft ohne Rücksicht auf die gravierenden Folgen für die eigene Person, auf Geld und Gut. Wir wünschen, wir hätten mehr von ihnen. Wir zollen Günter Grass unseren uneingeschränkten Respekt. Wir sind Gewerkschafter, die sich der Geschichte der Arbeiterbewegung, dem antifaschistischen Widerstand und der internationalen Friedensbewegung verpflichtet fühlen. Dafür gehen wir auch auf die Straße.
Dr: Martin Radde
Eberhard Doths
Vorstand des Verdi-Ortsvereins Gronau-Ahaus



Günter Grass - Iran - Israel - 06-04-12 20:33




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