Leserbrief von A. Holberg zu: Max Brym: Nach Hamburg - Von wem und was ich mich distanziere

13.07.17
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zu. Nach Hamburg - Von wem und was ich mich distanziere 

12.07.17 von Max Brym

http://www.scharf-links.de/48.0.html?&tx_ttnews[tt_news]=61478&tx_ttnews[backPid]=56&cHash=7f0e99eeca

Max Brym  hat natürlich vollkommen  recht, wenn er drauf hinweist, dass das asoziale Verhalte einiger "Demonstranten"  in Hamburg Widerspiegelung des asozialen sozio-ökonomiscen Systems  ist, in dem wir leben  (" Der  Fisch stinkt vom Kopf her"). Aber seine praktischen Schlussfolgerungen erscheinen mir doch etwas  - vorsichtig  formuliert  - zu kurz gegriffen. Der gesellschaftliche Hintergrund gilt natürlich weitestgehend auch für "normale"  Straßenräuber, Schläger oder Vergewaltiger, die keine  politischen Ziele für sich in Anspruch nehmen  oder noch nicht auf die  Idee gekommen sind, ihr  "Werk" im Schatten  politscher  Demonstrationen auszuführen. Würde er diese Leute auch dem  Zugriff der Polizei entziehen  (insbesondere,  wenn es ihn oder die Seinen sebst beträfe)? Die Polizei  ist natürlich letztlich ein Instrument der herrschenden Klasse, aber diese ist - zumindest in der bürgerlichen Demokratie - im  Interesse  eines möglichst reibelosen Funktionierens ihrer auf die Ausbeutug der Bevölkerungsmehrheit ausgerichteten Ordnung daran interessiert, auch die Grundbedürfnisse  - darunter die der  Unversehrtheit ihrer Physis und ihres Eigentums -  zu gewährleisten. Linke,  die sich bewusst sind, dass sie für ein (nicht nur ökonomisch!) menschenwürdiges Leben aller Menschen eintreten, müssen sich unzweideutig auch von ihren - durch Dummheit objektiven, oder durch Asozialität bzw. gegebenfalls ihre Söldnerstellung auch subjektiven - Feinden in den vermeintlich "eigenen Reihen" distancieren. Wenn  sie dazu nicht  in der Lage sind (und eine Großzahl der bisherigen Erklärungen aus  dem organisierten  "linken" Spektrum  - darunter die Erklärung Max Bryms - deutet darauf hin,  das sie damit zumindest ziemliche Mühe haben) wenden sie sich von den Interessen der werktätigen Bevölkerungund damit  vom  Ziel der Befreiug der Menschheit von Ausbeutung Unterdrückung und Entfremdung ab.

Noch etwas Allgemeines:  eine Menge linker Stellungsnahmen zu den Ereignissen haben ausführlich auf  die  staatlichen (polizeiliche)  Provokationen hingewiesen.  Aber in erster  Linie zu erklären, dass der Feind böse ist, bringt in in einer solchen Situation eher wenig. Zum einen ist das eine weitgehend selbstverständliche Aussage, und zum  anderen lenkt  es von der zentralen Frage ab, wie man denn den Feind am erfolgreichsten bekämpfen kann. Alle historische Erfarugen deuten darauf hin, dass dafür  die  Begradigung der "inneren Front" eine der zentralen Voraussetzungen ist. Das bedeutet den unmissverständlichen Bruch mit solchen Kräften wie dem "Schwarzen Block", den prozionistischen  "Antideutschen"  und jenen, die diesen Bruch nicht vollziehen wollen.



Nach Hamburg - Von wem und was ich mich distanziere  - 12-07-17 20:55




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