Leserbrief von A. Holberg

12.04.18
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Den Ausführungen von Dr. Martin Radde (außer, dass er Putin in die gleiche Kategorie wie Assad und Erdogan einreiht) stimme ich im Wesentlichen zu. Aber ich glaube, dass die Argumentation weiter gehen muss. Es muss klargemacht werden, dass selbst wenn die syrische Armee (oder irgendwer sonst) Giftgas eingesetzt hätte, das niemandem, der nicht selbst betroffen ist, das Recht gibt, daraufhin Waffen gegen Syrien einzusetzen. Alle Staaten dieser Welt, die über die militärischen Möglichkeiten verfügen, ein Land wie Syrien mit Krieg zu überziehen, haben derart viel Blut an den Händen, dass sie keinerlei Moral für ihre Aktivitäten ins Feld führen können. Das gilt aktuell insbesondere für die USA und ihre europäischen Komplizen (Frankreich und UK), die erwiesenermaßen von Leuten geführt werden, die man nur als professionelle Lügner und Fälscher bezeichnen kann. Bis zum Beweis des Gegenteils tut man gut daran, keine ihrer Aussagen zu glauben. Nicht, dass der Nahe Osten oder irgendein Teil der (relativ) unterentwickelten Welt ohne Die USA und die alten (und neuen) Kolonialisten/Imperialisten Horte der Menschlichkeit, der Gerechtigkeit und des Friedens wären - weit entfernt. Aber die in den letzten Jahren dort herrschenden Zustände

- nicht zuletzt die Ausbreitung der kriminellsten Barbarei unter der Maske des "wahren Islams" - sind direkte Ergebnisse der imperialistischen Politik in der Region. Der Saudische Kronprinz wies gegenüber der "Washington Post" jüngst darauf hin, dass es die USA gewesen seien, die Saudi Arabien dazu ermuntert hätten, riesige Geldmengen auszugeben, um überall in der islamischen Welt den Wahhabismus zu fördern, und zwar, um (zunächst in Afghanistan) den "Kommunismus" zu bekämpfen. Al Qaida, der IS und eine Myriade weiterer Organisationen von Höllenhunden sind nicht einfach Ausdruck "des"

Islams, gab es sie doch bis vor wenigen Jahrzehnten nicht, obwohl die Bevölkerung aus der sie hervorgegangen waren, damals nicht weniger muslimisch waren als heute. Vielmehr sind sie Ausdruck  der immensen materiellen und in deren Gefolge moralischen Zerstörungen, die die Imperialisten seit Afghanistan, vorallem aber seit dem Irak-Krieg über die Region gebracht haben, Zerstörungen, die heute insbesondere im Jemen und in Syrien stattfinden, aber jüngst auch wieder im Irak (Mossul).

Selbst wenn die (in diesem Fall westlichen) Imperialisten aus moralischen Gründen handeln würden, wofür es nicht den mindesten Anschein gibt, wäre das Resultat nicht minder verheerend. Da es speziell im Westen eine Menge linksliberale und ex-linke "Menschenfreunde" gibt, muss jetzt wieder einmal daran erinnert werden, was bereits der deutsche Schriftsteller Johann Gottfried Seume (1763-1810) feststellte: "Das Schild der Humanität ist die beste, sicherste Decke der niederträchtigsten, öffentlichen Gaunerei". Das zu verstehen, ist das A und O jeder Politik im Interesse der Volksmassen hier wie anderswo auf der Welt.



Zunehmende Kriegsgefahr - 11-04-18 20:57




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