Leserbrief zu: Max Brym: Vom Handelskrieg zum realen Krieg - Was kommt auf die Linke zu?

03.06.18
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Von A. Holberg

Max Brym hat natürlich grundsätzlich recht, dass alleine die - nur revolutionär mögliche - Überwindung des Kapitalismus die grundlegenden Probleme der Menschheit lösen kann (d.h. unter der Voraussetzung, dass die Revolution noch früh genug stattfindet, bevor die schon von Marx grundlegend analysierte ökologische Krise den "point of no return" überschritten hat, falls sie das nicht ohnehin schon hat). Das Problem, dem sich aber die revolutionäre Linke jederzeit in erster Linie zu stellen hat, ist die Frage, wie man denn die ausgebeuteten Volksmassen dazu bringen kann, die Revolution zu machen. Offensichtlich geht das nicht, indem man ihnen ständig erzählt, dass alles Tun eitel ist, solange es nicht mit dem Ziel der Weltrevolution geschieht. Es bedarf zweifellos der Übergangsforderungen, die letztlich den Bewusstseinssprung hin zur Einsicht der Notwendigkeirt der Revolution vorbereiten. Zumindest in dieser Vorbereitungszeit ist es auch nörtig, taktisch auf die Widersprüche innerhalb des Imperialismus einzugehen und zu reagieren und nicht unter dem Banner des Endkampfes alle Teile des Systems (z.B. USA, EU, Russland, China) gleich zu behandeln. Die gegenteilige Position klingt zwar erfreulich prinzipientreu, ist aber letztlich nur eine ultralinke Absage an irgendwelche Aussichten auf die für den endgültigen Erfolg notwendigen Teilerfolge.



Vom Handelskrieg zum realen Krieg - Was kommt auf die Linke zu ? - 02-06-18 20:59




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