Leserzuschrift von Hans-Dieter Wege zur freiheitlich demokratischen sozialistischen Familienpolitik der Partei die Linke

27.05.08
LeserbriefeLeserbriefe 

 

Zur freiheitlich demokratischen sozialistischen Familienpolitik der
Partei die Linke!
Ich bin sehr enttäuscht, dass sich eine Kindererziehung nach
Vorstellung der Linken in Deutschland, anders als in den meisten anderen europäischen Staaten, anscheinend nicht in einem freiheitlichen Sinne verwirklichen lassen soll!
Ich hatte während dieser ganzen Diskussion eher den Eindruck, es gehe mehr um die Verwirklichung der Eltern, statt um das Kindeswohl. Hierzu hat ja wohl die BundesLisa erheblich beigetragen. Meine Enttäuschung ist am Größten dadurch geworden, dass ich auch feststellen mußte, das gerade die stellvertretende Vorsitzende der Linken, Katja Kipping, die Gegenpositionen ausdrücklich unterstützt.

Ich muss mir da einfach die Frage stellen, wie man einerseits für alle Menschen in Deutschland das Bedingungslose Grundeinkommen fordern kann, aber quasi auf der anderen Seite ein Erziehungsgeld für alle Erziehenden ablehnen kann. Ich sehe darin einen erheblichen Widerspruch.
Viele Mitglieder der Linken übersehen, oder wollen es übersehen,
welche positiven Effekte ein einheitliches Erziehungsgeld für alle
Erziehenden auch auf die notwendigen Verkürzungen der Arbeitszeiten und auch auf die Löhne haben könnten.
Auch das man hierdurch vielleicht jede Menge Menschen begeistern
könnte, die heute noch nicht für die Linke sind, scheint man großzügig zu übersehen.

Auch für unsere ausländischen Mitbürger wäre ein einheitliches
Erziehungsgehalt vorteilhafter und vor allem gerechter als beispielsweise eine Kindergrundsicherung in Höhe von 420 Euro pro Kind. In diesem Zusammenhang würde eine Kindergrundsicherung nur wieder den Neid und die Mißgunst von Deutschen auf ausländische Mitbürger fördern, da diese ja nun einmal bekanntermaßen meist viel mehr Kinder in die Welt
setzen.

Und wo und wann soll die Pflicht zur staatlichen Kinderbetreuung
beginnen? Mit der Krippe, dem Kindergarten, dem Vorschulkindergarten oder der Verpflichtung von Schulkindern, deren Eltern beide ganztags beschäftigt sind, den Hort oder eine Ganztagsschule zu besuchen.
Was wäre wenn die Eltern oder Alleinerziehenden in der Nacht arbeiten müßten? Kinderbetreuung rund um die Uhr?

Ich bin weder gegen Krippen noch gegen Kindergärten, Ganztagsschulen noch gegen Horte. Aber man muss es einfach den Eltern überlassen, wann der richtige Zeitpunkt für ihr Kind gekommen ist, eine dieser Einrichtungen zu besuchen, wobei man notwendige Sprachförderungen in besonders spezialisierten
Einrichtungen allerdings schon verpflichtend anbieten und fordern sollte. Und falls man in der Linken glauben sollte, man könne in der heutigen Zeit, durch die flächendeckenden Betreuungseinrichtungen die Armut und das Elend bekämpfen, so dürfte auch dieses ein Irrglaube sein.

Seltsam finde ich die Meinungen vieler Linker zu diesem Thema auch. Holt sich beispielsweise ein Tierfreund einen Hund oder eine Katze ins Haus, so würden die Meisten doch niemals auf die Idee kommen, morgens ihr Tier in einer Pension abzugeben und es abends nach Feierabend wieder abzuholen. Viele verantwortungsbewußte Züchter oder Tierheime geben Vollzeitjobbern erst gar kein Tier.

Aber mit dem "lieben kleinen Erwachsenen" mit der Bezeichnung Kind, meinen linke Politiker dieses machen zu dürfen.
Mit einem freiheitlichen demokratischen Sozialismus hat das in meinen Augen nur sehr wenig zu tun! Aber das ist halt so bei uns Deutschen, was wir machen, machen wir gründlich. Manchmal eben auch gründlich falsch!

Mit freundlichen Grüßen
Hans-Dieter Wege, Gegner asozialer Politik


VON: HANS-DIETER WEGE






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