Kleine Anmerkung zum Beitrag von Egbert Scheunemann:

25.03.20
LeserbriefeLeserbriefe 

 

Von Matthias Nomayo

Wenn man auf der einen Seite die Anzahl der aktuell nachgewiesenen Infektionen vorsichtshalber (und willkürlich) mit dem Faktor 10 multipliziert und der aktuell gemessenen Anzahl an Toten vergleicht, so kommt man auf 0,05%. Gratuliere! Mein Vorschlag: Bei der Atomindustrie bewerben. - Die brauchen solche Rechenkünstler für ihre Reaktorkatastrophen. Sorry, wenn mein Kommentar an dieser Stelle etwas bissig ausfällt, ist aber die Reaktion auf die Art, in der hier die Kritik an Menschen vorgetragen wurde, die zu einem anderen Ergebnis kommen. Halten wir fest: Wie es wirklich kommt, wissen wir nicht, dazu gibt es auch viel zu viele unbekannte Einflussfaktoren. Trotzdem: der obige Zahlensalat kann so nicht im Raume stehen bleiben. Am Anfang (!) einer exponentiell dynamischen Entwicklung ist es schon mal nicht angebracht, die aktuellen Todeszahlen mit den aktuellen Neuinfektionen hochzurechnen. Die Todeszahlen beruhen schließlich auf einem Infektionsgeschehen von vor bis zu 14 Tagen. Nun gucke man mal, wie viele Infizierte wir vor 2 Wochen hatten, multiplizieren wir diese mit dem Faktor 10, vergleichen mit den aktuellen Todeszahlen ... und schwupp: da sind sie wieder, die hässlichen 5% - der Wert, der sich derzeit auch für China ergibt (wo die Höchststände nun nach vorliegenden Zahlen überwunden sein sollen). Nun können wir natürlich auch dort willkürlich einen Faktor 10 für die spekulative Dunkelziffer unterstellen – dann sind wir bei 0,5%, … . -Aber bleiben wir bei den Fakten: Der Zusammenbruch von Gesundheitssystemen ist bereits Realität. Sichtungen, wer angesichts begrenzter Kapazitäten die bessere Überlebenschance hat, sind bereits Realität, mehrere hundert Tote pro Tag sind bereits Realität … - und da, wo das noch nicht Realität ist, sollten wir alles tun, um zu verhindern, dass es Realität wird. Ein Schönrechnen hilft hier nicht weiter. - Und wenn wir die Vergangenheit bemühen wollen: Der Vergleich Ebola hinkt, weil andere Inkubationszeit, anderer Verlauf und komplett andere Zeitschienen. Offensichtlich sind sich die Fachleute einig, dass sich CoViD 19 am besten mit einer Grippe-Welle vergleichen lässt. So etwas hatten wir, bei nicht vorhandener erworbener Immunität, ohne Impfstoffe und ohne Medikamente, zur Zeit des 1. Weltkrieges.



Die Corona-Krise – ein paar Zahlen, Daten, Fakten und Schlussfolgerungen zur Aufklärung. Oder was man tun sollte – und was nicht - 24-03-20 20:59




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