Leserbrief von Margareth Gorges zu : Riester-Holzweg: Teilprivatisierung der Rentenvorsorge entpuppt sich als Desaster

08.10.09
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Armut im Alter - Schicksal oder Politik? Eine klare Antwort - Die Politik will es so

Auch hier, diktiert die Lobby das Geschehen. Dieses angebliche Ungleichgewicht zwischen Arbeitnehmern auf der einen Seite und Rentnern, deren Rente von denen „finanziert“ werden, ist lange nicht so aus dem Lot als gepriesen. Dahinter steckt die allmächtige Versicherungswirtschaft, die nur eines kennt, nämlich so viele Policen zu sammeln wie möglich. Der Staat fungiert dabei als Versicherungsvertreter, der „seiner Kundschaft“ die Versicherungsprodukte an den Mann zu bringen hat.

Ein sehr bekanntes Produkt ist die „Riester Rente“. Wie bringt man nun die breite Masse dazu, solche Verträge abzuschließen? Nun, wie geschehen. Man (Politiker) kürzt die staatlichen Renten unter Vorwänden, die Panik im Volk auslösen sollen. So ist die Rede vom demographischen Faktor. Es wird argumentiert, dass in einigen Jahren Das staatliche System zusammenbrechen würde. Das nächste Beispiel ist noch brutaler und wird zurzeit, für alle sichtbar, praktiziert. Es wird verbreitet, dass der Lebensstandard im Alter nicht zu halten sei und Armut drohe. Genau das, erleben im Moment viele Rentner. Diese „Beispiele“ sind bewusst so gewollt und sollen als Abschreckung dienen.

Aus diesem Grunde wurde auch die Rente mit 67 eingeführt. Wie wir alle wissen, erfolgte dies nur aus einem Grund; es war eine echte Rentenkürzung. Viele Arbeitnehmer können gar nicht bis 67 arbeiten. Der „Rest“ soll dann eben „privat“ abgesichert werden, was nichts anderes bedeutet, als dass eine Riester Police fällig ist. Daraus ergibt sich die Formel für die Versicherungswirtschaft: Jede Verschlechterung der staatlichen Rente, erhöht die Verkaufszahlen von Policen bei den privaten Versicherungsunternehmen.

Genau aus diesem Grund wird, zurzeit sehr aktuell, über die staatliche Rente erst ab 70, ja auch schon sogar erst ab 75 diskutiert. Von Seiten der Versicherungswirtschaft wird sogar angestrebt, dass der Staat überhaupt keine Leistungen mehr zu bringen habe, und die FDP forciert diesen „Idealfall“ der Versicherungswirtschaft auch noch.

Auch hier ist wieder zu erkennen, dass der Staat sich zurückzieht, zum Nutzen von Privaten. Eine wichtige Aufgabe, nämlich die der Daseinsvorsorge seiner älteren BürgerInnen, kommt er immer zögerlicher noch nach. Wie kann dies mit dem Grundgesetz vereinbar sein? Das Schlimmste daran, ist das Maß der Unmenschlichkeit, mit der vorgegangen wird. Sind das nicht jetzt die Generationen, die uns den Wohlstand nach dem zweiten Weltkrieg gebracht haben? Haben die sich nicht Jahrzehnte lang krumm gelegt? Waren es nicht diejenigen, die einen Krieg mit all den Nachteilen verkraften mussten? Wer hat dieses Land denn wirklich aufgebaut?

Jetzt kommen die Privatisierer schnöselhaft her und entfachen einen sogenannten Generationenkonflikt. Viele dieser nassforschen Betreiber der Entsozialisierung haben gerade mal die Schulbank oder die Universität verlassen, sind kaum 30 Lenze jung und verspüren schon die Angst, sie würden nichts mehr abbekommen vom großen Kuchen. Dieses Verhalten ist die Machenschaft von Ausbeutern, so wie man es von Neoliberalismus und Turbokapitalismus her kennt.

Jetzt aber noch die ältere Generation auf einen existentiellen Spießrutenlauf zu schicken und sie als abschreckendes Beispiel für die kommenden Generationen darzustellen ist menschenverachtend.



Riester-Holzweg: Teilprivatisierung der Rentenvorsorge entpuppt sich als Desaster - 07-10-09 22:34




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