Zu "Traum am Rande des Faschismus"? von Kai Ehlers

28.12.07
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Mit seiner letzten Bemerkung hat Kai Ehlers in seinem obigen Kommentar das Wesentliche auf den Punkt gebracht:

"Wenn solche Kommentare wie die aktuelle von Heinrich Vogel ....verbreitet werden können, muss man das Schlimmste für die deutsch-russischen Beziehungen fürchten."

Eine solche Befürchtung ist aber keine neue Erkenntnis, seit Bundeskanzlerin Merkel nach Schröder die Macht hier in Deutschland übernommen hat. Die neue politische Orientierung nach Merkels "Machtübernahme" war damals schon klar zu erkennen.

Trotz alledem hat sich Putin aussenpolitisch, gegenüber allen Fronten zurückhaltend und offen dargestellt. Die zuckersüßen Töne aus USA insbesondere die Kommentare in der TIMES und die ersten Äusserungen von Rice, sind doch nur eine Taktik, die Aussenministerin Rice vor Jahren in einem Gespräch verlautbaren ließ.

"Straft Frankreich, ingnoriert Deutschland und vergebt Russland".

Gerade diese Politik wird, wenn auch scheinbar nur in Teilbereichen, ausgeübt.

Dass Russland nach wie vor ein "gefährlicher Feind" auf dem Weg zur wirtschaftlichen und politischen Vormachtstellung der USA in unserer globalisierten Welt ist, das dürfte trotz aller gelegten "Nebelkerzen" der Bush-Administration Fakt bleiben.

Und die taktischen Schritte der US-Aussenpolitik deuten sich bereits jetzt schon an. Den Gegner in scheinbarer Sicherheit wiegen und Putin zur Person der Jahres wählen. Dahinter könnte aber eine bodenlose Hinterhältigkeit liegen, wenn man sich erinnert, dass die Times dieses vor vielen Jahrzehnten schon einmal mit einem Mann gemacht hat, der dann die Nationen hier in Europa in Unglück und Tod stürzte.

Insofern passen dann die gleichzeitigen Verdächtigungen gegen Putin, die sich in der Überschrift des Kommentare von Kai Ehlers dokumentiert:

"Traum am Rande des Faschismus?"

Die Strategie ist also klar, das Ansehen Putins soll in Richtung eines faschistischen "Führers" gerückt werden. Damit glaubt man innerhalb des russischen Volkes oppositionellen Kräfte zu schaffen, die dann einen Demokratisierungsprozess nach den Vorstellungen der USA in Gang setzen und das Land nach den Vorbildern in Nah-Ost und vielen anderen Ländern politisch destabilisieren. Die Bodenschätze in Russland sind für einige Globalmogule in USA doch einfach zu verlockend.

Bei allen Überlegungen hinsichtlich eines sozial orientierten Demokratisierungsprozesses in Russland wird in allen Analysen völlig übersehen, dass der Weg und der Istzustand Russlands an der heutigen Schwelle zu einer grundsätzlich neuen politischen Orientierung ein völlig anderer ist als der der westeuropäischen Länder.

Der größte Alptraum der USA wäre es, Europa könne sich wirtschaftlich eng mit Russland verbünden. Wo blieben da die lukrativen Absatzmärkte und die Möglichkeit den europäischen Markt nach Belieben wirtschaftlich zu erpressen?


VON: DIETER KROGMANN






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