BILD und Süddeutsche Zeitung: Medienkampagne gegen Arbeitslose

29.02.08
TopNewsTopNews, Soziales 

 

Nachdem bereits die BILD-Zeitung an zwei aufeinanderfolgenden Tagen in ihrer Titelschlagzeile Arbeitslose attackierte, folgt nun auch die Süddeutsche Zeitung: sie verbreitet die von seiten der CDU lancierte Argumentation, Arbeitslose würden zuviel Unterstützung, besonders für Miete und Heizkosten erhalten

Tatsächlich wird vielen Hartz IV-Empfängern die Kosten für Wohnung und Heizung nicht vollständig finanziert, so dass sie den äusserst knapp bemessenen Betrag für ihren Lebensunterhalt auch hierfür zum Teil verwenden müssen.

Es kann angenommen werden, dass mit der aktuellen Kampagne ein neuer
Versuch unternommen werden soll, Arbeitslose und Arme noch weiter unter
Druck zu setzen. Mit Hinblick auf die Einführung eines Mindestlohnes verweigert die Führung der CDU ein Entgegenkommen, obwohl etwa im CDU-regierten Hamburg festgestellt wurde, dass eine Anzahl von Geringverdienern, etwa in der Reinigungsbranche, Stundenlöhne von weniger als 3 Euro gezahlt wurden.

Die Süddeutsche Zeitung bemüht sich offenbar um eine deutliche Verschiebung ihrer Position nach rechts; hier kann ggf. ein Zusammenhang mit dem Verkauf der Anteile an die Südwestdeutsche Medienholding (SWMH) angenommen werden, der zum Ende des vergangenen Jahres erfolgte. Der SWMH gehören nun knapp 90% der Anteile. Sie ist nach dem Springer-Verlag und der WAZ-Gruppe das größte Medienunternehmen in der BRD, das Tageszeitungen heruasgibt.

Traditionell werden von den großen Medienkonzernen Arbeitgeber-Positionen vertreten mit dem Ziel das Lohn-Niveau zu minimieren. In diesem Sinn war etwa im vergangenen Jahr die Kampagne des Springer-Konzerns gegen die Einführung eines Niedriglohns als Mindestlohn zu beobachten, die in Koordination mit Bundeskanzlerin Angela Merkel betrieben wurde.







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