Betonskulpturen "Marx Brothers" in Karl-Marx-Haus enthüllt

05.05.08
TopNewsTopNews, Kultur, Rheinland-Pfalz 

 

Ein Gespenst soll Besucher bei ihrem Gang durch das Museum überraschen und ein bisschen erschrecken.

Trier (sk) - Zum 190. Geburtstag des Philosophen und Ökonomen Karl Marx sind am Montag in Trier drei lebensgroße Marx-Skulpturen des Bildhauers Klaus Kammerichs enthüllt worden. Die rund 1,80 Meter großen "Marx Brothers" aus massivem Beton stehen im Garten des Museums Karl-Marx-Haus, in dem der großer Denker am 5. Mai 1818 geboren wurde. "Ich habe Marx neu inszeniert", sagte Kammerichs. Die je sechs Zentner schweren "Marx-Brüder" mit Rauschebart, Gehrock und Zigarre ermöglichten «eine Begegnung auf Augenhöhe», sagte der Nordrhein-Westfale. Die Figuren sind in Ecken aufgestellt und sollen unter dem Motto "ein Gespenst geht um" Besucher bei ihrem Gang durch das Museum "überraschen und ein bisschen erschrecken".

Die mehrschichtigen Betonskulpturen seien «eine Form des modernen Umgangs mit dieser doch monumentalen Gestalt Marx», sagte die Leiterin des Museums und Studienzentrums Karl-Marx-Haus der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES), Beatrix Bouvier. Es sei «sehr interessant», wie sich Kammerichs mit «Ironie, Distanz und Augenzwinkern» dem großen Denker genähert habe. Als Leihgabe des Künstlers sind die Skulpturen bis auf weiteres in dem 1727 gebauten Haus zu sehen, das jedes Jahr rund 40 000 Besucher anzieht.

Neben Marx' Geburtstag wurde am Montag zwei weiteren historischen Daten gedacht. Vor 80 Jahren kaufte die SPD das einstige Wohnhaus der Anwaltsfamilie Marx für 80 000 Goldmark - und vor 40 Jahren übernahm die FES die Trägerschaft über das Gebäude. Es war auch 1968, als der damalige SPD-Parteivorsitzende Willy Brandt dort die erste große Ausstellung über Leben und Werk von Marx eröffnete. Nach zwei Neuauflagen ist seit 2005 eine Ausstellung zu sehen, in der die Wirkung des Philosophen im 20. Jahrhundert im Zentrum steht.

Jährlich kommen rund 12 000 Chinesen ins Karl-Marx-Haus. «Marx ist in China als großer Denker, Philosoph und Revolutionär sehr bekannt», sagte der Generalkonsul der Volksrepublik China in Frankfurt/Main, Haiyan Li. Der Name Marx (1818-1883) tauche auch aktuell in wirtschaftspolitischen Diskussionen in China wieder auf, etwa wenn es um die Frage gehe, wie Marktwirtschaft gerechter gestaltet werden könne, sagte Li.

Internet: www.museum-karl-marx-haus.de







<< Zurck
Diese Webseite verwendet keine Cookies. Hier erfahrt ihr alles zum Datenschutz