Streichung von radiomultikulti: "Medienpolitischer Bankrott der ARD bei vollen Kassen"

12.06.08
TopNewsTopNews, Kultur 

 

„Wir fordern den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit und den brandenburgischen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck auf, dem Rundfunkänderungsstaatsvertrag nicht zuzustimmen, wenn die Gebühren künftig nicht gerecht verteilt werden", sagt Andreas Köhn, stellvertretender ver.di-Landesbezirksleiter Berlin-Brandenburg. Auch das Berliner Abgeordnetenhaus hatte Wowereit aufgefordert, sich für eine gerechte Verteilung der Rundfunkgebühren einzusetzen.

ver.di befürwortet eine grundlegende Reform der ARD-internen Finanzierung. „Es ist schon lange ein Skandal, dass die Gebühren den ARD-Sendern nicht bedarfsgerecht zugute kommen", sagte ver.di-Medienpolitiker Martin Dieckmann. „Alle bisherigen Pläne einer Reform werden der eigentlichen Aufgabe nicht gerecht: Gebührenbefreiung aus sozialen Gründen darf nicht zur Einschränkung des Programmangebots führen." Das „Aus für radiomultikulti" bedeute für die gesamte ARD einen „medienpolitischen Bankrott bei vollen Kassen".

Die Gebühren werden anteilig der zahlenden Haushalte auf die Rundfunkanstalten verteilt. Berlin und Brandenburg haben jedoch einen hohen Anteil an befreiten Haushalten. Diese ungleiche Verteilung ist nach Aussage von rbb-Intendantin Dagmar Reim der Grund, warum sie zu rigiden Sparmaßnahmen greift und radiomultikulti zum Jahresende abschalten will. „Ärmere Regionen dürfen nicht mit einem Schmalspurangebot der Öffentlich-Rechtlichen abgespeist werden", stellt Andreas Köhn fest. „Rund ein Viertel der Berliner haben einen Migrationshintergrund. Diese Menschen haben einen Anspruch auf eine Grundversorgung und Informationen aus ihrem direkten Lebensumfeld." Dies könne Funkhaus Europa vom WDR nicht leisten.







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