DER EHRENGENOSSE

02.04.08
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Dramolett
von
Dieter Braeg

Karl Liebknecht Amt Berlin. In der Vorsitzendensuite sitzt Gregor Gysi vor dem Schreibtisch von Oskar Lafontaine. An der Wand hängt ein Bild von Oskars Frau, darunter liest man, schön gestickt auf einem Leinenband den Spruch in Altdeutschschrift:
"Trautes Heim
Glück allein"

Gysi:
Der Bundesparteitag rückt näher. Wir brauchen eine herausragende...
Lafontaione:
Wenn hier etwas ragt, sogar noch heraus, dann bin das ich und meine Programmaktik!
Gysi:
Aber auch Klaus Ernst meint...
Lafontaine:
Unser Klaus Ernstkasperle der hat nichts zu meinen. Der ist Doppelverdiener!
Gysi:
Oskar ich denke wir sollten den Josef Ackermann zum Ehrengenossen auf Lebenszeit ernennen und ihn Grußworte an den Parteitag richten lassen. Damit erreichen wir locker jene Mitte in der sich bisher diese Merkel breit macht.
Lafontaine:
In einer Mitte kann sich außer mir niemand breit machen! Aber die Idee ist nicht schlecht.

Einige Wochen später beim Die Linke.  - Bundespartei in Cottbus:

Josef Ackermann:
"Genossinnen und Genossen, irgendwann muss das Kapital dort landen wo es geschrieben wurde. Bei uns! Ich sage Euch, es ist vorbei mit den Selbstheilungskräften des Marktes. Ein Gleichgewicht hat es auf einem Markt noch nie gegeben. Wer Gleichgewichtsstörungen des Marktes konstatiert, der muss endlich erkennen, dass es keine Selbstheilungskräfte für Märkte gibt. Aus diesem Grund gibt es nur einen Weg. Schluss mit dem Privatisierungsquatsch, jetzt wird nicht mehr diskutiert, hier muss Vergesellschaftet werden.
Ich bitte der folgenden Entschließung Nr. 1 des geschäftsführenden Bundesvorstandes zur SechsPunkteFinanzkrisenursachenverhinderungplan die Zustimmung zu verweigern:

1.)  Banken verkaufen dubiose Kredite, um sich von Risken zu befreien, die aber dadurch nicht verschwinden, sondern anderswo Schaden anrichten. Die traditionelle Antwort: Das Bankgeschäft darf nur von Banken betrieben werden, die sich daher auch selbst um die eingegangenen Risken kümmern müssen.
2.) Firmenanteile, Grundstücke, Gebäude, Kredite, Versicherungsverträge werden mit dem "Verkehrswert" oder englisch ‚fair value" bewertet, also mit dem Betrag, den ein Käufer zu zahlen bereit wäre. Kommt der Verkauf tatsächlich zustande, ist oft von dem erhofften Verkehrswert keine Rede. Die traditionelle Antwort: Jeder Verkehrswert wird durch einen Abschlag korrigiert.
3.) Viele Anleger verwechseln die Börse mit einem Kasino und spekulieren hemmungslos, treiben die Kurse in schwindelnde Höhen, werden plötzlich nervös, verkaufen hektisch ihre Aktien und lösen einen katastrophalen Kurssturz aus. Die traditionelle Antwort: Aktienkurse, die in keiner Relation zu den erwirtschafteten Gewinnen stehen, sind zu meiden. Die Ausnahme: Bei jungen Unternehmen, die künftige Erfolge versprechen, entscheidet die Hoffnung und nicht das Kurs-Gewinn-Verhältnis.
4.) Termingeschäfte, die einen Partner verpflichten, an einem bestimmten Tag zu einem bestimmten Kurs Aktien zu verkaufen, werden abgeschlossen, ohne dass der Partner die Aktien tatsächlich hat. Ist der Kurs am Fälligkeitstag viel höher als der versprochene Preis, muss der Schuldner die Aktien teuer kaufen und zum versprochenen Preis abgeben. Das Ergebnis ist ein enormer Verlust - eine der Hauptursachen für die vielen Bankenkrisen. Die traditionelle Antwort, die sogar in Gesetzen verankert war: Bei Termingeschäften muss der Schuldner die Aktien haben.
5.) Die Gehälter vieler Manager orientieren sich zu einem beachtlichen Teil am Kurs der Aktien des jeweiligen Unternehmens. Somit haben diese Manager ein persönliches Interesse an hohen Aktienkursen. Ein probates Mittel, um die Börse zu beeindrucken, sind hohe Wertzuwächse der Anlagen, die mit Hilfe des "fair-value"-Prinzips  - siehe 2. - recht einfach "darzustellen" sind, und den Aktionären als "Gewinn" präsentiert werden. Die traditionelle Antwort: Manager bekommen Gagen nur in Relation zu den tatsächlich realisierten Gewinnen.
6.) Die Währungskurse verlieren den Bezug zur Kaufkraft. Die Notenbanken hecheln hilflos hinter den Katastrophen her, die verantwortungslose Banker und Spekulanten anrichten. Die traditionelle Antwort: Der Internationale Währungsfonds agiert als Bank der Notenbanken und schnürt ein Korsett, das der Geldwirtschaft weltweit enge
Grenzen setzt.

Genossinnen und Genossen ich sage Euch, wir brauchen nicht die Bank für Gemeinwirtschaft, nein wir brauchen die sozialistische Solidarbank, wir brauchen die vergesellschaftete Gesellschaft. "

Der Bundesparteitag jubelt, Josef Ackermann wird mit allen Vollmachten ausgestatteter Parteivorsitzender auf Lebenszeit und Vorstandsvorsitzender der Solidarweltbank!

Dieter Braeg







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