Gen-Mais MON810: 70 Prozent der Deutschen und 80 Prozent der Bayern verlangen von Seehofer ein Verbot

15.09.08
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Aktion fordert von Minister Seehofer politische Schritte statt vager Versprechen

(München.) Nach einer heute veröffentlichten Emnid-Umfrage verlangen 70 Prozent der Bundesbürger und 80 Prozent der Bayern, dass Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer ein Anbau-Verbot für den Gen-Mais MON810 in Deutschland erlässt. Selbst 75 Prozent der CSU-Wähler sprechen sich für ein Verbot aus. Die vom Online-Netzwerk Campact in Auftrag gegebene repräsentative Meinungsumfrage wurde heute während einer Aktion von einem breiten Bündnis aus Umwelt-, Bio- und Imker-Verbänden vorgestellt.

Auf dem Münchner Marienplatz tanzte eine große Seehofer-Puppe mit einer Europa-Figur Walzer. Gleichzeitig stiegen hunderte gelbe "Genpollen-Ballons" in den Himmel. Mit der Aktion unterstrichen die Organisationen ihre Kritik an der Weigerung Horst Seehofers, den Anbau von Gen-Mais in Deutschland zu verbieten. Es reiche nicht aus, dass er sich stattdessen in der EU für einen rechtsverbindlichen Status gentechnikfreier Regionen einsetzen wolle.

"Seehofer ignoriert mit seiner Weigerung, den Gen-Mais zu verbieten, den Willen der bayerischen Wähler. Stattdessen schmückt er sich kurz vor der Wahl mit dem vagen Versprechen, sich in Brüssel gegen Gentechnik einsetzen zu wollen", kritisiert Stefanie Hundsdorfer, Gentechnik-Campaignerin von Campact, in Anbetracht der Emnid-Umfrage.

"Ob sich Minister Seehofer in Brüssel mit seinen 26 europäischen Kollegen auf einen rechtsverbindlichen Status von gentechnikfreien Regionen einigen kann, steht in den Sternen. Jetzt muss er endlich handeln und den Gen-Mais hierzulande verbieten - so wie es Frankreich, Österreich und Polen vorgemacht haben", fordert Olaf Tschimpke, Präsident des Naturschutzbundes Deutschland (NABU).

"Wir freuen uns, dass Minister Seehofer im Wahlkampf endlich die gentechnikfreien Regionen für sich entdeckt und ihren rechtlichen Status in Brüssel stärken will. Doch dies darf nicht von einem Verbot des Gen-Mais MON810 ablenken", so Thomas Dosch, Präsident von Bioland Deutschland.

Hans Hohenester, Präsident von Naturland, kritisiert zudem scharf die Absicht Seehofers, in der EU die Zulassung von Gentechnik-Pflanzen alleine der Europäischen Lebensmittelbehörde EFSA zu überlassen: "Seehofer darf die Politik nicht entmachten. Die gentechnik-freundliche EFSA winkt schon bisher alle Zulassungsanträge durch. Setzt sich Seehofer durch, wäre der Durchmarsch der Gentechnik in Europa vorprogrammiert."

"Jetzt muss sich die Politik entscheiden - zwischen dem Fortbestand der gentechnikfreien Landwirtschaft und besonders der Imkerei in Deutschland und den Profitinteressen weniger Gentechnik-Konzerne. Mit Worthülsen im Wahlkampf ist es nicht getan", so Walter Haefeker, Präsident des Europäischen Berufsimkerbundes.


Download der Ergebnisse der Emnid-Umfrage unter:
http://www.genmais-stoppen.de/gentec/umfrage

 







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