Reallohnentwicklung am Ende in Deutschland? - aber bereits in EU-Europa!

20.09.08
TopNewsTopNews, Wirtschaft, Soziales 

 

Von Reinhold Schramm

Nach einer aktuellen Auswertung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der Hans -Böckler-Stiftung hat Deutschland die schwächste Entwicklung bei den EU - Reallöhnen zwischen 2000 und 2008.
Die Reallöhne sind hier zwischen 2000 und 2008 um 0,8 Prozent zurückgegangen. In allen anderen EU-Staaten stiegen die Löhne auch real und preisbereinigt. In mehreren mittel- und osteuropäischen EU-Beitrittsländern stiegen die Bruttolöhne im Vergleichszeitraum um mehr als 100 Prozent. In der 'alten' EU wiesen die Niederlande, Schweden, Finnland, Dänemark, Großbritannien, Irland und Griechenland die höchsten Reallohnsteigerungen auf, hier, zwischen 12,4 und 39,6 Prozent. In Frankreich stiegen die Bruttolöhne seit 2000 um 9,6 Prozent. Auch in Österreich, dem Land mit der zweitniedrigsten Wachstumsrate, um plus 2,9 Prozent.
Der Forscher am WSI der Hans-Böckler-Stiftung, Dr. Thorsten Schulten, sagt: "Deutschland hat eine hoch problematische lohnpolitische Sonderstellung, die sich zunehmend zugespitzt zeigt." Die Bundesrepublik liege trotz im EU-Vergleich niedriger Inflationsraten bei der Reallohnentwicklung konstant hinten. Die EU-Experten in Brüssel rechnen im Vergleich für Deutschland im Jahr 2008 erneut mit einem Reallohnrückgang. Ein Grund für den Rückgang der Reallöhne in Deutschland ist die rückläufige Tarifbindung, so bekamen die Beschäftigten im gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt niedrigere Lohnerhöhungen, als in den Tarifverträgen vereinbart wurde.
Ein Grund mehr für Tariflöhne zu kämpfen. Siehe hierzu auch bei LabourNet.de Germany: Lohndifferenz - "mit" und "ohne" Tarifvertrag", im Internet: http://www.labournet.de/diskussion/arbeit/realpolitik/kombilohn/niedrtarif.pdf







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