"Eine Grenze ist überschritten..."

02.09.08
TopNewsTopNews, Soziales, NRW 

 

Bad Oeynhausen/Herford/Bielefeld. "Eine Grenze ist überschritten", so formulierte eine Betriebsrätin die Situation an heimischen Krankenhäusern. Ursache ist die gesetzlich verordnete "Finanzierungsdeckelung", welche Kliniken und Pflegeeinrichtungen in eine permanente Unterversorgung stürzt, die mittlerweile auch durch massive Einsparungsbemühungen - insbesondere zu Lasten des Personals - nicht mehr aufgefangen werden kann.

Einen Eindruck von der stetigen Leistungsverdichtung bei Krankenhausangestellten gewann die Gesundheitsexpertin der Linksfraktion zunächst im Rahmen eines eintägigen "Praktikums" an den Kliniken in Bad Oeynhausen, bevor sie tags darauf einer Ver.di-Veranstaltung am Herforder Klinikum beiwohnte. Personalrat Andreas Nötzel verwies auf die katastrophale Situation, die zu einem Aktionsbündnis gezwungen habe, das demnächst in einer Großdemonstration am 25. September in Berlin münden werde. Unterstützung erhielt er von Ver.di-Sekretär Volker Hoppmann, der deutlich machte, dass nun alle aufgefordert seien, die hohen Steuereinnahmen der vergangenen Jahre nun auch den Krankenhäusern zugute kommen zu lassen. Dafür brauche es aber auch "den Druck von der Strasse."

Auch Betriebsrätin Elisabeth Rinawi von den Städtischen Kliniken Bielefeld kritisierte die gesetzlich angeordnete Konkurrenz unter den Krankenhäusern, was zu manigfachen Reorganisationen und Ausgliederungen geführt habe. Im Klartext hieße dies aber oftmals: "Die gleiche Arbeit für weniger Geld." Diese Methoden seien aber an ihren Grenzen angekommen und hätten zu einer enormen Leistungsverdichtung und einem stetigen Anstieg der Überstunden geführt. Viele Mitarbeiter stiegen mit Burn-out-Sydrom aus, in bestimmten Bereichen fehle es an Nachwuchs. Rinawi bedauerte es, dass sich die Bevölkerung mit dieser Situation zu wenig auseinander setze. "Natürlich kommen viele als Patienten oder Besucher mit den Umständen in Krankenhäusern in Berührung. Aber das wird anschließend ganz schnell wieder verdrängt."







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