Index Gute Ausbeutung 2010 für Deutschland vorgestellt

08.12.10
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von Reinhold Schramm

Aus der DGB-Sozialarbeit fürs deutsche Kapital.


Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) ist auch für die Sozialpartnerschaft zwischen der differenzierten wissenschaftlich-technischen Lohnarbeit und den BDI-BDA-DIHK-Banken - Kapital -zwischen Mehrwertschöpfung und privater Aneignung- in der Bundesrepublik Deutschland zuständig.

Der DGB-Index "Gute Arbeit" misst seit 2007 die Qualität der sozialverträglichen Ausbeutung am Urteil der abhängig Beschäftigten über ihre Arbeitsbedingungen. Er gibt damit den betrieblichen und gewerkschaftlichen Sozialpartnern (einschließlich der Bourgeoisie und ihrer Administration) Orientierungshilfe bei der Verbesserung und Harmonisierung der Ausbeutungsverhältnisse. Dazu führt der DGB jährlich bundesweit Repräsentativbefragungen durch. So wurden im Jahr 2010 die Daten von 4.150 Befragten ausgewertet.

Für 2010 liegt die Qualität der sozialpartnerschaftlichen Ausbeutungs- und Abhängigkeitsverhältnisse nach Einschätzung der befragten Lohnarbeiterinnen und Lohnarbeiter (Gehalts- und Lohnempfänger der differenzierten und abhängigen Arbeit) mit einem Wert von 59 Indexpunkten im unteren Mittelfeld und bedeutet für die DGB-Führung nur eine minimale Verbesserung bei der Harmonisierung zwischen Arbeit und Kapital gegenüber dem Vorjahr (2009: 58 Punkte).

"Erschreckend" ist das Ergebnis für den Sozialpartner, dass ein Drittel der Befragten ihre Arbeitsplätze als mangelhaft einstufen. Nur 15 Prozent der "Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer" bezeichneten ihre Arbeit als "gute Arbeit" bzw. "sie empfinden ihre Arbeit als nicht belastend" 52 Prozent der Arbeitsplätze "müssen wir aber immer noch als mittelmäßig beschreiben", so der DGB. - Da muss sich der Hundtsche BDA-Kapitalpartner für die Harmonisierung noch etwas bemühen.

Nach Ansicht der Befragten liegt diese Arbeitssituation in erster Linie an unzureichenden Einkommensbedingungen und an der belastenden beruflichen Unsicherheit. Aber auch der "Führungsstil" der Vorgesetzten und die "mangelnde Betriebskultur lassen oft zu wünschen übrig."So fühlten sich 42 Prozent der Befragten in "ihrem Betrieb" (?) aufgrund der Wirtschafts- und Finanzkrise unter Druck gesetzt. 64 Prozent berichteten, dass es im Betrieb Veränderungen in Folge der Krise gegeben habe. 46 Prozent waren mit betrieblichen Krisenreaktionen konfrontiert. Mehr als die Hälfte der abhängig Beschäftigten hatte verschiedene Formen von Arbeitszeitverkürzungen (Abbau von Überstunden bzw. "Aufbau von Minusstunden", Anordnung von Urlaub). Ein Viertel der Befragten klagen über Arbeitsintensivierung. 20 Prozent der "ArbeitnehmerInnen" berichten von Entlassungen und 18 Prozent über den Abbau von Leiharbeit im Betrieb. Für 13 Prozent der Befragten wurden Qualifizierungsmaßnahmen eingeführt. 14 Prozent berichteten über die Absenkung ihrer Arbeitslöhne bzw. "Entgelte".  

Der DGB-Index zu den Lebensbedingungen der Beschäftigten: 53 Prozent der Befragten geben an, dass sie im Jahr 2009 ihren Konsum eingeschränkt haben; 40 Prozent konnten weniger auf die hohe Kante legen; 30 Prozent mussten Guthaben bzw. Rücklagen auflösen, um sich und ihre Familien über Wasser zu halten; 20 Prozent haben weniger oder nichts mehr in die Altersvorsorge eingezahlt; 16 Prozent haben sich weiter verschuldet; 47 Prozent sind krank zur Arbeit gegangen.

Der sozialdemokratische DGB sagt: "Die Auswertung insgesamt zeigt, wie wichtig es ist, das Thema Gute Arbeit weiter in den Mittelpunkt gewerkschaftlicher Arbeit zu stellen." [1]

Nachtrag:
Ein notwendiger Nachtrag zur sozial-ökonomischen Arbeitsteilung von BDA und DGB in der "Sozialen Marktwirtschaft" des Kapitals. Zu den aktuellen und zukünftigen Optimierungsaufgaben bei der Harmonisierung und Ausbeutung der Lohnarbeit der beiden Sozialpartner.

Im BDA-Positionspapier "Fachkräftemangel bekämpfen - Wettbewerbsfähigkeit sichern" heißt es in der Zusammenfassung der ABC-Schlagzeilen der Textbeiträge unter anderem:

"Aktivierung Arbeitsloser zur Vermittlung bzw. Qualifizierung verbessern. - Bildungszeiten optimieren - früheren Eintritt ins Erwerbsleben ermöglichen. - Lebensarbeitszeit verlängern - Kompetenzen älterer Mitarbeiter nutzen. - Arbeitsmarktpotenzial von Frauen besser ausschöpfen. - Arbeitszeitvolumen und -verteilung optimieren. - Integration von Menschen mit Behinderungen [in die Kapitalverwertung] erleichtern. - Anerkennung im Ausland erworbener Abschlüsse verbessern. - Ausbildungsreife sicherstellen - Berufsorientierung stärken. - Anzahl An- und Ungelernter reduzieren. - Studienabsolventenzahl erhöhen - Studienabbrüche reduzieren - Beschäftigungsfähigkeit [für die K-Verwertung] sicherstellen. - MINT-Absolventenzahlen erhöhen. - Innovationsspielräume in der Arbeitsorganisation ausschöpfen." (BDA - "Die Arbeitgeber") [2]  

Der BDA-Präsident und Sozialpartner der DGB-Führung, Prof. Dr. Dieter Hundt: "Nur wenn sich auf allen zentralen Handlungsfeldern zur Fachkräftesicherung zügig und gleichzeitig etwas bewegt, können Arbeitsplätze und Wohlstand in Deutschland dauerhaft gesichert werden." - Seine Spezialdemokraten und Sozialarbeiter an der deutschen und europäischen Arbeitsfront dürften ihn - ebenso wie seine Bundesregierung und Lobby-Parlamentsmehrheit - verstanden haben.


Quelle vgl.: [1] DGB - am 07.12.2010: "Index Gute Arbeit 2010 vorgestellt".
www.dgb.de/themen/++co++90f391be-020b-11e0-4f29-00188b4dc422
[2] Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA). Hier: BDA-"Gesamtstrategie zur Fachkräftesicherung und Vorschläge für ein Sofortprogramm", Stand: Dezember 2010.
www.bda-obline.de/www/arbeitgeber.nsf/res/Fachkraeftesicherung-9-Punkte-Sofortprogramm.pdf


VON: REINHOLD SCHRAMM






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