"Sonnenschein" für Hungerlöhne


12.12.08
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"Ver.di" stellt Strafanzeige wegen Lohnwucher

Von Reinhold Schramm

Die Firma "Schulbusse Sonnenschein" zahlt ihren "qualifizierten Mitarbeitern" maximal 3,87 Euro pro Stunde. Hierzu liegen der "Frankfurter Rundschau" zwei Arbeitsverträge vor. Das Unternehmen bestreitet diese Zahlen. Laut "Ver.di" liegt der Stundenlohn unter zwei Euro, da die An- und Abfahrtzeiten nicht vergütet würden.
Die beiden Busfahrer aus Westfalen-Lippe arbeiten für die Niederlassung in Warendorf. Das Unternehmen hat seine Standorte in Offenbach, Mainz, Koblenz, Celle, Hannover, Wuppertal und Leipzig. Laut "Frankfurter Rundschau" heißt es auf der Firmenwebsite: "Rücksichtnahme und Einfühlungsvermögen auf die besondere Situation der von ihnen gefahrenen Menschen" sei für die Busfahrer selbstverständlich. "Schulbusse Sonnenschein" sei spezialisiert auf den Transport von Schülern und Behinderten. Laut Firma ist die Arbeit der Busfahrer "Dienst am Menschen". Statt 3,87 Euro bekommt ein Kollege in der Umrechnung nur einen Stundenlohn von 3,72 Euro. Da die An- und Abfahrtzeiten von jeweils 1,5 Stunden nicht erstattet werden, bleiben nach der Berechnung von "Ver.di" effektiv nur Stundenlöhne von 1,94 Euro übrig.  Die Firma sagt dazu, sie bezahle Pauschalen womit der Aufwand abgegolten sei.
Die Firma soll vor allem für staatliche Auftraggeber arbeiten: Landessozialämter, Landesverbände, Städte und Landkreise und auch der Landschaftsverband Westfalen-Lippe. - Der Landschaftsverband beurteile die Unternehmen "nach der Gesamtqualität" und der "Seriosität der vorgelegten Zahlen", so deren Sprecher. - Der Verband könne weder die "Kalkulationsgrundlagen der Firma", noch die Bezahlung der Busfahrer beurteilen.
Anmerkung hierzu: Die vereinigten und beauftragten staatlichen Schwindler dürften auch am Billigeinkauf von Dienstleistungen die mögliche 'Hungerlohnbezahlung' bei den Fremdfirmen berechnen können.
Nach Angaben der Frankfurter Rundschau stellte Ver.di Strafanzeige gegen die "Schulbusse Sonnenschein OHG Warendorf" und gegen den Gesellschafter Emil Sonnenschein. Unter den ca. 100 Mitarbeitern der Firma sind auch Hartz-IV-Empfänger. - Auch von den staatlichen 'JobCentern' wird demnach dieser Lohnwucher befördert.
Laut "Ver.di" liegt nach dem Tarifvertrag des "Verbands der Nordrhein Westfälischen Omnibusunternehmen" der Tariflohn bei 10,51 Euro pro Stunde. Demnach handelt es sich für alle Beschäftigten der Firma "Schulbusse Sonnenschein" um den Tatbestand des Lohnwuchers.
Nach dem Bericht der "FR" setzen auch die staatlichen "Offenbacher Verkehrsbetriebe" abends Kleinbusse von "Sonnenschein" ein, um Geld zu sparen. Von 100 Mitarbeitern der Verkehrsbetriebe sollen 95 Kollegen auf Minijob-Basis, für ca. sechs Euro pro Stunde, arbeiten.

Quelle: "FR-online.de" am 12.12.2008. Siehe den vollständigen Wortlaut: "Hungerlöhne" - "Tief im Westen" von Frank Lübberding, unter Mitarbeit von: Christoph Manus und Jörg Muthorst, im Internet: http://www.fr-online.de/top_news/1644503_Tief-im-Westen.html.







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