Afghanistan den Afghanen !


11.11.07
TopNewsTopNews, Internationales 

 

von Joga Twickel

I. Seit fast 30 Jahren steuern die USA die Politik Afghanistans.

Zbigniew Brzezinski, Sicherheitsberater Präsident Carters, berichtete, wie die USA die afghanischen Mudschaheddin unterstützten und damit 1979 den Einmarsch sowjetischer Soldaten in Afghanistan provozierten. Diese kämpften zehn Jahre, um die prosowjetische afghanische Regierung zu retten, dann zogen die Sowjettruppen demoralisiert aus Afghanistan ab. Auf die Frage: "Sie bedauern auch nicht, dass Sie den islamischen Fundamentalismus förderten, dass Sie die künftigen Terroristen bewaffneten und berieten?" antwortete Brzezinski: "Was ist wichtiger im Hinblick auf die Weltgeschichte? Die Taliban oder der Zusammenbruch des sowjetischen Imperiums? Einige muslimische Hitzköpfe oder die Befreiung Zentraleuropas und das Ende des Kalten Krieges?" (1) . Hier wird das wesentliche Interesse der Carter - Regierung für ihre Afghanistan-Politik klar ausgesprochen: die Niederlage der Sowjetunion, des weltpolitischen Rivalen. Die Islamisten, waren zu dem Zweck ideale Bundesgenossen. Bestens belegt ist, daß die USA einen dieser Islamisten, Osama bin Laden, 10 Jahre lang als Verbündeten gegen die Sowjets benutzten (2) . Danach änderte sich das, weil bin Laden seit dem 2. Golfkrieg, bei dem der saudische König Fahd 1991 eine halbe Million US Soldaten ins Land geholt hatte, von denen 20.000 auch nach dem Krieg dort stationiert blieben, die saudische und amerikanische Politik immer radikaler kritisierte. Seit 1998, den Anschlägen auf die US-Botschaften in Nairobi und Daressalam, wurde Osama bin Laden von den USA als Top-Terrorist verdächtigt und gejagt. Ihm wurde eine Unzahl von Terroranschlägen angelastet, zuletzt auch der 11.9. (3) .
Drei Milliarden Dollar für islamische Fundamentalisten
Insgesamt finanzierten die USA die islamistischen Kämpfer in Afghanistan mit über drei Milliarden Dollar, mit einer etwa gleich großen Summe beteiligten sich die Saudis. Die CIA unterstützte die Bemühungen des pakistanischen Geheimdienstes ISI, in anderen islamischen Ländern Kämpfer für den Heiligen Krieg zu akquirieren und sie in einem Netz von Lagern und "Religionsschulen" im pakistanischen Grenzgebiet ideologisch und militärisch auszubilden: zwischen 1982 und 1992 erhielten 35.000 radikale Moslems aus 43 islamischen Ländern ihre Feuertaufe bei den afghanischen Mudschaheddin. Dabei wurde das saudische Kontingent seit 1982 von Osama bin Laden geführt. Ab 1986 stellten die USA auch eigene Raketen und Berater für die Mudschaheddin. Die CIA, der britische M 16 und ISI planten darüberhinaus - um die Sowjetunion weiter zu destabilisieren - Überfälle afghanischer Mudschaheddin auf Dörfer der Sowjetrepubliken Tadschikistan und Usbekistan, die ab 1987 durchgeführt wurden.(3)
Die Finanzierung dieser Schattenpolitik der CIA erfolgte durch die Milliarden, die das Geschäft mit dem afghanischen Mohn abwirft. - Über den Schlafmohnanbau in Afghanistan wird üblicherweise bei uns so berichtet: eine neue Rekordernte wird erwartet (2007 werden daraus 8.200 Tonnen Opium gewonnen, 2.100 Tonnen mehr als im Vorjahr); überwiegend wird der Anbau im Süden des Landes betrieben, den die Taliban beherrschen - die davon profitieren und neue Waffen kaufen. Die afghanische Regierung, die USA und die ISAF müssen ihre Anstrengungen verstärken, den Mohnanbau zurückzudrängen und den Drogenhandel zu unterbinden. Da werde man im nächsten Jahr Erfolge verbuchen. So etwa wird bei uns in den Medien berichtetet.(4) - Tatsächlich ist es so, daß der Bruder des afghanischen Präsidenten Karsai der größte Drogenhändler des Landes ist und etliche hohe Regierungsbeamte und Parlamentsmitglieder mit ihm. Die USA beaufsichtigen über CIA-Beamte hunderte Heroinlabors, die der Pakistanische Geheimdienst ISI entlang der Grenze eingerichtet hat. "Nach aktuellen Schätzungen der indischen Regierung war das Heroingeschäft Pakistans mit einem Volumen von 11 Mrd. Dollar im Jahr 1999 30% größer als der gesamte Staatshaushalt, der ohne diese verschwiegene Finanzierung nach 10 Jahren Rezession längst kollabiert wäre... Für 10 Kilo Opium - aus denen ca. 1 Kilo Heroin gewonnen werden - erhält der afghanische Bauer nur 300 $. Das Kilo Heroin kostet "ab Werk" dann schon 10.000 $ und bis es dann, zigfach gestreckt und gepanscht, in 1-Gramm-Tütchen bei Endkunden in Europa oder USA landet, sind daraus 100.000 $ geworden" (5). So zeigt sich, daß - die Bauern ein karges Einkommen durch den Drogenanbau haben, - die Taliban durch die auf jedes Kilo Opium erhobenen Steuern ein Vielfaches davon einnehmen, - die enormen Gewinne durch den Verkauf des Heroins aber in den Staatshaushalt Pakistans, die Taschen der afghanischen und internationalen Drogenmafia und der CIA fließen, die traditionell miteinander verflochten sind (6) und (7). Weder die USA - zur Finanzierung der geheimdienstlichen Operationen, die kein Kongress genehmigen würde - noch Pakistan, noch die Taliban, noch die afghanischen Drogenbarone werden auf die Drogengelder verzichten. So zahlen die Heroinabhängigen aller Länder - rasch zunehmend darunter auch Afghanen und Pakistanis sowie US- und andere Nato-Soldaten - bar und mit ihrem Leben ein in die Kriegskassen des Afghanistankriegs. Und alle angekündigten und pro forma durchgeführten Antidrogenkampagnen der Beteiligten sind reine Irreführung der Öffentlichkeit.

Nach dem Abzug der Sowjets begann ein bis heute andauernder destruktiver Machtkampf unter den Anführern der Gotteskrieger. Es tauchten die radikalen paschtunischen Taliban 1994 aus den rivalisierenden Gruppen der Mudschaheddin auf, eroberten 1996 Kabul und die Macht im größten Teil des Landes. Anfänglich sowohl von den Afghanen als auch dem Westen als siegreiche Ordnungsmacht im Kriegschaos begrüßt, stieß ihre rigorose Durchsetzung einer brutalen Auslegung der Scharia bald im Land wie in der westlichen Öffentlichkeit auf Entsetzen und Ablehnung. Es gab aber durchaus ideologische Übereinstimmung mit dem saudischen Wahabismus Osama bin Laden's und seinen 'Arabischen Afghanen'.
Es geht um Öl, Gas und geostrategische Positionen
Die USA erkannten die Taliban nicht offiziell als afghanische Regierung an, doch verhandelten sie, teils offen, teils geheim, ständig mit ihnen - bis heute. Dabei ging es ihnen vor allem um den Bau einer Öl - Pipeline aus dem Kaspischen Feld durch Turkestan, Afghanistan und Pakistan zum Arabischen Meer. Auf dieser Route wäre der Öltransport sowohl russischem als auch iranischem Einfluß entzogen worden (8). Parallel hatten die USA aber auch verdeckt gegen die Taliban gearbeitetet (9) , und die Invasion Afghanistans direkt vorbereitet (10).

Mit dem 11.9. 2001 kam dann die offene Wende in der Afghanistan Politik der US Regierung. Wenige Stunden nach den Attentaten auf das World Trade Center und das Pentagon wurde Osama bin Laden von US-Regierungsbeamten und den Medien als Drahtzieher der Terroranschläge in's Visier genommen. Osama habe mit seinen Leuten, die nun als Terrornetzwerk Al Kaida in die Öffentlichkeit kamen, aus den Bergen Afghanistans die Anschläge geplant und geleitet. Bis heute ist diese Behauptung Bush's durch keinerlei gerichtsverwertbare Beweise belegt (11). Ultimativ forderte die Bush-Regierung die Taliban auf, bin Laden auszuliefern. Als diese das ohne vorliegende Beweise verweigerten, starteten die USA und die NATO unter Bruch des Internationalen Völkerrechts die Operation Enduring Freedom, die Bombardierung und Besetzung Afghanistans (12) .
Bush behauptet von Kriegsbeginn an, so gerade noch im August: "Wir kämpfen für die Möglichkeit, dass Frauen und Männer im Nahen und Mittleren Osten ihr Schicksal verwirklichen und Gesellschaften basierend auf Freiheit, Gerechtigkeit und Menschenwürde aufbauen können... Solange wir unseren Idealen treu bleiben, werden wir die Extremisten im Irak und Afghanistan besiegen. Wir werden den Menschen in diesen Ländern helfen, im Herzen des Nahen und Mittleren Ostens funktionierende Demokratien aufzubauen."(13). Tatsächlich passiert das Gegenteil - seit 2001 in Afghanistan. Tausende Kriegsgefangene wurden in bis heute vertuschten Massakern getötet (14). Die US Luftwaffe bombardierte - entgegen allen offiziellen Dementis - neben den gegnerischen Kämpfern systematisch die Zivilbevölkerung und zivile Einrichtungen (Wasserleitungen, Krankenhäuser, Sendegebäude von Al Dschasira ). Strategisches Ziel des Gemetzels: die Bevölkerung gegen die Taliban aufzubringen. Zigtausend Zivilisten wurden so getötet - und die Amerikaner sind längst verhasster als die Taliban (15). Aber derjenige, den zu fangen oder zu töten die USA angeblich nach Afghanistan kamen, Osama bin Laden, ist bis heute nicht unter den Opfern amerikanischer Bomben. Viel spricht dafür, dass die US Regierung ihn im November 2001 aus dem Tora Bora Gebiet entkommen ließ, da er als 'Gesicht des Terrors' bis heute propagandistisch unentbehrlich ist (16) (17).
Was ist in Richtung Demokratisierung passiert ? "Diese Menschen, die im Jahr 2001 auf der Afghanistan-Konferenz auf dem Petersberg zu den neuen afghanischen Machthabern gemacht wurden, sind Kriegsverbrecher, Heroin-Barone und frühere Mudschaheddin-Kommandanten. Das sind genau die Leute, dieAfghanistan seit 1992 sukzessive zerstört haben. Auf der Petersberg-Konferenz wurde Afghanistan warlordisiert, also dem Einfluß islamistischer Kriegsfürsten unterstellt." (18) und (19). Man wollte sie für den Krieg gegen die Taliban benutzen. 2004 wurde mit der neuen Verfassung ein Präsidialsystem eingeführt "Weil die USA kein anderes Regierungssystem zugelassen haben... Weil das neue Afghanistan mit einem mächtigen Präsidenten viel leichter politisch zu beeinflussen ist als mit einem starken Parlament...Daß die Wahl gerade auf Karsai fiel, ist natürlich kein Zufall. Er ist ein bedingungsloser Erfüllungsgehilfe der USA und steht schon seit den Jahren des afghanischen Bürgerkrieges beim CIA unter Vertrag." (20). So ist Präsident Karsai's Position laut Verfassung sehr stark, real jedoch denkbar schwach, da er als US-Marionette so gut wie keinen Rückhalt in der afghanischen Bevölkerung hat und Unterstützung nur bei den Invasoren und mit ihm paktierenden lokalen Machthabern hat.
Mit dem Chaos, das sie so verbreiten, ist der Anfangsbonus, die Gewaltherrschaft der Taliban gebrochen zu haben, in der Bevölkerung längst verbraucht, wird deshalb die Lage auch für die Besatzer immer gefärhrlicher. 2005 wurden 2398 Selbstmordattentate, Anschläge mit Straßenbomben und direkte Angriffe gegen die Invasoren gezählt, 2006 war die Zahl der Attacken auf 6358 gestiegen. Für 2007 wird eine weitere Verdoppelung erwartet. Die im Frühjahr 2007 gestartete Offensive des neuen amerikanischen Nato - ISAF - Oberstkommandierenden General Mc Neill gegen die Taliban verlief kläglich im Sande. Zwischen September 2006 und Juli 2007 gerieten immer mehr Gebiete in die Hände des Widerstandes, verlor die Zentralregierung etwa die Hälfte der von ihr noch kontrollierten Gebiete. (21)
Wie um das Chaos vollständig zu machen, akzepierten die Amerikaner und die NATO, daß im September 2006 im südöstlich von Kabul gelegenen Grenzgebiet Nordwaziristan ein Abkommen zwischen den lokalen Autoritäten Pakistans und auf afghanischer Seite sieben Talibanführern unterzeichnet wurde. Kurz gesagt bestand das Abkommen aus einem Bündel deeskalierender Maßnahmen, darunter dem Rückzug des pakistanischen Militärs aus der Region und Friedenspflicht ebendort für die lokalen Autoritäten, meist Talibanführer. Ausländer ( = Al Kaida, hauptsächlich aus Saudi Arabien und anderen moslemischen Ländern) wurden ausgewiesen; falls sie aber nicht ausreisen konnten, weil sie steckbrieflich gesucht wurden, konnten sie unter der Bedingung, daß sie sich friedlich verhalten, bleiben. Praktisch wurde damit die bis dato durch pakistanische Soldaten unter hohen Verlusten notdürftig kontrollierte Grenze völlig geöffnet und Al Kaida und den Taliban wurde ein Gebiet eingeräumt, in dem Aufenthalt und Zusammentreffen gestattet ist. Das Ergebnis des Abkommens ist also unterm Strich wohl so zu beurteilen: "Wer die Grenze und Nordwaziristan in dieser Weise öffnet
* lockt auch solche Kämpfer an, die vorher nicht Zuflucht in Pakistan gesucht hätten,
* erweitert somit den Kreis der Talibankämpfer,
* destabilisiert auf diese Weise die Grenzregion,
* sorgt in letzter Konsequenz für das Erstarken des gesamten Widerstands." (22)
Es wird deutlich, daß mitnichten "Demokratisierung", "Freiheit, Gerechtigkeit und Menschenwürde", wie von Bush behauptet, die Gründe für die Invasion der USA in Afghanistan sind. Es geht um einen langfristigen Aufenthalt amerikanischer Soldaten und mit ihnen verbündeter NATO - Truppen in diesem Land. Der britische Botschafter in Kabul, Sir Sherard Cowper-Coles spricht von 30 Jahren(23). Der CDU Bundestagsabgeordnete Willy Wimmer spricht Klartext über das Vorgehen der USA: "Die USA nutzen von "humanitärer Intervention" bis "regime change" alle Kampfbegriffe, die seitens der Briten im 19. Jahrhundert verwendet wurden, um unter globalen Aspekten ihre Kolonialinteressen durchzusetzen. Die hinter der Fassade verborgenen Ziele sind oft alles andere als humanitärer Natur"(24).
So begann die Bush-Regierung gut 10 Jahre nach dem Ende des Kalten Krieges mit dem 11.9. im ureigensten Interesse einen neuen, diesmal heißen und globalen Krieg, angeblich den "War on Terror", tatsächlich einen Angriffskrieg um Öl und Gas und Herrschaft in muslimischen Ländern. Die Perspektiven dieses Krieges sind langfristig; US Vizepräsident Cheney spricht von 30 bis 40 Jahren, auf die man sich einstellen müsse. Das sichert dem miltärisch - industriellen Komplex weltweit hohe Profite und maximalen innen- und aussenpolitischen Einfluß. Mit ihren Militärbasen und der Stationierung von 20.000 Soldaten in Afghanistan sind die USA dabei, ihre geostrategischen Ziele in der zentralasiatischen Region militärisch abzusichern. Die 'Seidenstraßenstrategie', die der US Kongress 1999 beschloss, formulierte diese Ziele: in einer Region, die sich vom Schwarzen Meer bis an die chinesische Grenze erstreckt, soll eine von den USA kontrollierte 'Freihandelszone' aus 8 ehemaligen Sowjetrepubliken errichtet werden - darunter Kasachstan, Turkmenistan und Usbekistan mit ihren gewaltigen Öl- und Gasfeldern. Zitat: "Zu den erklärten Zielen der US-Politik im Hinblick auf die Energieressourcen in dieser Region gehört es, (... )Russlands Monopol über die Öl- und Gastransportrouten zu brechen (...), den Bau von Ost-West-Pipelines zu ermutigen, die nicht durch den Iran verlaufen, sowie zu verhindern, dass der Iran gefährlichen Einfluss auf die Wirtschaften Zentralasiens gewinnt (...)." (25) Daneben hat Afghanistan hohen geostrategischen Wert als Nachbar der 4 Atommächte Russland, China, Indien und Pakistan(26).
Daß China und Rußland und Iran dem nicht tatenlos zusehen, sei hier nur kurz angemerkt. Am 16. Oktober fand der Kaspi-Gipfel der fünf Anrainerstaaten des Kaspischen Meeres Russland, Aserbaidschan, Iran, Turkmenistan und Kasachstan in Teheran statt. Die Staaten gaben dem Iran unter Federführung Moskaus klare Rückendeckung im aktuellen Konflikt mit den USA und schlossen Angriffe von ihrem Territorium auf den Iran kategorisch aus (27) und (28). Bereits seit zehn Jahren arbeiten die Staaten der Shanghai Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) am Ausbau ihrer Beziehungen. Das Bündnis umfasst China, Russland und die zentralasiatischen Republiken Tadschikistan, Kasachstan, Usbekistan und Kirgistan (29).
Es ist klar erkennbar, daß diese Zusammenschlüsse gegenwärtig der andauernden imperialistischen Invasionspolitik der USA und der Nato in der ganzen Region gegensteuern wollen und zunehmend auch können.
Die Mainstream - Nachrichten seit September über einen Kurswechsel der USA in Afghanistan - hin zu Gesprächen mit den Taliban - zeigen erneut: natürlich geht es nicht um die Befreiung Afghanistans von Terroristen, sondern darum, sich dort dauerhaft einzurichten. Wenn es nicht ohne die Taliban geht - dann eben mit ihnen. "Thomas Ruttig, Afghanistan-Experte der Stiftung Wissenschaft und Politik, rät zwar dazu, abzuwarten, was von den vielen Gerüchten um die angeblichen Gespräche Substanz habe. Doch es deute einiges darauf hin, dass die USA in Afghanistan einen Kurswechsel einschlagen und auf Gespräche mit dem Gegner setzen, so Ruttig zur taz. Nach Berichten der afghanischen Agentur Pajhwok hat sich auch die Nato positiv zu Gesprächen mit den Taliban geäußert. Militärische Mittel könnten zwar Stabilität schaffen, aber dauerhafter Frieden könne nur durch Gespräche mit den Gegnern erreicht werden, so der zivile Sprecher der Nato, Nicholas Lunt" (30).
Innenpolitische Folgen des sogenannten "War on Terror"
Die innenpolitischen Folgen des weltweiten sogenannten Kriegs gegen den Terror gehen an die Wurzeln unserer bürgerlichen Freiheiten. "Der Schock des 11. September 2001 hat in den Ländern des Westens zu einer beispiellosen Beschleunigung der Transformation des Straf- und Strafverfahrensrechts geführt. Unmittelbar nach dem Gewaltakt, binnen Monaten und manchmal binnen Tagen, haben die Regierungen Regelungen in Kraft gesetzt, die allgemeine und individuelle Freiheitsrechte beschneiden. Dabei handelt es sich um einen regelrechten Systembruch, denn was auf dem Spiel steht, ist nicht weniger als die schiere Existenz der Rechtsstaaatlichkeit wie wir sie kennen" (31) bzw. (32). Von der Bush- Administration im eigenen Land (33) und weltweit vorangetrieben, geht es darum, den Bürgern durch immer neue Notstands- und Ausnahmegesetze ihre verfassungsmässigen Freiheitsrechte zu nehmen und sie den staatlichen und internationalen Organisationen zu übertragen, damit diese im Namen von Freiheit und Demokratie im Kampf gegen den Terror immer ungehinderter gegen jeden Verdächtigen durchgreifen können. Bush 'scherzte' inzwischen dreimal öffentlich, daß das Regieren viel einfacher wäre, wenn er Diktator wäre (34).
In den nächsten Tagen folgt ein zweiter Teil: Deutschland Seit an Seit mit den USA.
Quellen:
1. http://www.vsp-vernetzt.de/soz/0122092.htm
2. http://www.inprekorr.de/360-chos.htm#fn1
3. http://www.trend.infopartisan.net/trd1001/t241001.html
4. http://www.europolitan.de/cms/?s=ep_tagesmeldungen&mtid=7959
5. http://www.heise.de/tp/r4/artikel/9/9765/1.html
6. http://zmag.de/artikel/The-Week-Online-Interview
7. http://www.druglibrary.org/schaffer/heroin/mccoy1.htm
8. http://www.friedenskooperative.de/themen/deeska71.htm
9. http://www.wsws.org/de/2001/nov2001/plan-n22.shtml
10. C. Hörstel: Sprengsatz Afghanistan, 2007, S. 181/82.
11. http://www.teamliberty.net/id267.html
12. http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/science/boyle.html
13. http://vienna.usembassy.gov/de/policy/bush74.htm
14. http://www.wsws.org/de/2002/dez2002/dora-d31.shtml
15. C. Hörstel, 2007, S.62 ff.
16. http://www.ask1.org/modules.php?name=dieredaktion&file=artikel&id=75
17. http://www.cooperativeresearch.org/entity.jsp?entity=osama_bin_laden&startpos=400
18. http://www.bpb.de/publikationen/TBF29X,1,0,Afghanistan_nach_den_Taliban.html
19. http://zmag.de/artikel/die-usa-haben-den-fundamentalismus-nach-afghanistan-zuruckgebracht
20. http://www.eurasischesmagazin.de/artikel/?artikelID=20040104
21. C. Hörstel, 2007, S.15 ff
22. ebenda, S. 73 ff
23. http://www.jungewelt.de/2007/10-08/043.php
24. http://www.freitag.de/2007/31/07310701.php
25. http://mygomera.de/archiv/03-02-17_warum_krieg.html
26. M. Chossudovsky: Gobal Brutal, Frankfurt, April 2002, S.389 ff.
27. http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=4517&Alias=wzo&cob=307894
28. http://www.aktuell.ru/russland/politik/russland_und_iran_kein_truppenaufmarsch_gebiet_3433.html
29. http://www.linkezeitung.de/cms/index.php?option=com_content&task=view&id=3247&Itemid=214
30. http://www.taz.de/index.php?id=start&art=4630&id=asien-artikel&src=AR&cHash=e4bc45e9d0
31. http://www.attac.de/service/downloads/podcast/cast/AttacPodCast.xml
32. http://www.blaetter.de/artikel.php?pr=2393
33. http://annakuehne.twoday.net/stories/3764329

 


VON: JOGA TWICKEL

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