Jugendaufruf: Her mit dem schönen Leben!


05.04.08
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Her mit dem Recht auf Bildung, gute Ausbildung & Arbeit!

Jeden Tag erleben wir, dass dem Großteil unserer Generation jede Zukunftsperspektive verbaut wird. Im dreigliedrigen Schulsystem fallen vor allem jene nach unten, die keine wohlhabenden Eltern haben. Nach der Schule warten Studiengebühren, Ausbildungsplatzmisere oder Hartz IV. Wenn der Einstieg in den Beruf nach etlichen Praktika dann endlich klappt, dann häufig nur mit miesen Löhnen und unsicheren Arbeitsverträgen.

Wir wollen uns mit diesen Verhältnissen nicht mehr abfinden, wir haben die ständige Unsicherheit satt! Auf den Demonstrationen am 1.Mai 2008 wollen wir - SchülerInnen, Azubis und Studierende - den Bildungs- und Ausbildungskillern die Zähne zeigen!

Was fordern wir?

Her mit dem Recht auf Bildung!

In der Schule wird unser Recht auf Bildung unter Beschuss genommen: die Klassen sind überfüllt, die Schulen oft baufällig, die LehrerInnen gestresst. Und immer häufiger fällt der Unterricht ganz aus. Konkret heißt das: Du sitzt in Schulklassen mit 30 anderen SchülerInnen, wirst von überarbeiteten LehrerInnen und mit veraltetem Lehrmaterial einem immer härteren Prüfungs- und Notendruck ausgesetzt. Wer aufmuckt bekommt schlechte Kopfnoten rein gedrückt.

Bildung wird dazu immer stärker vom Geldbeutel der Eltern abhängig - durch das überholte dreigliedrige Schulsystem mit seiner sozialen Auslese, aber auch durch die Einführung von Büchergeld in Höhe von zum Teil 100 Euro und durch die schleichende Privatisierungspolitik im Bildungsbereich.

Wenn wir keine Privatschulen besuchen können oder Schulen, die von der Wirtschaft gesponsert werden, um ihre zukünftigen Fachkräfte heranzuzüchten, trifft uns dieser allgemeine Bildungsabbau mit voller Härte. Das Auslesesystem von Gymnasium, Real- und Hauptschule sorgt dafür, dass uns in frühster Jugend unser zukünftiger Platz in der Gesellschaft verordnet wird. Und gerade für HauptschülerInnen heißt dieser Platz immer häufiger: Arbeitsagentur.

Mehr denn je gilt: Jugendliche aus Erwerbslosen-, Arbeiter- und Angestelltenfamilien haben im deutschen Schulsystem schlechtere Chancen. Diesem Schulsystem sagen wir den Kampf an!

Wir fordern:

Kostenfreie Bildung für alle - weg mit dem Büchergeld!Bildungsblockaden einreißen: Dreigliedriges Schulsystem entsorgen - EINE Schule für ALLE!

Mehr Geld für Bildung! Kleinere Schulkassen mit max. 20 SchülerInnen, keinen Unterrichtsausfall mehr und eine moderne Schulausstattung!

Lernen muss Spaß machen! Schluss mit der Überlastung durch Hausarbeiten und der Prüfungsangst. Wir wollen mehr Freizeit - für alle und zwar umsonst!

Bildung muss öffentlich bleiben, sie ist keine Ware - Unternehmen raus aus unseren Schulen!

Nie mehr prekär - Her mit dem Recht auf gute Ausbildung & Arbeit!

Die Bundesregierung redet vom wirtschaftlichen Aufschwung bei den Ausbildungssuchenden, beiuns kommt er nicht an. Über 300.000 betriebliche Ausbildungsplätze fehlten offiziell zum Ausbildungsbeginn 2007. Weitere 300.000 Jugendliche, die sich bereits in den Jahren zuvor beworben haben, sind auch 2007 leer ausgegangen. Diese von den Unternehmen produzierte Ausbildungskatastrophe verbaut einem immer größeren Teil unserer Generation einen Berufseinstieg und somit jede Zukunftsperspektive.

Die Ausbildungsplatzmisere zwingt uns geradezu jeden Ausbildungsplatz und jeden Job anzunehmen. Jugendliche werden in Ausbildungen gedrängt, die Unternehmen einzig und allein anbieten, um billige Arbeitskräfte zur Verfügung zu haben. Ein immer größerer Teil der Azubis muss unbezahlte Überstunden schieben, ausbildungsfremde Tätigkeiten ausführen und sieht seinen Ausbilder meist nur in der Mittagspause. Dies führt dazu, dass mittlerweile 15% der Azubis durch die Abschlussprüfung fallen.

Weil Arbeitsplätze u.a. durch Arbeitzeitverlängerungen vernichtet werden, gleicht eine Übernahme im Betrieb nach der Ausbildung immer mehr einem Lottogewinn. Keine Übernahme heißt: Hartz IV oder das Schuften in prekären Arbeitsverhältnissen - meistens für einen Lohn auf Hartz-IV-Niveau. Beidem sagen wir den Kampf an!

Wir fordern:

Qualifizierte Ausbildungsplätze für alle - her mit der Umlagenfinanzierung!

Unternehmen, die nicht ausbilden müssen blechen!

Hartz IV überwinden - her mit einer angemessenen und repressionsfreien Grundsicherung. Her mit dem gesetzlichen Mindestlohn!

Keine Chance der 40-Stundenwoche - Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich!

Her mit dem kostenfreien Studium - offene Hochschulen jetzt!

Studieren kostet inzwischen richtig viel Geld. In vielen Bundesländern wird die Gebührenschraube angezogen - bis zu 500 Euro Uni-Maut müssen viele Studierende neben den allgemeinen Lebenshaltungskosten noch zusätzlich berappen. Die Folge: die Zahl derjenigen, die auf ein Studium verzichten, weil sie sich vor einem Schuldenberg fürchten, wächst. Andere brechen ihr Studium ab, weil der Stress zwischen Hörsaal und Nebenjob zu groß wird. Die neuen Bachelor-Studiengänge ziehen für die meisten SchulabgängerInnen nochmals höhere Hürden. Denn ein voll gepacktes Studienprogramm mit Anwesenheitspflicht lässt oft keine Zeit fürs Geldverdienen.

Während auch die öffentlichen Hochschulen aus allen Nähten platzen, weil sie seit Jahren hochgradig unterfinanziert werden, schafft die herrschende Politik jetzt die so genannten Elite-Unis: Leuchttürme in der Bildungswüste.

Das alles hat mit Chancengleichheit nichts mehr zu tun - Hochschulen sind bald ein Ort ohne Kinder von GeringverdienerInnen.! Dieser Politik sagen wir den Kampf an!

Wir fordern:

Verbot von Studiengebühren - kostenloses Studium und ein BAföG-Satz, der ein eigenständiges Leben ohne Nebenjobs ermöglicht!

Weg mit dem Numerus Clausus und allen Zugangsbeschränkungen - offene Unis für alle!

Es reicht es reicht schon lange!

Aber der Anfang liegt bei Dir. Damit sich was verändert, musst Du Dich einmischen. Es hilft kein Ducken, verhandeln oder betteln sondern nur eines: Widerstand leisten. Demonstrationen und Streiks von SchülerInnen und Studierende gegen Bildungsabbau, Kampagnen von Schülervertretungen und Gewerkschaftsjugenden gegen den Ausbildungsplatzmangel und andere Aktionen zeigen, dass der Widerstand langsam wächst. Dieser Widerstand muss lauter werden. Zeigen wir deshalb den Bildungs- und Ausbildungsplatzkillern auf den Demonstrationen am 1. Mai 2008 die rote Karte!

Allein, machen sie uns ein - gemeinsam gehört uns die Zukunft!

• Anne Widder, Vorsitzende der ver.di-Jugend Hamburg_

• Katharina Horn, stellv. hessische Landesschulsprecherin

• Mehmet Perisan, IG BAU-Jugend Bundesvorstand

• Regina Weber, fzs-Vorstand - freier zusammenschluss von studentInnenschaften e.V.

• Pia Lücker, Mitglied des Landesvorstandes der LSV NRW

• Sonja Staak, ver.di Berlin

• Hans Riegel AStA Vorsitzender TFH Berlin

• Michael Grüß, Bundesvorstand SDAJ

• Konstantin Bender, Rlp. GEW-LaSS-Sprecher

• Franziska Drohsel, Juso-Bundesvorsitzende

• Haimo Stiemer, Bundessprecher Linksjugend [solid]

• Daniel Wucherpfennig, Bezirksjugendsekretär DGB-Jugend Berlin-Brandenburg

• Paula Riester, Bundessprecherin der Grünen Jugend

• Lennert Beek, stellv. Landesschülersprecher Schleswig-Holstein

• Katharina Peters, BezirksschülerInnensprecherin Düsseldorf

• Tanja Wedel, JAV-Vorsitzende - Daimler Hamburg

• Lars Buchholz, Bezirksjugendsekretär IGM Jugend Berlin Brandenburg Sachsen

• Martina Hartung, medien.k.ind in ver.di

• Manuel Bornfelder, JAV Stadt Hagen

• Anja Gadow, Hochschulpolitische Referentin TFH Berlin

• Yusuf As, IG Metall Migrantenausschuss Mannheim

• Maria Andreacchi, Vorsitzende ver.di-Jugend Rheinland-Pfalz und Saar

• Pascal Annerfelt,Gesamtjugendvertreter Braun GMBH

• Olaf Gruß, DGB-Jugendsekretär Frankfurt a.M.

• Lukas Wolf, BezirksschülerInensprecher Essen

• Martin Donat, Jugendsekretär IG Metall Halle / Dessau

• Kai Padberg, Landesschülerat Niedersachsen

• Danijela Pavlovic, OJA IGM Nürnberg

• Annika Wahlen, Bezirksjugenvorstand Ver.di Südwestfalen

• Kristen Heineng, Jugendsekretärin ver.di Südwestfalen

• Taylan Ronaesin, JAV ThyssenKrupp Schulte Siegen

• Mahir Sahin, Betriebsrat USM Krefeld

• Olaf Schwede, DGB-Jugendbildungsreferent Hamburg

• Tobias Höfler, Delegiertenversammlung IGM Fürth

• Kevin Voß, Vorsitzender ver.di-Jugend Bayern

• Christian Lindner, Jugendsekretär ver.di Köln

• Thomas Liermann, JAV Kölner Verkehrsbetriebe

• Stefan Jagel, Vorsitzender ver.di-Jugend München

• Aram Ali, Landesschülerrat Niedersachsen

• Kutlu Yurtseven, Microphone Mafia

www.jugendaufruf.de







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