Weitere Repressionen bei antisexistischen Aktionen gegen das Christival in Bremen

04.05.08
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Polizei nimmt 32 friedliche Demonstrant_innen gegen das Christival- Seminar „Sex ist Gottes Idee – Abtreibung auch?" fest.

Am Samstag den, 3.5.08 um ca. 14:00 blockierten Christival- Gegner_innen friedlich den Eingang des bereits in die Kritik geratenen Seminars der Birke e.V. mit dem Titel „Sex ist Gottes Idee – Abtreibung auch?". Die Polizei kesselte die Demonstrant_innen ein, schirmte gemeinsam mit Christival-Ordner_innen die Kritiker_innen mit Bussen von der Öffentlichkeit ab, fesselte die Teilnehmer_innen mit Kabelbindern und filmte sie einzeln, bevor sie in Gewahrsam genommen wurden. „Jede Frau soll selbst über ihren Körper bestimmen können. Die Birke e.V. spricht Frauen eben dieses Recht ab, darauf wollten wir mit unserer Aktion aufmerksam machen", sagt Anna Waschnitzky, eine der Teilnehmerinnen.

Freitag hatten einige Homosexuelle gegen einen Vortrag in der Martini-Gemeinde protestiert, der sich auf das abgesagt Seminar „Homosexuelle verstehen – Wege zur Veränderung" bezog. Im Anschluss wurden sie von Polizist_innen angegriffen. „Die Polizei ging heute und gestern völlig unverhältnismäßig vor!", so Waschnitzky weiter.

Mit einem bunten Transparent und einem Redebeitrag machten die Blockierer_innen, am Samstag auf das Selbstbestimmungsrecht von schwangeren Frauen aufmerksam. In direkten Gesprächen wurde versucht, junge Festival- Besucher_innen für kritische Themen zu sensibilisieren. Die Blockade verlief friedlich. Festivalbesucher_innen konnten das Gelände verlassen. Demonstrant_innen versuchten nicht, das Gelände zu stürmen, Handgreiflichkeiten gab es nicht. Nach ca. 10 Minuten löste sich die Blockade auf. Als die Demonstrant_innen den Vorplatz gemeinsam verlassen wollten, trafen Polizeikräfte ein und kesselten die ca. 30 Menschen ein. Eine Person wollte sich dem Kessel entziehen, wurde über den Vorplatz gejagt und festgenommen. Nach ca. 30 Minuten trafen noch mehr Polizeikräfte ein. Der Kessel wurde mit Polizeibussen umstellt und von der Öffentlichkeit und der Presse abgeschirmt. Alle Demonstrant_innen wurden mit Kabelbindern gefesselt, einzeln gefilmt und in Gewahrsam genommen. Um das ganze Geschehen herum bauten sich weitläufig Ordner_innen des Christivals auf und hielten vorbeikommende Passant_innen davon ab, sich dem Geschehen zu nähern. Passant_innen wurden aufgefordert, einfach weiter zu gehen. „Hier passiere nichts besonderes" bekam eine Beobachterin zu hören. Innerhalb des Kessels wurde eine Person von Polizeikräften zu Boden geschleudert, dabei wurde versucht, ihr eine Kamera abzunehmen. Ähnlich ging die Polizei bereits gestern vor. Einer fotografierenden Person wurde der Film abgenommen und zerstört.

Gegen 18.00Uhr wurden alle 32 Personen wieder freigelassen. Laut Aussagen der Polizei wurde Strafanzeige seitens des Christivals gestellt. Den Demonstrant_innen wird Hausfriedensbruch und Nötigung vorgeworfen „Das Verhalten der Polizei und der Christival-Organisator_innen in den letzten Tagen steht im Gegensatz zu der gerne propagierten christlicher Nächstenliebe und dem Recht auf freie Meinungsäußerung." So eine Beteiligte nach ihrer Freilassung.







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