Jecke Globalisierungskritiker beleben Kölner Rosenmontagszug

04.02.08
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Pappnasen nehmen Dreckschleuder von Neurath aufs Korn

"Wat es mit dem Klima, dem janze CO2. Dat jeiht denne doch voll am Arsch vorbei"

"Klüttendreck für Kölle - und mir han nix zo kamelle" (für Nicht-Rheinländer: "Braunkohlendreck für Köln - und wir haben nichts zu melden") - unter diesem Motto haben mehr als 100 Globalisierungskritiker und Umweltschützer des "Kölner Pappnasen e.V." am Rosenmontag den politischen Karneval am Rhein belebt. Wie viele andere zogen sie als Funkemariechen, Lappenclown oder FC-Spieler verkleidet im traditionellen "Zoch vor dem Zoch" durch die Domstadt - mit einem Unterschied: Atemschutzmasken bedeckten ihre Gesichter.

Begleitet wurden die Pappnasen zudem von qualmenden Schlotbaronen, zwölf Großpuppen und einem Modell der "Dreckschleuder von Neurath". Mit "Angie und den PowerBoys" übten die Jecken beißende Kritik: Die Manager von EON, RWE, Vattenfall und EnBW führten die "Umweltkanzlerin" Angela Merkel am Gängelband durch den Zug.

Hatten die "Kölner Pappnasen" im vergangenen Jahr das Treffen der G8 in Heiligendamm mit Spott und Ironie bedacht, nahmen sie diesmal das geplante Kohlekraftwerk 27 Kilometer vor Köln aufs Korn - bereits vor seiner Fertigstellung die "Dreckschleuder von Neurath genannt".

Mitzureden bei dem Bau haben die Närrinnen und Narren der Stadt nichts, viele wissen nicht einmal davon. Dabei baut RWE in Neurath das größte Braunkohlekraftwerk Europas. 16 Millionen Tonnen CO2 wird es ab 2010 jährlich in die Luft blasen, so viel wie ganz Norwegen. Das sind jedes Jahr 16 Tonnen CO2 pro Kölner - Feinstaub und andere Schadstoffe gar nicht mitgerechnet. Für die Pappnasen ein Anlass, die Klimaschutzpolitik der Regierung und die Profitgier der Energiekonzerne mit Spottliedern zu bedenken:

Da simmer dabei

Dat es prima

Wir scheißen auf's Klima

Dä Dreck vum neue Kraftwerk

weed in de Luft jepuff

Für RWE die Kohle

Für Kölle schlechte Luft

(nach der Melodie von Viva Colonia)

Attac hat Anfang des Jahres eine bundesweite Kampagne zur demokratischen Kontrolle der Energiewirtschaft gestartet. Unter dem Motto "RWE, Eon, Vattenfall und EnBW den Stecker ziehen" fordern die Globalisierungskritiker die Enteignung und Zerlegung der Stromkonzerne sowie ihre Überführung in kleinere, demokratisch kontrollierte Einheiten. Mit den vier Energieriesen werde es weder wirksamen Klimaschutz geben noch eine soziale Stromversorgung.

 

 

Die Kölner Pappnasen im Internet: www.G8-pappnasen.de







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