Handelsverbot von Hunde- und Katzenfellen


Bild: Mein Fell gehört mir - BASTA, Foto: SaarKurier

03.12.07
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Tierversuchsgegner Pulheim sehen Erfolg und Bestätigung

Pulheim (sk) - Der EU-Agrarrat hat eine Verordnung beschlossen, die die Ein- und Ausfuhr von Hunde- und Katzenfellen verbietet. Ab dem 31. Dezember 2008 dürfen somit keine Katzen- und Hundefelle mehr in die EU eingeführt oder aus der Union ausgeführt werden. Auch der Verkauf von Kleidungsstücken, modischen Accessoires oder Spielzeugen mit Heimtierfell sind dann untersagt.

"Diese Entscheidung ist längst überfällig," sagt Gerd Straeten, Vorsitzender der Tierversuchsgegner Pulheim e.V. - Menschen für Tierrechte. "Leider ist die Zeit bis zum endgültigen Verbot viel zu lang bemessen - bis Ende 2008 werden daher noch Tausende Tiere qualvoll leiden und sterben. Wir hegen sogar den Verdacht, dass bis dahin noch extrem viele Tiere spurlos verschwinden werden, weil Tierfänger und Fellhändler nun "ihre Felle davon schwimmen" sehen. Schließlich geht es hier um ein lukratives Geschäft."

Bereits im ersten Halbjahr des Jahres 2007 sei ein Anstieg der offiziellen Zahlen vermißter Tiere in Deutschland erkennbar gewesen, und diese Steigerung habe sich bis zum jetzigen Zeitpunkt fortgesetzt.

"Nie zuvor wurden uns so viele Katzen als vermisst gemeldet, wie in diesem Jahr", so der Tierschützer. "Michael Herrentals, unser Mitglied und Webmaster der sehr informativen HP-Seite www.haustierdiebstahl-in-deutschland.de, verwaltet eine Datenbank der vermissten Tiere. Gleichzeitig führt er eine Liste der Altkleidersammlungen, die uns aus dem gesamten Bundesgebiet von aufmerksamen Bürgern gemeldet werden. Auf diese Weise haben wir eine Verbindung zwischen beiden Aktivitäten herstellen können. Aus diesem Grunde warnen wir permanent vor Tierfängern, wenn Lumpensammlungen in bestimmten Gebieten angesagt sind."

Sorgen macht den Tierschützern allerdings immer noch die Ignoranz vieler Mitbürger, die die Warnungen der Tierschützer sowie den Zusammenhang zwischen den Schuh- und Kleidersammlungen und dem Verschwinden von Haustieren nicht ernst nehmen und insbesondere ihre Katzen nachts ins Freie lassen. Straeten bittet alle Tierfreunde eindringlich Augen und Ohren offen zu halten und umgehend Auffälligkeiten wie das Aufstellen von Sammelbehälter und Ankündigungen zu Altkleidersammlungen zu melden. Insbesondere aus dem Kölner Norden erhalten die Tierschützer kaum Sammlungsmeldungen, aber viele Meldungen von vermissten Tieren.

"Es kann doch nicht sein, dass man uns unsere Tiere vor der Nase wegfängt ohne dass jemand Verdächtigkeiten feststellt", berichtet Straeten weiter. "Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln bereits in vielen Städten und Bundesländern. Es wäre aber unbedingt erforderlich, dass Polizei und Staatsanwaltschaft auch einmal in Gerbereien, die Katzenfelle zu so genannten Rheumadecken verarbeiten, recherchieren und ermitteln würden. Das Ergebnis könnte für uns alle hochinteressant sein. Der Sumpf der Tierqualmafia muss ein für alle mal ausgetrocknet werden. Wir haben jahrelang dafür gekämpft und in unserer Petition an den Europarat bereits im November 2004 die Forderung nach einem Handelsverbot sowie eine eindeutige Kennzeichnungspflicht der Fellprodukte gestellt."

Dennoch freuen sich die Tierschützer, dass sich nun der Agrarrat für den Tierschutz ausgesprochen hat. Zugleich will die EU die Irreführung der Verbraucher stoppen. Viele Bürger kaufen nach Angaben der EU-Kommission unwissentlich Haustierpelz. Das Fell von Hund und Katze werde nicht als solches gekennzeichnet, sondern etwa durch Einfärben unkenntlich gemacht.

Allein in China werden jährlich über zwei Millionen Hunde und Katzen brutal abgeschlachtet, ihr Fell wird zu Pelzbordüren, Kragenbesatz, Jacken, Mäntel und Innenfutter mit Phantasienamen – ja, sogar für Nippes und Kitsch, wie die „Plüsch-Katze" oder so genannte „Deko-Katzen" und Katzenspielzeug verarbeitet, sowie als Billigpelz ins Ausland exportiert. Zum Teil wird den Tieren bei lebendigem Leib das Fell abgezogen.







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