Partido Popular: Flamenco, Stierkampf und Paella bruzzeln, sollen für Einwanderer in Spanien zur Pflicht werden


Wird Flamenco für Einwanderer in Spanien bald Pflicht?, Foto: Saarkurier

07.02.08
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Von Claude Michael Jung

Spanien wählt am 9. März ein neues Parlament. Die Sau im Wahlkampf raus zu lassen, dafür ist sich der Präsident und Präsidentschaftskandidat der konservativen Volkspartei Partido Popular (PP) in Spanien, auch nicht zu schade. Der PP-Spitzenkandidat Mariano Rajoy will, im Falle seiner Wahl, für alle Einwanderer einen verbindlichen "Integrationsvertrag" einführen. Darin soll sich der zukünftige Neubürger verpflichten, die "Gesetze zu erfüllen, die Sprache zu erlernen und die spanischen Bräuche zu respektieren". Dies berichtet die spanische Nachrichtenagentur spanienaktuell.com.

Die christliche Heilslehre hat Señor Rajoy offenbar bei seinen deutschen Ordensbrüder aus dem Lager der CDU/CSU, abgeschrieben. Ob der politische Amoklauf, made by Beckstein, Koch und Konsorten in Spanien auf fruchtbaren Boden fällt, ist allerdings noch offen. Denn profitieren von den Elendsflüchtlingen aus Afrika - und gegen die ist wohl der populistische "Integrationsvertrag" des Mariano Rajoy gerichtet - tut in erster Linie die spanische Wirtschaft. Hier werden die billigen, rechtlosen Arbeitssklaven vor allem am Bau eingesetzt. Aber auch unter den kilometerlangen Plastikplanen, unter denen das billige Frischgemüse für die europäischen Supermärkte produziert wird, hausen diejenigen, die nach dem Willen Rajoys künftig zumindest die Sprache und Bräuche ihrer Herren lernen sollen.

Auch hat der „Caballero" nach dem geplanten "Integrationsvertrag" des konservativen Präsidentschaftskandidaten Rajoy, künftig bei der Fleischbeschau auf dem Straßenstrich an den Peripherien der spanischen Städte, künftig ein Anrecht darauf, dass die eingewanderte Prostituierte mit ihm in catalanisch, kastillianisch und valencianisch, vor und nach dem Französischverkehr, parlieren kann.

Wie die Nachrichtenagentur spanienaktuell.com weiter berichtet, hatte der PP Spitzenkandidat seinen politischen Erguss auf einem Kongress über Einwanderung in Barcelona. Dort fabulierte Rajoy in seiner Rede wörtlich von einem "Vertrag", den all diejenigen Ausländer zu erfüllen hätten, die einen Spanien-Aufenthalt von "über einem Jahr" anstreben. Auch ließ er offen, wie sein "Integrationsvertrag" auf eine rechtliche Basis gestellt werden kann. Dass die, des spanischen Vokabulars Unkundigen ihren „Existenzberechtigungsvertrag" mit einem Kreuzchen unterschreiben, ist auch in Spanien längst aus der Mode gekommen.

Derweil ist noch unklar wie Señor Rajoy das Wort Einwanderer überhaupt deutet. Betuchte Rentner aus Alemania und drum herum, müssen sich jedenfalls nicht fürchten, wenn sie die Residentia in einer der beliebten Betonburgen an Spaniens Küste beantragen, dass die dortige Einwanderungsbehörde von ihnen verlangt, sich erst mal als Torero in der Stierkampfarena zu beweisen, oder als Flamencotänzerin ein größeres Publikum zu unterhalten. Für die Müllers. Meyers und Schmidts dürfte es weiter ausreichen ein Cerveza und ein paar Tapas in ihrer Lieblingsbar ordern zu können. Dort sprechen Marietta, Pedro, Domingo und Diego ja auch schon fast perfekt doitsch.

Au, den 7. Februar 2008


VON: CLAUDE MICHAEL JUNG

cmj@scharf-links.de




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