Agnes-Miegel-Schulen in Düsseldorf und Willich endlich umbenennen!

10.11.07
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Kampagne zur Umbenennung der Agnes-Miegel-Schulen im Einzugsgebiet des NLO Düsseldorf-Niederrhein

Das Netzwerk Linke Opposition Düsseldorf -Niederrhein hat mit Empörung zur Kenntnis genommen, dass in Düsseldorf-Stockum und in Willich (Kreis Viersen) jeweils eine Schule nach der Dichterin Agnes Miegel benannt ist. Aufgrund der Verherrlichung des Nationalsozialismus durch Agnes Miegel ist dies nicht hinnehmbar. Das NLO Düsseldorf-Niederrhein fordert die Städte Düsseldorf und Willich sowie die Schulbehörden auf, umgehend eine Umbenennung der beiden Schulen vorzunehmen. Um diese Forderung voran zu bringen, wird das NLO eine Kampagne durchführen, in der die Öffentlichkeit und insbesondere SchülerInnen, Eltern und AnwohnerInnen der Schulen über die Nazi-Vergangenheit von Agnes Miegel aufgeklärt werden. Die Kampagne soll so gestaltet werden, dass weitere linke und antifaschistische Kräfte sich gleichberechtigt daran beteiligen können.

 

Während im Mai 1933 die Literatur im Geiste der Aufklärung auf den Bücher-Scheiterhaufen des nationalsozialistischen Ungeistes landete und ihre Literaten, im Besonderen die jüdischen und linken Autoren, aus der Akademie der Künste entfernt, in Lager gesperrt, in die Emigration vertrieben oder ermordet wurden, wird Agnes Miegel im gleichen Jahr als Senatorin in eben jene Akademie berufen.

Für ihr „Schaffen" wurde sie im Dritten Reich mit zahlreichen Preisen geehrt:

So erhielt sie die Wartburg-Rose (1933), den Herder-Preis (1935),

den Goethe-Preis (auf besondere Fürsprache von Joseph Goebbels),

den Ehrenring des „allgemeinen deutschen Sprachvereins" (1935)

und das Ehrenzeichen der Hitler Jugend (1939).

1936 stiftete die Kulturgemeinde eine Agnes-Miegel-Plakette, von der Agnes Miegel selbst die erste erhielt. 1937 trat sie der NS - Frauenschaft bei, 1940 der NSDAP.

Doch damit nicht genug, Miegel verfasste zahlreiche Werke im nationalsozialistischen Geiste, allein drei ! Gedichte sind Adolf Hitler zugewidmet:

Dem Führer! (1936), An den Führer (1938), Dem Schirmer des Volkes (1939).

Weitere Werke Miegels im nationalsozialistischen Geiste sind die chorische Dichtung „Memelland" (1935), eine Kantate zum Muttertag (1937), das Gedicht „Danzig", in dem Agnes Miegel die „Heimholung" ehemals deutscher Gebiete begrüßte (1939), die Hymne „An die Reichsfrauenführerin Scholtz-Klink" und die Erzählung „Besuch bei Margret" (1943), die von wissenschaftlicher Seite der Kategorie „Rassezüchtung, Vererbungslehre und Rassismus" zugeordnet wird.

Niemand dürfte widersprechen, würde man Agnes Miegel eine Nazi-Dichterin und überzeugte Nationalsozialistin nennen.

Sie hat ihr eigenes sonstiges, durchaus bemerkenswertes, Werk durch Ihre schamlosen Huldigungen des Bösen entehrt und wertlos gemacht.

Auch nach dem Krieg hat Agnes Miegel sind nie von ihrer Vergangenheit distanziert.

Im Gegenteil: Sie stärkte die extreme Rechte. So verfasste sie „Exklusivbeiträge" für die Zeitschrift „Nation Europa", die von dem ehemaligen SS-Hauptsturmführer und Chef der „Bandenbekämpfung" im Führerhauptquartier, Arthur Ehrhardt, 1951 gegründet wurde.

Die Zeitschrift entwickelte sich rasch zu einer der wichtigsten „ideenpolitischen" Schaltzentralen des Neofaschismus, 1971 war es Ehrhardt, der die „Ausländerfrage" zum Mittel der Gewinnung einer neuen Massenbasis für die Rechte propagierte.

Bis heute wird Agnes Miegel von Rechtsextremen gewürdigt, so veranstaltete z.B. das „Collegium Humanum", ein Zentrum für Antisemitismus und Holocaustleugnung, noch vor

wenigen Jahren in Vlotho ein Wochenendseminar mit dem Thema: „Ostpreußens Beitrag zur Kultur Europas - Schwerpunkt Agnes Miegel und Ordensstaat."

Das NLO Düsseldorf - Niederrhein hält es für einen unerträglichen Zustand und eine Schande, dass öffentliche Schulen, in denen die Kinder im Geiste der Freiheit, des Miteinander und der Demokratie erzogen werden sollen, den Namen Agnes Miegels tragen.


VON: NLO DÜSSELDORF-NIERRHEIN






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