Über 800 Gegendemonstranten in Krottenbach


19.11.07
TopNewsTopNews, Antifaschismus 

 

"7 Wähler = Hochburg ?"  NPD in Krottelbach

Mehr als 800 Menschen haben am Freitagabend gegen ein geplantes Schulungszentrum und eine Geschäftsstelle der rechtsextremen NPD im  rheinland-pfälzischen Krottelbach, Kreis Kusel, demonstriert. Dies wird, vor allem auch wegen der kurzen Mobilisierungszeit von nur zwei Tagen, als ein überaus deutliches Zeichen gegen Rechts gesehen und Landrat Hirschberger zeigte sich erfreut über die hohe Zahl der Protest-Teilnehmer.

An der Demonstration beteiligten sich die demokratischen Parteien, Kirchen, Gewerkschaften, Vereine, das  "Bündnis gegen rechts" und der Landfrauenverband. Ortsbürgermeister,  Landrat und der Vorsitzende des Kuseler Bündnisses gegen Rechts, machten in ihren Redebeiträgen den entschiedenen Widerstand der Region gegen die NPD sehr deutlich. Es wurde auch darauf hingewiesen, dass die demokratischen Parteien, die sich bei anderen Gelegenheiten zwar streiten könnten, im Falle der NPD zusammenhalten müssten. Auf Parteienwerbung wurde an diesem Abend dann auch verzichtet.

Wichtig war auch hier, dass die Bevölkerung selbst Stellung gegen die Nazis in dem rund 750 Einwohner zählenden  Ort bezogen hat. So wurde zum Beispiel die angebliche NPD-Aussage, Krottelbach sei eine "Hochburg" der NPD,  mit  der Transparent-Aufschrift " 7 Wähler = Hochburg ?" ironisch hinterfragt.

Besonders beeindruckend war die große Zahl der Kinder und Jugendlichen, die an der Veranstaltung teilnahmen, darunter waren auch Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Kusel  mit Transparenten. Das Gymnasium Kusel ist die erste Schule in Rheinland-Pfalz, die 2002 den Titel "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" erhielt. Auch die Jugendfeuerwehr brachte auf Plakaten ihre ablehnende Haltung gegen die NPD klar zum Ausdruck.

Nach dem offiziellen Ende der Veranstaltung löste sich die Menge erst zwei Stunden später endgültig auf als die handvoll NPD-Mitglieder ihr Treffen in der "Geschäftsstelle" abbrachen und den Ort verließen.

Nach zwei vorher gescheiterten Versuchen ist dies bereits der dritte Anlauf der NPD, im Kreis Kusel Fuß zu fassen.

 


VON: RAB






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