LandesschülerInnenvertretung NRW: NS-Poeten als Namensgeber für Schulen unerwünscht

25.11.07
TopNewsTopNews, Antifaschismus, Düsseldorf 

 

Am Wochenende  hat sich die LandesschülerInnenvertretung mit den Bestrebungen zur Umbenennung der Agnes-Miegel-Schulen in Düsseldorf und Willich solidarisch erklärt. Vorausgegangen war eine vom Netzwerk Linke Opposition (NLO) angestoßene und vom VVN unterstützte sowie in der Düsseldorfer Lokalpresse aufgegriffene Beschwerde dazu.

Die LandesschülerInnenvertretung NRW (LSV) hält es für unerträglich, dass in in NRW immer noch Schulen nach Personen benannt werden, deren Leben und Wirken im diametralen Gegensatz zum Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schulen stehen. Die LSV bittet Lehrer, Eltern und Schüler sowie die demokratische Öffentlichkeit, sich dafür einzusetzen, dass solche Namen entfernt werden und an ihre Stelle Persönlichkeiten gesetzt werden, die den humanistischen Anspruch unserer Schulen vorgelebt haben. Als direkte Alternative zu Agnes Miegel kann der Name einer Antifaschistin, einer Widerstandskämpferin oder einer Frau erwogen werden, die sich für Frieden und Toleranz eingesetzt hat.


In der Erklärung der LandesschülerInnenvertretung heißt es: Zu den Namen, die wir für eine Schule nicht mehr wünschen, gehört der von Agnes Miegel (1879 - 1964). Ihre Werke waren auch nach 1945 über Jahrzehnte fester Bestandteil der deutschen Schulbuchliteratur (vgl. Klett-Lesebuch A 8 für das Gymnasium, Stuttgart 1979, oder Echtermeyer/von Wiese, Deutsche Gedichte, Düsseldorf 1963), obwohl sie in ihren Werken Adolf Hitler und die Ideologie des Nationalsozialismus glühend verherrlicht hat. Dies begann schon in der Anfangszeit des NS-Regimes. Sie schrieb am 28. Mai 1933 - die SPD, die KPD und die Gewerkschaften waren gerade verboten, im Konzentrationslager in Dachau wurden die ersten Häftlinge ermordet: "...ich wende mich täglich mehr dieser neuen Zeit zu. Sie ist für Deutschland, am allermeisten aber für uns im Ostland nicht nur der neue Weg - sondern der einzige Weg...". Agnes Miegel war Mitglied der NSDAP und anderer NS-Organisationen. Sie hat zahlreiche Ehrungen und Preise vor und nach 1945 empfangen.

Nach 1945 wurde Agnes Miegel von den Alliierten im Internierungscamp Oksbˆl bei Esbjerg (Dänemark) wegen ihres Engagements für den Nationalsozialismus etwa eineinhalb Jahre inhaftiert. Nach ihrer Freilassung schrieb sie Beiträge für "Nation Europa" (Gründer: Arthur Eberhard, SS-Hauptsturmführer, Führerhautquartier; Mitherausgeber: Adolf von Thadden, MdB der DRP, MdL der NPD, Herausgeber der Deutschen Nachrichten (NPD), Chefredakteur der Deutschen Wochenzeitung). 

Nach Agnes Miegel sind immer noch Schulen benannt: Agnes-Miegel-Grundschule Willich, Agnes-Miegel-Realschule Düsseldorf, Agnes-Miegel-Hauptschule Aachen(das aktuelle Schulverzeichnis von Aachen führt diesen Namen nicht mehr), Agnes-Miegel-Volksschule Alsdorf (das aktuelle Schulverzeichnis von Alsdorf führt diesen Namen nicht mehr).

Außerhalb von NRW: Agnes-Miegel-Realschule Wilhelmshaven, Agnes-Miegel-Realschule Osnabrück.


VON: EBS






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