Weg mit den Berufsverboten der römisch-katholischen Kirche


22.04.08
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Kardinal Lehman spricht zur Antidiskriminierungspolitik

Berlin (sk) - Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) wird am 23. April 2008 einen Kongress zum Thema: "Wertegesellschaft als ökonomischer Faktor" durchführen. Den einleitenden Vortrag hält Karl Kardinal Lehmann. Dazu Manfred Bruns, Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD) und Mitglied im Beirat der Antidiskriminierungsstelle:

„Wir fordern, dass Karl Kardinal Lehmann zu den Berufsverboten Stellung nimmt, die die römisch-katholische Kirche gegenüber Lesben und Schwulen verhängt hat. Als ehemaliger Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz verantwortet Lehmann die Erklärung des Ständigen Rates der Bischofskonferenz, dass die Eingetragene Lebenspartnerschaft mit den Loyalitätsobliegenheiten der Beschäftigten in Einrichtungen der Katholischen Kirche unvereinbar ist. In der Erklärung ist festgelegt, dass alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu entlassen sind, wenn sie eine Eingetragene Lebenspartnerschaft eingehen, und zwar auch dann, wenn sie der Katholischen Kirche nicht angehören.

Die Katholische Kirche verbietet damit lesbischen und schwulen Beschäftigten, ein demokratisch legitimiertes Rechtsinstitut zu nutzen. Diese Regelung ist moralisch verwerflich und zutiefst unsozial. Es gibt keine Rechtfertigung dafür, einem schwulen Hausmeister oder einer lesbischen Krankenschwester Berufsverbote zu erteilen.

Die Katholische Kirche ist einer der größten Arbeitgeber Deutschlands. Ihre sozialen Einrichtungen wie Krankenhäuser, Pflegeheime, Kindergärten und Kindertagesstätten werden weitgehend über Steuergelder und die Entgelte der Benutzerinnen und Benutzer finanziert. Trotzdem verfolgt die Katholische Kirche Lesben und Schwule unbarmherzig. Das muss ein Ende haben!

Wenn Lehmann über Antidiskriminierung spricht, muss er sich auch zu der diskriminierenden Praxis seiner Kirche äußeren. Alles andere wäre heuchlerisch".







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