Wiener Kongress Solidarische Ökonomie vom 20.-22.2.2009


Bildmontage: HF

19.02.09
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Soziale Bewegungen suchen nach neuen Wirtschaftsformen.

Wien (sk) - Über rege Beteiligung freuen sich die OrganisatorInnen des internationalen Kongresses "Solidarische Ökonomie", der von 20. bis 22. Februar 2009 in Wien an der Universität für Bodenkultur (BOKU) stattfindet. In über 120 Beiträgen diskutieren mehrere Hundert Kongress-TeilnehmerInnen Möglichkeiten einer Ökonomie, die auf gegenseitiger Unterstützung beruht und die sich an den menschlichen Bedürfnissen orientiert, anstatt umgekehrt. Präsentiert wird ein vielfältiges Angebot an konkreten Projekten, Unternehmen und Initiativen.

Die aktuellen Krisen haben vielen Menschen vor Augen geführt, dass die vorherrschende Wirtschaftsideologie ein Irrweg ist. Umso vordringlicher wird die Suche nach anderen, alternativen Wirtschaftsformen, die den Mensch, die Natur und die Zukunft unseres Planeten in den Mittelpunkt stellen. Der Begriff solidarische Ökonomie fasst vielfältige Ansätze zusammen.

Die VeranstalterInnen erwarten sich durch die zahlreichen internationalen Gäste wichtige Anstöße für neue Ansätze der Solidarökonomie in Österreich und den Beginn einer weiter gehenden lokalen und internationalen Vernetzung von Initiativen. Der dreitägige Kongress, der in einem offenen, partizipativen Prozess entstanden ist, bietet workshops, Filme, Diskussionen, Vernetzungsmöglichkeiten und vieles andere mehr. Er ist für alle Interessierten frei zugänglich. Finanzielle Beiträge erfolgen nach Selbsteinschätzung.

Solidarische Ökonomie

Unternehmungen und Praktiken Solidarischer Ökonomie gibt es bereits seit langem (z.B. die Genossenschaftsbewegung), doch wurde es in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ziemlich still um diese Wirtschaftsformen. Erst mit den immer sichtbarer werdenden Brüchen im vorherrschenden Wirtschaftssystem wird die Frage nach Alternativen wieder aktueller. Vor allem im Umfeld der Bewegung der Weltsozialforen entstanden in Lateinamerika vielfältige Formen Solidarischer Ökonomie.

Der Begriff "Solidarische Ökonomie" ist weit gesteckt. Darunter können verschiedenste Formen ökonomischer Alternativen zusammengefasst werden, die in den unterschiedlichen Lebens- und Arbeitsbereichen vorkommen: In der Daseinsvorsorge (etwa Wohnen, Energie, Wasser), im produzierenden Sektor (z.B. Industrie), im Gesundheitsbereich, in der Landwirtschaft, an den Hochschulen, im nicht-monetären Bereich usw. In Nordamerika entstand das Community Economic Development, in Afrika die PeopleŽs Economy, in Indien gibt es eine breite Palette von solidarökonomischen Initiativen, in Brasilien ist die Solidarische Ökonomie bereits zu einer umfassenden, staatlich geförderten Alternative zur neoliberalen Wirtschaft geworden.

Im November 2006 fand in Deutschland bereits ein Kongress zu diesem Thema statt. Erwartet wurden 500 TeilnehmerInnen, gekommen sind an die 1400, darunter ReferentInnen aus zahlreichen Staaten, von Argentinien bis Sambia, von Brasilien bis Indien und Kanada, die von den praktischen Erfahrungen in ihren Ländern berichteten. Dies war ein wichtiger Impuls für den Wiener Kongress.

Der nun von 20.-22.2.2009 in Wien statt findende internationale Kongress "Solidarische Ökonomie" wird von engagierten Personen aus verschiedenen sozialen Bewegungen organisiert und durchgeführt.







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