In NRW entsteht die grösste Giftgaskammer der Welt


Bayer-Pipeline: die längste Giftgaskanone der Welt.

13.01.08
TopNewsTopNews, Düsseldorf 

 

Der Protest gegen das Bayer-Projekt wird jetzt landesweit

Von Uwe Koopmann

Aktuell gibt es nicht einmal eine endgültige Betriebsgenehmigung für die CO-Giftgas-Pipeline des Bayer-Konzerns zwischen Dormagen und Uerdingen – da wird bekannt, dass dieses tödliche System bis Gelsenkirchen-Scholven im Norden und Köln-Wesseling im Süden verlängert werden soll. Die Düsseldorfer Bürgerinitiative gegen die Bayer-Giftgasleitung sieht in diesen Plänen die Projektierung einer Logistik, die der grössten Giftgaskammer der Welt entspricht. Sie ruft zum landesweiten Protest auf.

Noch im Dezember 2007 hatte das Oberverwaltungsgericht Münster entschieden, dass der Pipeline keine Betriebsgenehmigung zu erteilen sei. Das Allgemeinwohl - Voraussetzung für Enteignungen - sei nicht nachgewiesen. Dennoch teilte das Wirtschaftsministerium schon im Januar mit, die Pipeline könne in "sechs Monaten" in Betrieb gehen. Am 9. Januar 2008 lehnten CDU und FDP bei Enthaltung der SPD im Umweltausschuss des Landtages eine Gesetzesvorlage der Grünen ab, die die Pipeline gestoppt hätte.

CO wird im Chemiepark Dormagen bei Linde und Praxair gewonnen und soll per Pipeline in den Chemiepark Uerdingen transportiert werden. Die Pipeline soll weiterhin durch dicht besiedelte Gebiete führen. Nach einem Gutachten der Stadt Ratingen ist bei Vollbruch der Leitung mit 143.000 Toten zu rechnen. Die Sicherheitskräfte, sowohl Polizei und Ärzteschaft als auch die Feuerwehren, sehen sich ausserstande, die Pipeline zu sichern oder im Katastrophenfall angemessen einzugreifen.

Die Bürgerinitiative kritisiert daher, dass das Pipeline-Projekt immer noch die gegebene Sicherheitslage aushebelt, nach der solche hochgiftigen Stoffe nur unter strengsten Sicherheitsauflagen innerhalb der Werke von qualifiziertem und eigens sicherheitsgeschultem Personal transportiert, gelagert und verarbeitet werden dürfen. Jetzt wird der gefährliche Stoff in der Pipeline gelagert und über zunächst etwa 70 Kilometer, später dann sogar über die doppelte Strecke in Wald, Feld und Flur verlegt, ungesichert und teilweise schlecht erreichbar für Sicherheitskräfte, die zudem nicht ausgebildet sind.


VON: UWE KOOPMANN






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