Von der CO-Pipeline in die O-Überdruckkammer


Im Schlamm: Die Pipeline, Schutzrohre für Datenkabel und der Membranschlauch, der das austretende tödliche Gas erschnüffeln soll.

13.05.08
TopNewsTopNews, Umwelt, NRW, Düsseldorf 

 

Von der Illusion einer Rettung bei einem "Störfall"

Mit Blick auf einen BAYER-CO-Pipeline-"Störfall" verweist Uwe Koopmann, Vertreter der DKP im Gerresheimer Rathaus, auf die "Rettung" in Düsseldorf - allerdings linksrheinisch. Nach einer Studie des Landkreises Mettmann können weit mehr als 100.000 Anwohner durch einen Kohlenmonoxidaustritt gefährdet sein.

Koopmann fordert die potentiell Betroffenen allerdings auf, nicht alle auf einmal zum "Sauerstoff- und Schmerz-Therapiezentrum OXY GmbH" zu kommen, denn das Therapie-Zentrum in Düsseldorf-Oberkassel - fünf weitere gibt es in NRW - verfügt nur über eine Überdruckkammer. Diese Kammer hat Platz für "12 bequeme Sitze mit leichten, sehr tragefreundlichen Atemmasken für die Sauerstoffinhalation".

Wie die BAYER-CO-Pipeline sind bei der Kammer alle technischen Systeme mehrfach gesichert. Der Betriebsdruck liegt mit 5,0 bar deutlich unter den Druckverhältnissen der CO-Pipeline, die mit 13,5 bar betrieben werden soll, aber für 100 bar nach den Vorgaben von BAYER konstruiert worden ist.

Einen genauen Notfallplan haben BAYER, die Bezirksregierung Düsseldorf und die Landesregierung der Öffentlichkeit noch nicht vorgelegt. Koopmann: "Wir wissen daher nicht, wie alle betroffenen Anwohner auf 'die zwölf bequemen Sitze' verteilt oder wie sie überhaupt aus der Giftgas-Zone evakuiert werden sollen."

BAYER hatte auch zugesichert: "Der Gefahrenabwehrplan wird für die örtlich zuständigen Feuerwehren abgestimmte Einsatzkonzepte enthalten. Dazu erhalten die Feuerwehren entsprechende Schulungen sowie Ausrüstungen". Die freiwilligen Feuerwehren entlang der Pipeline-Trasse scheinen da eher irritiert zu sein, wenn sie mit solchen Aussagen konfrontiert werden. Auch keine der "in regelmäßigen Abständen" angekündigten Notfallübungen hat bisher stattgefunden.

Die DKP sieht noch ein paar andere "kleine" Unwägbarkeiten: Sonntags sollten "Störfälle" gemieden werden, da sonntags mit dem Therapiezentrum keine individuellen Termine vereinbart werden können. Eine Therapie kann zudem auch nur angestrebt werden, wenn der Patient "druckkammertauglich" ist. Es scheint daher sinnvoll, dies vor einem "Störfall" zu klären. Und schließlich gibt es ein finanzielles Problem: Die HBO-Therapie zählt noch nicht zu den Regelleistungen der gesetzlichen Krankenkassen. Um die betroffenen Bürger nicht aus finanziellen Gründen von einer lebensrettenden Versorgung auszuschließen, empfiehlt die DKP daher, dass BAYER kostenlose Eintrittskarten für die Überdruckkammer zur Verfügung stellt.

Koopmann: "Der ganze Vorgang ist irrsinnig, mutet wie zynisches Kabarett an. Als nachhaltige Präventivmaßnahme mit 100-Prozent-Garantie empfehle ich deshalb: Es wird gemeinsam verhindert, dass BAYER die CO-Pipeline überhaupt in Betrieb nehmen kann!"







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