Neonazis bedrohen und provozieren linke Jugendliche im Saarland


07.02.08
TopNewsTopNews, Antifaschismus, Saarland 

 

Polizei erteilt Platzverweise an linke Jugendliche

Neunkirchen/Saar (sk) - Das traditionelle Treffen zum Rosenmontag einiger Jugendlicher aus Neunkirchen-Saar nahm dieses Jahr einen unerwarteten Verlauf. Während in den Jahren zuvor hier ungestört Fasching gefeiert werden konnte, wurden im diesem Jahr Jugendliche von einer Gruppe Neonazis belästigt, bedroht und provoziert.

Bereits vor Beginn des Umzuges kam es durch die offensichtliche Präsenz von Anhängern der rechten Szene vor dem Geschäft „First Class Streetwear" in der Hebbelstraße, zu mehreren Provokationen gegenüber den eher linksgerichteten Jugendlichen. Hierbei wurden sogar Morddrohungen seitens der Nazi Provokateure ausgesprochen.

 

Nach einiger Zeit ließ es sich auch der Ladeninhaber Torsten Staudacher nicht nehmen, die Jugendlichen zu provozieren. Anschließend fing der Inhaber des Ladens an, die anwesenden Jugendlichen abzufotografieren und zu filmen. Nachdem er diese fotografierte, wurde auch sehr schnell klar, wofür der aufrichtige Geschäftsinhaber diese Aufnahmen benötigt. Gegen 17:00 Uhr kamen erneut einige Nazis, diesmal jedoch ohne Staudacher, aus dem Laden und verteilten vor dem Geschäft eine kleine Broschüre mit rechtsradikalem sowie geschichtsrevisionistischem Inhalt, in der auch eine sog. „Antifa Blackliste" enthalten war.

Auf dieser Liste standen mehrere Namen, teilweise auch Adressen und Fotos, von politischen Gegnern, vorwiegend aus dem Raum Neunkirchen. Einige Jugendliche riefen die Polizei um diesen Vorgang zur Anzeige zu bringen. Die Beamten beschlagnahmten ein Exemplar der Broschüre und gingen in das Geschäft um die Situation zu klären. Nach einer viertel Stunde kamen die Beamten zurück und hielten die Aussage, dass die linksgerichteten Jugendlichen den Ladenbesitzer provoziert hätten für realistisch und verwiesen diese vom Hammergraben.

Welche Intention der Betreiber des „First Class Streetwear" mit dem verteilen solcher Listen mit politischen Gegnern verfolgt, bleibt nur zu mutmaßen. Es ist jedoch festzuhalten, dass die Jugendlichen in dieser Situation lediglich durch ihr deeskalierendes Verhalten größere Auseinandersetzungen verhindern konnten.

„Als Betrachter der Geschenisse kommt es uns vor, als würden die Neonazis die Auseinandersetzungen gerade so herbei provozieren um sich später in der Presse oder mit Flugblättern gegenüber der Öffentlichkeit als Opfer darzustellen", so der Pressesprecher der Autonomen Antifa Neunkirchen, Torsten Fries.

Jene Listen, welche auch schon in der NS Zeit von politischen Gegnern erstellt worden sind, dienen im besten Fall der Einschüchterung und sonst der Verfolgung ihrer Gegner/innen. So sollten nach Einschätzungen der Autonomen Antifa Neunkirchen, auch die Personen die sich am Rosenmontag im Bereich des Hammergrabens aufhielten, mit Konsequenzen seitens der rechten Szene rechnen, da die anwesenden Nazis ausreichend Bildmaterial und persönliche Informationen sammeln konnten.

Dazu Fries: „Fraglich bleibt für uns vor allem der Grund, für die mangelnde Motivation seitens der Polizei, welche die Gefahr, die durch das verteilen solcher Flyer ausgeht, wohl nicht richtig einschätzen konnte. Weiterhin werden wir die Umtriebe in der Hebbelstraße sorgsam beobachten, um auch weiterhin von den Ereignissen dort berichten zu können."







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