Wahr? - MLPD beschließt Auflösung.

26.04.08
TopNewsTopNews, Debatte 

 

Ein mißglückter Aprilscherz? Oder war die Meldung etwas zu echt? Dieser Beitrag wurde auf Indymedia gelöscht, gabs Ärger mit der Partei des wahren Sozialismus? Man weiß es nicht, dafür hier zur Doku.

Geheimer außerordentlicher Parteitag der MLPD.

Was bisher nur Insider wußten, nun ist es beschlossene Sache. Das ZK der Partei hat intern getagt und alles mußte vertraulich bleiben. Die einfachen Mitglieder sollten nicht in Verwirrung gestürzt werden. Doch nun lassen wir die Bombe platzen. Die MLPD plant nicht nur ihre Auflösung, sie will ihre Mitglieder und ihr Zubehör geschlossen in die Linke überführen. Die Rote Fahne News dagegen werden Indymedia zur Integration in die Seite angeboten.

Tod und Verdammnis, schlechtes Karma und Arbeitslager wurden uns angedroht, sogar der Parteiausschluß! Keine Infos an die Öffentlichkeit, doch wir können nicht länger schweigen. Die linke Öffentlichkeit muß informiert und gewarnt werden. Doch wie kam es dazu?
Nach bereits länger schwelenden Unbehagen innerhalb der Partei ließ sich das allgemeine Unbehagen nicht länger vom ZK in aktionistische Bahnen umlenken, obwohl das ZK sich damit alle Mühe gab. Wo immer es nach Arbeitskämpfen aussah, ob bei Opel oder Nokia, stets wurden Die Mitglieder mobilisiert um den Arbeitern ihre Solidarität und Hilfe anzubieten, unabhängig davon, das die Arbeiter solche Parteihilfe eher mißtrauisch betrachteten. So kommen die Parteimitglieder wenigstens nicht auf dumme Gedanken. Doch irgendwann funktionierte das nicht mehr. Die Diskussionen ließen sich nicht länger abwürgen. Da half alle Zensur im Forum der Roten Fahne nichts.
25 Jahre kommunistische Politik und kein durchschlagender Erfolg in Sicht. Die Partei ist nicht nur unter der Arbeiterklasse isoliert, auch unter den Linken führt sie ein Außenseiterdasein. Insbesondere das stalinistische Geschichtsbild stößt viele ab. Mit der Veränderung in China hat der Marxismus Leninismus auch außenpolitisch seine Basis verloren. Dazu kommt die Überalterung der Mitglieder und die Befürchtung, einmal wie die DKP zu enden. Weiter führte auch die Einschränkung des Onlinangebots der Roten Fahne nicht wie erwartet, zu einer Steigerung der verkauften Auflage, im Gegenteil, dadurch wurde, trotz interner Kritik, eine Möglichkeit der Öffentlichkeitsarbeit verschenkt.
Ein weiterer Grund ist die Erfolglosigkeit, der Jugend eine Perspektive zu bieten. Den Parteinachwuchs selbst heranzuziehen kann aufgrund der geringer Anzahl der vorhandenen Kinder und Jugendlichen ebenfalls keine langfristige Perspektive bieten. Da helfen auch keine Sommercamps in Trukental.
Letzte Rettung scheint hier nur noch der geschlossene Eintritt in die Linke zu bieten, wie es Linksruck bereits vorgemacht hat. Es ist aber fraglich, ob dieser Plan aufgehen kann. Eher ist anzunehmen, das prominente Vertreter der MLPD die Aufnahme verweigert wird. Einzelne Parteimitglieder könnten da zwar eine neue politische Heimat finden, falls sie nicht als geschlossenes Rudel eintreten. Das die Linke, besonders die Entristen diesen Vorhaben mit Mißtrauen begegnen werden, ist sicher. Zwar hat die Partei einiges an Vermögen und Immobilien zu bieten, ob das ausreichen wird, ist zu bezweifeln. Zwar bestehen wenig Differenzen zur Haltung im Nah Ost Konflikt, da könnte es Berührungspunkte geben, doch der Stalinismus könnte sich als unüberwindbares Hindernis erweisen.
Folgende Texte sind noch top secret, sie stammen aus der ZK Erklärung, deren Veröffentlichung nach der Auflösung vorgesehen ist.
"Angesichts der Tatsache, das unsere politischen Vorstellungen mit denen wir Anfangs der 80iger antraten, sich in den emanzipatorischen Prozessen in China nicht realisiert haben, ist eine Überprüfung und Revidierung von Teilen dieser Vorstellungen dringend vonnöten.
Wir müssen zur Kenntnis nehmen, daß das politische und organisatorische Konzept der marxistisch leninistischen Bewegung, wie sie Anfang der 70iger Jahre in der BRD und Westberlin initiert wurde, gescheitert ist.
In diesen Land hat sich nun eine Partei gegründet, die zunehmend an politischen Einfluß gewinnt.
Die MLPD ist von dieser Partei weitgehend isoliert. Diese Tatsache hängt u.E. damit zusammen, das wir zunächst diese Parteigründung mit einem beachtlichen Maß an Hochmut als trotzkistisch, kleinbürgerlich, reformistisch oder sozialdemokratisch abgetan haben.
Das Erbe einer Kaderorganisation, in der die Ausführung von Befehlen mehr zählt als die Entwicklung eines eigenen Standpunkts, hat sich als stärker erwiesen als der Wunsch der Mitglieder dieser Organisation nach einer tatsächlichen Demokratisierung.
Wir halten es für notwendig, das wir uns darüber Rechenschaft ablegen, das wir in der Vergangenheit ein hohes Maß an von Kadavergehorsam im negativsten Sinne praktiziert haben. Wir haben damit politische Verhaltensformen an den Tag gelegt, die wir in unserer Politik als reaktionär gebrandmarkt haben.
Wir müssen mit einem Denken Schluß machen, das Ansprüche setzt und eine kommunistische Scheinidentität und Perspektive aus einer Marx Lenin Orthodoxie gewinnt
.....Eine radikale Bilanz unserer 25jährigen Politik ist notwendig, denn wir meinen, das nicht nur Auswucherungen unserer Politik und Anschauungen fehlerhaft waren, sondern wir sind gründlich gescheitert....
Weil wir viel Schaden angerichtet haben - dies im Bezug auf die Bewegungen aber auch uns selbst gegenüber.
Wenn wir nicht gründlich mit dieser Vergangenheit abrechnen, ihre Ursachen im Erbe unserer Politik und unserem eigenen Denken aufspüren, dann wird das Alte sich fortschleppen. Um abzurechnen müssen wir uns herausbegeben aus der ewig sich selbst, fern jeder Realität sich fortpflanzenden Eigendynamik unserer Organisation.
....eine Organisation wie unsere, die sich hauptsächlich auf Dogmen gründet und ihren Zusammenhalt durch ihren Zwangscharakter geschaffen hat, eine Organisation die völlig entfremdete zwischenmenschliche Beziehungen hat, wo jeder den anderen nur als Mitkämpfer aber nicht als Menschen kennt, muß notwendigerweise in Zwietracht und letztlich in ein Nichts zerfallen."







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