DUPLIK


Bildmontage: HF

22.12.07
TopNewsTopNews, Debatte, Netzwerk 

 

Von Dieter Breag

Der Martin Mitterhauser hat in seiner ideologischen Bastelstube als Replikenmacher was zu schreiben. Das tat er am 19.12.2007. Er wollte sich mit dem Gründungsaufruf des "scharf-links Netzwerks" in der LinkeZeitung beschäftigen, die er vorher selbst mit Wotan Weinfurth und anderen zur MeinungseinheitsGAMbreizeitung machte  . Weil er, wie der Papst, die Unfehlbarkeit besitzt, hat er sein Urteil schon in Form der Überschrift
 "Offen anti-sozialistisch"
verkündet  und man könnte sich die insgesamt sechs Seiten Dogmatikschwatz des Martin Mitterhauser sparen. Aber so einfach darf es auch für den "Herren" von www.arbeitermacht.de nicht enden. Wenn ein Rat der NLO ohne einen Auftrag der Basis zu haben das kurze Leben eines Netzwerkes beendet, das für die Zerstörer des NLO nie zum Netzwerk werden sollte und konnte, sondern  argumentiert, man habe sich von der "Felsberger Erklärung" verabschiedet. Was vorher in Kassel mit dreihundert Frauen und Männern begonnen wurde, da wurde das NLO gegründet, wollte man in Felsberg gleich zu einer revolutionären Partei werden lassen. Der Begriff Netzwerk war nur die Tarnkappe mit der man, zunächst unsichtbar, dann immer rigider in Richtung Partei marschieren wollte.
Das aus einer "Erklärung" nun die ewige revolutionäre Wahrheit geschöpft wird, das verstehe wer mag, ich nicht.

Man muss, so Martin Mitterhauser,  "die Abwehrkämpfe gegen das Kapital mit einer sozialistischen Perspektive" verbinden. Er vermisst Begriffe wie "Klassenkampf" und
"Sozialismus" in der "scharf-links" Erklärung. 

Ich kann mich nicht erinnern dass im Netzwerk irgendwo und irgendwann eine praktische reale und nachvollziehbare Diskussion stattfand, was in der heutigen Zeit Klassenkämpfe sind, wie sie vorangetrieben werden müssen und welche Gesellschaft mit welchen solidarischen Prinzipien daraus entstehen solle. Ob es "Sozialismus" ist, was Wotan Weinfurth und Martin Mitterhauser mit seinen Anhängerinnen und Anhängern bei der "Vergesellschaftung" der LinkeZeitung praktizierten,  oder wie man mit einem dafür gar nicht zuständigen NLO Rat zu Unvereinbarkeitsbeschlüssen und Vertreibung von einer großen Zahl aktiver Frauen und Männer aus dem NLO  kam, das ist nicht zu klären. Das war jene Willkür die man normaler Weise von Kapitalisten gut genug kennt. So finden in den Betrieben, die oft von jenen die dort arbeiten als "unser Betrieb" (das ist oft der Stand an Klassenbewusstsein, den Martin Mitterhauser wahrscheinlich nur vom Hörensagen kennt) bezeichnet werden, fristlose Entlassungen statt.

Nachdem der Arbeitermachtler dann auch noch "scharf-links" der Lüge bezichtigt, dafür aber trotz einer Seite Neugründungstext den Beweis schuldig bleibt, kommt endlich die Frage

"Warum geht es wirklich?"

Ich kann ja nichts dafür, dass Freud öfters die Feder führt, aber warum es wirklich geht, das werden die Füße beantworten die weit tragen. Sonst bleibt alles im Nebel.

"WORUM" das wäre eigentlich das Wort, das im revolutionären Legastenienebel stecken blieb..

Nun denn - jetzt kommt es, was den Konflikt und Machtrausch auslöste: "Die inkriminierten Thesen gehen von einer aktuellen und zukünftigen Verschärfung des Klassenkampfes aus. Sie gehen davon aus, dass die Schaffung einer sozialistischen Partei eine Schlüsselfrage und zentrale Aufgabe in der aktuellen Periode ist."

Die flatternde rote Fahne in der Faust,  werden wir arbeitermachtmäßig belehrt:

"In dieser Situation ist Bildung einer neuen politischen Kraft der Arbeiterbewegung, einer sozialistischen Partei dringend geboten. Ohne eine solche Partei, die eine strategische Orientierung in den Kämpfen bietet, die es ermöglicht, die Kämpfe gegen die aktuellen Angriffe mit dem Kampf für soziale Befreiung, für eine sozialistische Gesellschaftsordnung zu verbinden, drohen auch die kommenden Abwehrkämpfe in Vereinzelung, Isolierung und Zersplitterung zu enden -so, wie die Aktionen in den letzten Jahren immer wieder endeten."

Wer kennt nicht den Spruch - "wenn ich nicht mehr weiter weiß, gründ ich einen Arbeitskreis!"? - dem hat sich Martin Mitterhauser an den Hals geworfen. Nur, er formuliert etwas langatmiger und falsch. Die Reduktion  der Gesellschaftsveränderung auf die politische Kraft der Arbeiterklasse die nirgendwo definiert wird  und somit breite Teile dieser Gesellschaft ausschließt, muss und wird scheitern. Der Kapitalismus hat in den letzten Jahrzehnten gesellschaftliche Zersplitterungen gefördert, die man nicht mit, wenn auch schönen Begriffen, wie Arbeiterklasse, aus der Welt schaffen kann.  Bei dieser Arbeit haben ihn die politischen Parteien unterstützt. Statt nun zunächst endlich eine Diskussion über Funktion und Gefahr der politischen Partei und ihrer Strukturen zu beginnen, lässt man dieses Thema aus, reitet wie ein Vereinsmeier der zum Parteimeier werden möchte, das Parteipferd, dass es lahmt, sich diktatorisch verhält, hierarchische Strukturen schafft und so Verhaltensweise wie sie von Wotan Weinfurth und Martin Mitterhauser praktiziert werden, das bedarf keiner Diskussion.

Den scharf - rechten Tobak raucht der Arbeitermachtler und damit er die richtige Mischung hat,  werden alle die ihm nicht folgen wollen zu bürgerlich reformistischem Gesocks und dabei fordert er dann doch tatsächlich die klassenlose Gesellschaft,  die er vorher mit seiner Sprache schon geteilt hat um zu herrschen, auszuschließen,  zu enteignen!

Die Massen brauchen nach der Vorstellung von Mitterhauser nur eine fähige Führung die nicht Schwäche und Unfähigkeit zeigt, das ist die Einschätzung vom letzten Kongress von Mitterhausers internationaler Strömung die zur 5. Internationale wird,  anstatt dafür zu kämpfen, dass es nur eine Internationale geben sollte.

Mitterhauser stellt fest:

"Doch dazu ist es notwendig, dass SozialistInnen, dass RevolutionärInnen
in diesen Kämpfen auch eine politische Strategie und Taktik vertreten,
um diese Kämpfe zu bewussten Klassenkämpfen zu machen. Das erfordert,
revolutionäre oppositionelle und klassenbewusste Stützpunkte in den
Bewegungen, in bestehenden Organisationen wie den Gewerkschaften, in den
Betrieben, ans Unis und Schulen aufzubauen."

Das lehnt, so meint er, "die Minderheit im NLO kategorisch ab!"

Die Begriffe "Minderheit" und "Mehrheit" bezeichnen in diesem Fall nicht bestimmte Größen, weil immer der der zählt und schreibt die Mehrheit hinter sich weiß, damit die Anderen eine "Minderheit" sind oder werden!

Da entsteht die Fabrik der bewussten Klassenkämpfer. Dazu bedarf er natürlich auch der Stützpunkte in bestehenden Organisationen wie den Gewerkschaften, in den Betrieben und Universitäten samt Schulen. Gewerkschaften, reformistisch wie nur was, das sind geeignete Stützpunktnester.  Wenn aber jemand meint,  sicher nicht sehr überzeugt, man könne auch einiges mit der Partei DieLinke erreichen, das ist  verbrecherischer Reformismus.

Während das "Klassenkämpfermachen" überall erlaubt ist, wenn es die Parteizentrale beschlossen hat,  ist die Erkenntnis
"Der Stand der Klassenkämpfe erfordert nach Meinung der Mehrheit der
Aktiven im NLO durch praktische Arbeit im Widerstand den Aufbau einer
starken außerparlamentarischen Opposition zu forcieren, die neoliberale
Hegemonie weiter auszuhöhlen und solidarische Perspektiven für
Gesellschaft und Wirtschaft in breitesten Zusammenhängen zu entwickeln."ein
"Gemeinplatz"
dem das "All" fehlt, aber wenn man es eilig hat mit der Sprache, dann patzt man eben das Papier mit jenem Bleiwüstenlinkswortschatz voll, der jede weiterbringende Diskussion zerstört. Das man dann die Gegner einer zentralistischen revolutionären Partei auch noch als "Truppe" bezeichnet, zeigt jene Denke an, die eigentlich überwunden sein müsste. Aber beim Chef der Arbeitermachtler da wird es sicher auch noch zur RGO  (Revolutionäre Gewerkschafts  Opposition) kommen, wenn die Gewerkschaftsmitglieder sich nicht rasch zu bewussten Klassenkämpfern umerziehen lassen. Wobei die Frage was nun ein "bewusster Klassenkämpfer" ist, natürlich nicht beantwortet wird. Das steht wahrscheinlich im Arbeitermachtstatut.

Ja, das man untereinander respektvoll umgehen soll, das stört auch, aber nur deswegen weil man ja wie die Sau durch die linke Bewegung hüpft und meint man könne alles "einsammeln" was andere erdacht, erarbeitet und erkämpft haben. Ja so "schärft" man das Klassenbewusstsein und die Organisation.

Organisation ist alles. Aber auch nur deswegen weil es da eine Hierarchie gibt, die bestimmt was politische Arbeit, Argument und sonstwasnoch ist. 

Dem demokratischen Zentralismus zu huldigen, dazu Gewerkschaften als Beispiel zu beschreiben ist schon witzig. Dort wird jeder Arbeitskampf bei der Urabstimmung mit einem ausreichenden 25%Ja beendet wird. Da lacht der Revolutionär und rollt die Rote Fahne ein und schmeißt Hammer&Sichel weg!

Martin Mitterhauser hat eine Replik verfasst die überzeugt, ja keine Partei zu gründen so wie er sich das vorstellt. In Bayern gibt es den Arbeiterbund, der baut seit Jahrzehnten auch eine Partei auf. Ihn unterscheidet von den Arbeitermachtlern allerdings eine ganz andere Sprache. Die ist wenigstens verständlich !

Wer dann auch noch eine Zusammenarbeit kündigt die er nie praktizierte, der dafür sorgte dass es in den Gremien die eigentlich gar nichts zu bestimmen hatten und beschließen durften zu einer Trennung kam, der behauptet man wolle eine offene Debatte und Klärung blockieren und selbst die LinkeZeitungsredaktion verkleinerte und inhaltlich gleichstellte, im NLO Rat Ausschlüsse praktizierte, der hat eine Spaltung vorbereitet und durchgeführt,  die er dann, als Betreiber und Schuldiger der Spaltung noch, unverschämt wie er ist, als "unvermeidlich" bezeichnet.

Es wird leider wenig helfen, trotzdem und immer wieder gibt es Antworten, etwa durch Jura Soyfer. Er starb am 16, Feburar 1939 in Buchenwald

"Lied des einfachen Menschen


Menschen sind wir einst vielleicht gewesen
Oder werden's eines Tages sein,
Wenn wir gründlich von all dem genesen.
Aber sind wir heute Menschen? Nein!

Wir sind der Name auf dem Reisepass,
Wir sind das stumme Bild im Spiegelglas,
Wir sind das Echo eines Phrasenschwalls
Und Widerhall des toten Widerhalls.

Längst ist alle Menschlichkeit zertreten,
Wahren wir doch nicht den leeren Schein!
Wir, in unsern tief entmenschten Städten,
Sollen uns noch Menschen nennen? Nein!

Wir sind der Straßenstaub der großen Stadt,
Wir sind die Nummer im Katasterblatt,
Wir sind die Schlange vor dem Stempelamt
Und unsre eignen Schatten allesamt.

Soll der Mensch in uns sich einst befreien,
Gibt's dafür ein Mittel nur allein:
Stündlich fragen, ob wir Menschen seien,
Stündlich uns die Antwort geben: Nein!

Wir sind das schlecht entworfne Skizzenbild
Des Menschen, den es erst zu zeichnen gilt.
Ein armer Vorklang nur zum großen Lied.
Ihr nennt uns Menschen? Wartet noch damit!"

Leider wird es statt Besinnung weiter die Besinnungslosigkeit geben!

Dieter Braeg


VON: DIETER BRAEG

db@scharf-links.de




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