Warum scharf-links ?*


Bildmontage: Herbert Friedl


Bildmontage: Herbert Friedl

14.11.07
TopNewsTopNews, Debatte, Netzwerk 

 

In der Redaktion der www.linkezeitung.de haben sich Peter Weinfurth, Norbert Nelte, Martin Mitterhauser, Detlef Mühling und drei weitere Redakteure für einen Kurswechsel entschieden.

Peter Weinfurth als Domain-Inhaber und neu ernannter Koordinator ist seitdem allein verantwortlich dafür, welche Artikel an welcher Stelle veröffentlicht werden. Beiträge, die er nicht genehmigt, werden nicht mehr veröffentlicht. Sämtliche Artikel müssen der neuen Linie der Zeitung entsprechen. Die Argumente der Redakteure, die sich gegen den Kurswechsel ausgesprochen hatten, wurden in der Redaktion nicht einmal diskutiert. Das neue Statut der 'Linke Zeitung' sieht vor, dass alle Redakteure die Linie mitzutragen haben.

Wie kam es zu dem Kurswechsel ?

Ausgangspunkt ist eine politisch inhaltliche Umorientierung von Peter Weinfurth, weg von einer undogmatisch rätesozialistischen, hin zu einer, wie er schreibt, revolutionär-avantgardistischen rätesozialistischen Position. Peter Weinfurths Neuorientierung ging einher mit seiner Annäherung an die Gruppe Arbeitermacht (GAM) und einer Konfrontation mit Edith Bartelmus-Scholich, die bisher hauptsächlich die Redaktionsarbeit geleistet hat.

Edith Bartelmus-Scholich, Claude Michael Jung und Herbert Friedl vertreten weiterhin eine undogmatische, antikapitalistische Position, während die oben genannten Redakteure auf eine revolutionäre, avantgardistische Ausrichtung der Zeitung drängen. Sie soll Medium für die revolutionäre Vorhut der Arbeiterklasse sein und zum Aufbau einer revolutionären Arbeiterpartei dienen. Diejenigen in der Redaktion, die ein massenwirksames, linkspluralistisches Medium aufbauen wollten, werden pauschal als „kleinbürgerliche Reformisten“ und "orangene Fraktion" diffamiert.

Die Auseinandersetzung eskalierte, der Kampf beider Positionen wurde
parallel auch im NLO-Rat und in der NLO-Yahoogroup ausgetragen.
Es zeigte sich, daß die angeblichen Revolutionäre auch nicht davor zurückschreckten, einen NLO-Ratsbeschluss umzudeuten, um sich zusätzliche der Moderation der NLO-Yahoogroup zu bemächtigen. Nur Mitglieder des NLO-Rates seien legitimiert und in der Lage, diese Aufgabe verantwortlich wahrzunehmen. Die konträre Position, die von vielen Mitgliedern der Mailing-Group geteilt wird, will es den Mitgliedern der NLO-Yahoogroup selbst überlassen, ihre Moderatoren zu wählen und ihre Regeln mit der NLO-Basis abzustimmen. Bei der nächsten Vollversammlung des NLO wird daher der Antrag gestellt werden, daß der manipulierte Ratsbeschluß aufgehoben wird.

Auch hier zeigte sich die Tendenz von Peter Weinfurth und seinen Genossen, sich Macht mit bürokratisch-zentralistischen Methoden zu verschaffen. Dieses Vorgehen wurde nun auch in der „Linke Zeitung“ angewandt: die Redaktion wurde gesäubert. Zunächst wurde Edith Bartelmus-Scholich der Zugriff auf das Redaktionssystem gesperrt, weil ihre Redaktionsarbeit aus der ‚Linke Zeitung’ angeblich ein „kleinbürgerliches Nachtrabblättchen“ gemacht hätte. Dann wurde sie aus der Redaktion ausgeschlossen, weil sie nicht bereit war,
einen Stamm von ca. 13 000 Adressen, die sie zu über 90% mitgebracht hatte, der ‚Linke Zeitung’ zu überlassen. Claude Michael Jung wird als Redakteur kein Stimmrecht zuerkannt, seine Artikel werden von Peter Weinfurth nicht mehr veröffentlicht. Herbert Friedl, der von Beginn an Illustrationen und Photomontagen für die ‚Linke Zeitung’ erstellte, wurde als "ein das Chaos anbetender, kleinbürgerlicher Anarchist" beschimpft. Daraufhin trat er aus der Redaktion aus und beendete seine Mitarbeit für die ‚Linke Zeitung’.

Wörtlich heißt es bei Peter Weinfurth: "Beschlossen wurde, daß die ‚LZ’ ganz einseitig revolutionär-antikapitalistisch ist und der Reformismus a la Attac, Friedensbewegung oder DKP aus dem Pluralismus der LZ ausgegrenzt und bekämpft wird."

Solche Methoden bieten keinerlei Perspektiven, mit denen Menschen für den Kampf für eine neue Gesellschaftsordnung gewonnen und begeistert werden können. Es ist vielmehr der x-te Aufguß der gescheiterten Methode, statt der Emanzipation der Lohnabhängigen ihre neue Gängelung und Fremdbestimmung durch eine selbsternannte revolutionäre Avantgarde zu betreiben. Solche Avantgarde befördert nicht die Selbstbefreiung der Menschen, sondern steht ihr grundsätzlich im Wege.

Wir setzen diesem pseudorevolutionären einen emanzipatorischen Ansatz entgegen, der Menschen dabei unterstützt, die Zumutungen des kapitalistischen Systems durch Selbstorganisation und Schärfung der eigenen Urteilskraft zu überwindenen, respektvoll und selbstbewußt in Bündnissen und sozialen Bewegungen für emanzipative Anliegen zu kämpfen ohne sie zu instrumentalisieren. Wir wollen als Revolutionäre nicht selbsternannte Avantgarde sein, sondern mit den Weggefährten als Lernende vorangehen.

Deshalb haben sich vier ehemalige Redakteure der ‚Linke Zeitung’, Edith Bartelmus-Scholich, Claude Michael Jung, Herbert Friedl und Dieter Braeg, und als neuer Redakteur Joga Twickel, daran gemacht, das bislang
erfolgreiche Konzept einer offenen, linkspluralistischen Zeitung der gesamten Linken und der ganzen Vielfalt der sozialen Bewegungen  fortzuführen und weiter zu entwickeln.

Dabei ist innerhalb weniger Tage www.scharf-links.de entstanden: emanzipatorisch, gegeninformativ und undogmatisch.

Eine Zeitung für eine lebendige linke Bewegung, die grundsätzlich Zensur ablehnt - auch Peter Weinfurth könnte z.B. in ihr veröffentlichen - die offen ist für Beiträge aus den sozialen Bewegungen und von Leserinnen und Lesern, die Forum ist für die Entwicklung eines Sozialismus des 21. Jahrhunderts, die die Arbeitskämpfe der Lohnabhängigen unterstützt, die nicht ruht, bis Hartz IV durch ein menschenwürdiges Grundeinkommen ersetzt ist, das auch die Teilhabe an Kultur ermöglicht, die informiert und agitiert gegen die Unterwerfung von Allen und Allem unter das im Kapitalismus herrschende Gesetz der Profitmaximierung. Wir laden alle Linken und sozial Engagierten dazu ein, den Inhalt der neuen linken Onlinezeitung www.scharf-links.de mit uns zu gestalten!


VON: EDITH BARTELMUS-SCHOLICH, HERBERT FRIEDL, JOGA TWICKEL

redaktion@scharf-links.de




<< Zurck
Diese Webseite verwendet keine Cookies. Hier erfahrt ihr alles zum Datenschutz