Gegendarstellung von Peter Weinfurth zum Artikel "Mit "Heil Wotan" in die Sozialistische Revolution"


Sceenshot vom 16.11.07, HF

19.11.07
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Vorbemerkung:  Gegendarstellungen veröffentlichen wir nach den gesetzlichen Bestimmungen ungeachtet ihres Wahrheitsgehaltes. Wir weisen darauf hin, dass sich entgegen Weinfurths Darstellung seine Webseite mit dem Text, den er mit den Worten "Heil Wotan" schließt, vom 26.5.02 bis heute online befand. Eine Suche  "Die Ursachen des Bösen" über Google und die Dokumentation von www.externstein.de bei http://web.archive.org/web/*/www.externstein.de beweisen dies. Hier wird auch klar , dass die Website erst in 2005/2006 mit 28 Pages vollständig aufgebaut war, wohingegen  Weinfurth sich zu dieser Zeit bereits von der Esoterik entfernt haben will. Dem widersprechen auch Einträge von Egester = Weinfurth in einschlägigen Foren. Damit sich unsere Leser ein Bild machen können, wie die heute gelöschte Seite ausgesehen hat, fügen wir einen Sreenshot  vom 16.11.07 bei. (Download unter "Impressum")

Gegendarstellung:

Edith Barthelmus-Scholich stellt mich als religiösen Fundamentalisten hin, um meine politischen Ansichten zu bekämpfen. Der aktuelle Richtungsstreit im NLO wird auf meine Person personalisiert. Ihre Denunziation findet als Rachefeldzug gegen den mit 8:2 herbeigeführten Ausschluß aus der Redaktion der Linke Zeitung statt, weil sie die Adressen des Newsletters der LZ entwendete.
Ich bin keineswegs ein Anhänger einer neuheidnischen Religion, sondern habe jede Form der Religion immer abgelehnt. Als Historiker mit Schwerpunkt Vorgeschichte habe ich mich insbesondere mit der Kultur der Menschen beschäftigt, die hier seit der Steinzeit gelebt haben, mit der spannenden Kultur der Großsteinbauten von Carnac bis Ägypten ferner mit der Geschichte der Christianisierung in Deutschland.
Besonders fasziniert hat mich die Aufarbeitung des alten religiös-kulturellen Zentrums Externsteine. Dabei habe ich auch aktuelle Spectren von esoterisch denkenden Menschen kennengelernt wie u.a. den Rabenclan ohne mich irgendeiner Richtung inhaltlich zuzuwenden.
Persönlich habe ich mich weiterhin mit dem Schamanismus der Naturvölker beschäftigt, mit den Phänomenen der Parapsychologie, die gerade auch in der Sowjetunion intensiv erforscht wurden. Es handelt sich hierbei um veränderte Bewußtseinszustände, in denen Phänomene beobachtet werden, die mit bisher bekannten Mitteln nicht erklärt werden können.
Ich war und bin der Auffassung, daß diese Phänomene mit wissenschaftlichen Methoden erforscht werden müssen, weil diese Welt einheitlich ist und gesetzmäßig funktioniert. Ich habe nie die Auffassung geteilt, daß es eine sogenannte geistige oder magische Ebene gibt, die nicht naturgesetzmäßig funktioniert wie es die Esoteriker oder Religiösen tun.
Bis zum Irakkrieg habe ich mich seit den 70ger Jahren nicht organisiert politisch betätigt. Allerdings habe ich als Jugendzentrumsleiter mich z.B. für die Interessen der Jugendlichen eingesetzt was in heftige Konflikte mit der Stadtverwaltungen Gelsenkirschen und Bochum führte einschließlich Entlassung und militanten Aktionen der Jugendlichen.
Beruflich praktiziere ich die traditionelle chinesische Medizin, die bekanntlich auch keine marxistische Ansichten vertritt, sondern mit vorwissenschaftlichen Theoremen Phänomene wie Akupunktur erklärt. Auch hier vertrat und vertrete ich den Standpunkt, daß alles prinzipiell wissenschaftlich erklärbar ist, dies nur durch den mangelnden Stand der Wissenschaft noch nicht der Fall ist. Genau da setzten schon immer magische und religiöse Denkmuster ein. Diese sollten gleichwohl konkret rezipiert und aus dem gesellschaftlichen Kontext beurteilt werden
Als ich mich nach dem Irakkrieg entschloß, mich wieder der organisierten politischen Arbeit zuzuwenden war ich durchaus beeinflusst von der Esoterikszene. Viele Texte von damals entsprechen nicht meiner heutigen Ansicht und ich distanziere mich selbstkritisch deutlich davon. An oben geschilderter Grundauffassung habe ich jedoch immer festgehalten.

Doch selbst wenn ich - was nie er Fall war - an den Sturmgott Wotan glauben würde.....es wäre meine Privatangelegenheit. In Dänemark ist eine bekennende Muslimin mit Kopftuch Kandidatin der Sozialisten und Kommunisten geworden, Das ist für die bekennende Feministin Bartelmus-Scholich zu Recht akzeptabel. Mir jedoch wirft sie skandalisierend vor eine neuheidnische Vergangenheit zu haben.

Edith Bartelmus Scholich  bezieht sich auf einen Text aus jener Zeit, der seit Jahren nicht mehr online steht.

Besonders niederträchtig sind ihre subtilen Anspielungen, die mich in die Nähe von Faschisten rücken sollen. Dabei hebt sie auf den Umstand ab, dass der Gruß "Heil Wotan"  von vielen irrtümlich als Naziparole angesehen wird.
Wer sich auskennt weiß, dass die Nazis kein bisschen naturreligiös sind vielmehr diese Szene für ihre Zwecke versuchen zu instrumentalisieren. Dem habe ich in der Sprache der Neuheidenszene bewusst entgegengewirkt.
Bartelmus-Scholich lügt, wenn sie schreibt, dass das Banner "Heiden gegen Nazis" nicht auf meiner Seite gestanden habe. Richtig ist, dass es dort jahrelang ebenso wie das Banner "Never again" (Banner gegen Hexenverbrennung) auf der Frontpage stand. Erst 2004 wurde es zusammen mit allen anderen Bannern im Rahmen eines Relaunch entfernt.
Ich habe mich zu keinem Zeitpunkt zu irgendeinem religiösem System bekannt. Was ich tat ist den fortschrittlichen Charakter des sächsischen Polytheismus gegenüber dem monotheistischen Christentum als ideologischer Überbau der sächsichen räteähnlichen Clanverfassung hervorzuheben gegen das Christentum als ideologischer Überbau des Feudalismus.
Das habe ich jetzt mal mit marxistischen Kategorien ausgedrückt und so würde ich heute schreiben. Damals bewegte ich mich in esoterischen Kreisen und hab den gleichen Inhalt in der Sprache vermittelt die verstanden wurde. Es war eine Frage des "Vermittlungsansatzes" um in Bartelmus-Scholichs Worten zu reden, mit denen sie ihre Unterwanderungstaktik gegenüber Reformisten rechtfertigt.
Gegen die Nazis hatte ich eine eigene Rubriik eingerichtet, in der ich eine englischsprachige Website übersetzte, auf der die Nazis verflucht wurden im Namen der von ihnen verehrten nordischen Götter. Das trifft sie besonders hart, da sie an solche Flüche glauben. Entsprechend viele wutschäumende Mails erhielt ich von ihnen. Dort hieß es u. a:

"Seid euch des Mißrauchs bewußt,
seid euch der Nazis und Rassisten bewußt,
Schweigt nicht zu deren Mißbrauch.
Denkt an meine Worte und singt mit mir
den Vernichtungszauber gegen sie
Erhebt eure Stimmen zu einem entscheidenden Schrei der Gerechtigkeit,
singt das Lied der Diaspad.
Möge euer Gesang eine starker und mächtiger Fluch werden gegen die,
die unseren Glauben
zum Zwecke der Propaganda mißbrauchen.

Ich verfluche sie alle
die in häßlicher Verkleidung
mit geschorenem Kopfe
wie es ihnen gerade gefällt
und beliebt
die Weisheit unserer
Vorfahren mißbrauchen
unsere uralten Wege
und unser gegenwärtiges Schicksal
Ich verfluche sie alle
die andere daran hindern wollen
zu reden
aber wollen daß man
ihrem dummen Gegröhle zuhört.
Ich verfluche sie alle
die sich für was Besseres dünken
allein wegen ihrer weißen Hautfarbe,
die auf anderen rumtrampeln
allein wegen ihrer Hautfarbe,
ihrer Sprache,
oder anderem Glauben. "

2004 habe ich mich aus der Neuheidenszene zurückgezogen und mich entschlossen, angesichts der neoliberalen Offensive organisiert politisch aktiv zu werden. Es war für mich eine Rückbesinnung auf die sozialistische Gesinnung der Jugend. Ich habe mich zunächst der reformistischen WASG angeschlossen und bin in intensiven Lernprozessen zu meinen heutigen Auffassungen gekommen.
Bartelmus-Scholich ist nicht in der Lage oder Willens einen solchen Lernprozeß, den viele von uns in der einen oder anderen Weise durchgemacht haben, nachzuvollziehen geschweige denn im gesellschaftlichen Kontext zu begreifen.
Sie benutzt die Verwerfungen meiner Lebensgeschichte um meine heutigen politischen Auffassungen zu diskreditieren. Das ist entschieden zurückzuweisen.

 


VON: EBS

ebs@scharf-links.de
Zu: Gegendarstellung von Peter Weinfurth zum Artikel "Mit "Heil Wotan" in die Sozialistische Revolution"  - 20-11-07 23:59
Zum Beitrag: Mit "Heil Wotan" in die sozialistische Revolution?  - 19-11-07 23:56
Peter Weinfurth: Mit "Heil Wotan" in die sozialistische Revolution? - 18-11-07 22:36

Peter_Weinfurth__Die_Ursachen_des_Boesen_.pdf



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