Zocker aller Bundesländer vereinigt Euch!


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05.01.08
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Sensation in Oldenburg! Die Partei "Die Linke" geht neue Wege bei der Gewinnung von (Wähler)-Massen. Vorbild für andere Orts- und Landesverbände? Etablierte Parteien reagieren entsetzt!

Glosse von Jürgen Noffz

Um den Kampf der Wählermassen zu den niedersächsischen Landtagswahlen geht die Partei "Die Linke" in Oldenburg neue, revolutionäre Wege. Anstatt nur die etablierten Wählerkreise wie z.B. Arbeitnehmer, prekär Beschäftige, Erwerbslose, Rentner usw. für sich zu gewinnen, nimmt sie nun bisher sträflich vernachlässigte Wählergruppen ins Visier, z.B. die häufig  zwangsweise im verborgenen agierenden Zocker. Aus einer Einladung der Partei "Die Linke": "Am Vortag der Landtagswahl am 26. Januar veranstaltet die Linke das 1. Poker-Turnier in Kooperation mit dem zsr-Verlag (Anm. Ein Verlag der auf Poker-Bücher spezialisiert ist), in der "Harmonie". Um 20 Uhr beginnt das Turnier. Gespielt wird Texas Hold´em. Das buy-in beträgt 5 Euro. 1.Preis: Eine Reise nach Berlin für zwei Personen mit Besuch des Bundestages und einem Treffen mit Gregor Gysi und/oder Oskar Lafontaine. 2.Preis: eine Reise nach Straßburg mit Besuch des Europa-Parlament....".

Die anderen Parteien reagieren geschockt und teilweise entsetzt. Sie merken wie sie im Kampf um die Wählermassen ins Hintertreffen geraten. Wie kolportiert wird,  werden sie in einem letzten Kraftakt auch noch einmal versuchen, bisher vernachlässigte Wählerkreise für sich zu mobilisieren. Die SPD wird ein Skat-Turnier veranstalten (wobei die Spielvariante Revolution ausgeschlossen ist), die CDU wird sich um die "Schwarze Peter"-Klientel kümmern, die Grünen werden den Oldenburger Doppelkopf-König ausspielen und die FDP zielt auf das erhebliche Potential der Mau-Mau-Spieler ab. Die Partei "Die Friesen" wird nichts machen, da Bossel-Turniere als friesische Nationalsportart von ihr selbstverständlich programmatisch verankert sind.

Die neuartige Strategie der Partei "Die Linke" soll hier als Beispiel stehen. Anstatt immer nur die gleichen langweiligen Veranstaltungen mit den immer gleichen Gesichtern zu irgendwelchen abgedroschenen politischen Themen durchzuführen, endlich einmal ein neues Event,  um neue Wählerkreise an die Partei zu binden. Deshalb: Zocker aller Bundesländer vereinigt Euch! Laut Gerüchten soll sich bereits eine AG "Rote Zocker" in der "Linken" gebildet haben.

Die Wahlkampfstrategen der Berliner Parteizentrale überlegen sich, ob der Oldenburger Modellversuch nicht bundesweit eingeführt werden soll. Neben der Gewinnung neuer Wähler, soll bei den Überlegungen auch eine Rolle gespielt haben, wie man dem pietistischen und der Vergangenheit angehörendem  Verhalten wie z.B. bei GenossInnen aus der Antikapitalistischen Linken (bis auf Ausnahmen) ein lebensfrohes Konzept entgegenstellen kann. Ausserdem könnten Pokerturniere und den damit verbundenen regulierten Aggressionsabbau,  den innerparteilichen Auseinandersetzungen wie z.B. in Bremen die Schärfe nehmen.

Wie zu erfahren, werden einige linke Zockerdissidenten nicht an der Veranstaltung teilnehmen, da sie die Befürchtung haben, den 1.Preis zu gewinnen und der 2.Preis aufgrund des fehlenden Hummeressens nicht attraktiv genug ist.


VON: JÜRGEN NOFFZ






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