Berge ohne Eis: Die Gletscher schmelzen


Der Triftgletscher im Berner Oberland. Links eine Aufnahme aus dem Jahr 1948, rechts eine aus dem Jahr 2006. Bild: Greenpeace

16.12.07
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Von Greenpeace

Weltweit schmelzen die Gletscher - ob in den Alpen, im Himalaja, in Afrika, in den Rocky Mountains, in Patagonien, in den peruanischen Anden oder in der Arktis. Wo sich einst strahlend weiße Eisriesen bis in die Täler schoben, bedecken heute vielerorts nur noch Schutt und Geröll den Boden. Die Gletscher der Hochgebirge und Polarregionen ziehen sich mit nie gekannter Geschwindigkeit zurück. Vor allem seit den 90er Jahren, dem wärmsten Jahrzehnt in den letzten 150 Jahren, hat sich das Tempo der Gletscherschmelze erhöht. In den nächsten Jahren wird sich dieser Prozess noch beschleunigen, denn wir erleben jetzt Entwicklungen, die durch Treibhausgas-Emissionen vor dreißig Jahren verursacht wurden.

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Das Verschwinden der Alpengletscher

Die Alpengletscher haben seit dem Beginn der Industrialisierung bis 1980 etwa ein Drittel ihrer Fläche und die Hälfte ihrer Masse verloren. Gletscherforscher rechnen mit einem fast vollständigen Abschmelzen der Gletscher noch in diesem Jahrhundert. 5.000 Gletscher gibt es in den Alpen. Wenn viele von ihnen für immer abgeschmolzen sind, könnte es empfindliche Einbrüche in der Wasserversorgung geben.

Denn Gletscher speichern Trinkwasser. Große europäische Flüsse wie Rhône und Rhein entspringen in Gletschergebieten. Das Süßwasser aus der Gletscherschmelze ist das wichtigste Trinkwasserreservoir in den alpinen Regionen. Dem Wintersport droht vielerorts in den Alpen das Aus. Zu diesem Schluss kam eine Studie der UNEP, des UN<acronym title="United Nations" lang="en"></acronym></acronym><//acronym><//acronym><//acronym><//abbr>-Umweltprogramms, im Jahr 2003. Eines der ersten prominenten Opfer könnte das Wintersportparadies Kitzbühel sein. Allgemein wird die Schneegrenze im Zuge der Klimaerwärmung in den nächsten 30 bis 50 Jahren um 200 bis 300 Meter höher liegen.

Himalaja: Nach der Flut kommt die Dürre

Für die Himalaja-Region könnte das Schmelzen der Gletscher in einer Katastrophe enden. Mit dem Absickern des Schmelzwassers steigt der Wasserpegel der Gletscherseen an. Wenn unter dem Druck des Wassers die Ränder wegbrechen, überfluten Millionen Kubikmeter Wasser Täler und Dörfer. 44 Gletscherseen in der Himalaja-Region stellen durch ihren hohen Wasserstand mittlerweile eine ernste Bedrohung für die Menschen und Tiere in den Tälern dar. In Indien, Nepal, Bangladesch und Bhutan könnten gewaltige Flutwellen zu Tal stürzen und Dörfer und Äcker verwüsten.

Nach der Flut drohen akuter Wassermangel und Dürre. Denn mit den Gletschern geht auch das in ihnen gebundene Wasser dahin; langfristig werden die Wasserspiegel im Zuge der Gletscherschmelze sinken, Flussbetten trocknen aus. Bleibt der Nachschub für die Flüsse aus, drohen Dürrekatastrophen. Die sieben großen Flüsse Asiens wie Indus, Ganges und Mekong werden mit Wasser aus den Bergen gespeist. 500 bis 600 Millionen Menschen wären betroffen, das ist ein Zehntel der Weltbevölkerung.

Traurige Aussicht am Kilimandscharo

Der Kilimandscharo, Schimmernder Berg, ist mit 5.895 Metern der höchste Berg Afrikas, gelegen in Tansania in der Nähe des Äquators. Seit 1912 schwanden mehr als 80 Prozent seiner Schnee- und Eismasse, allein seit 1989 waren es 33 Prozent. Jedes Jahr verliert das Naturwunder mindestens einen halben Meter an Eisdicke. Ein Forscherteam der Universität Ohio schätzt das Alter der Kilimandscharo-Gletscher auf 11.700 Jahre. In weniger als zehn bis fünfzehn Jahren könnte das letzte Gletschereis hier abgetaut sein.

Die Folgen der Gletscherschmelze sind dramatisch: Überschwemmungen, verbunden mit Erdrutschen, Schlamm- und Gesteinslawinen, sind die unmittelbaren Auswirkungen. Langfristig droht Trinkwasserknappheit, denn drei Viertel aller Süßwasserreserven sind im Gletschereis gebunden. Das Schmelzwasser lässt den Meeresspiegel ansteigen. Inselstaaten wie Tuvalu und Küstenregionen wie Bangladesch sind bedroht. Ganze Ökosysteme mit unzähligen Tier- und Pflanzenarten sind in Gefahr. An den Gletschern lässt sich ablesen, wie rasant die vom Menschen gemachte Erderwärmung voranschreitet. Wie viele Beweise brauchen wir noch, um das Klima wirksam zu schützen?

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