Persönliche Erklärung von Herbert Friedl und Edith Bartelmus-Scholich zur Trennung von Joga Twickel und Wolfgang Gäding


Holocaustrelativierung durch Anhänger der 'Germanischen Neuen Medizin' auf einer Demo in Tübingen 2006

02.05.08
TopNewsTopNews, Netzwerk, Antifaschismus 

 

Josef Gabriel Twickel (genannt Joga) ist - unter verbaler Distanzierung vom Antisemitismus - Unterstützer der antisemitischen Medizinsekte „Germanische Neue Medizin" des ehemaligen Arztes Ryke Geerd Hamer. Diese Gruppierung weist einen hohen Grad an Überscheidung mit rechtsextremen Ideologien auf (http://www.redok.de/index2.php?option=com_content&task=view&id=181 ) und ist teilweise integriert in das Nazi-Spektrum. Sie arbeitet nachweislich an vielen Orten mit der NPD, dem „Ring Nationaler Frauen" und der „Gemeinschaft Deutscher Frauen" zusammen ( http://www.redok.de/index2.php?option=com_content&task=view=388  ). Hamer wurde bereits 1997 in einer Veröffentlichung des Duisburger Instituts für Sprach- und Sozialforschung (DISS) als Referent für die rassistische, antisemitische Sekte „Universale Kirche" benannt ( http://www.diss-duisburg.de/Internetbibliothekt/Artikel/Politisierende_Psycho-Sekten  ), seitdem gibt es von ihm eine ununterbrochene Reihe antisemitischer Veröffentlichungen, 2006 kandidierte er als „Reichpräsident" für eine so genannte „Kommissarische Reichsregierung" (www.redok.de/index2.php?option=com_content&task=view=182  ; www.pilhar.com/Hamer/Korrespo/2006/20060821_Hamer_an_Freunde.htm  ; www.pilhar.com/Hamer/Korrespo/2006/20060826_Hamer_an_Landsleute.htm  ) Derzeit läuft gegen Hamer ein Verfahren der Staatsanwaltschaft Cottbus wegen Volksverhetzung. Die Gruppierung „Germanische Neue Medizin" wird in zahlreichen antifaschistischen und linken Stellungnahmen als ‚antisemitische Medizinsekte’ eingeordnet (http://www.redok.de/index2.php?option=com_content&task=view=388  ) und auch konservative politische Organisationen grenzen sich ab. 2005 schloss der Landesverband Bayern der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP) mehrere Funktionsträger wegen Aktivität für die „Germanische Neue Medizin" aus (www.ariplex.com/ama/ama_ha64.htm  ). Nach längerer Debatte wurde ein Antrag auf Ausschluss von Joga Twickel aus dem Verein 'scharf-links'-Netzwerk gestellt.

Zusätzlich kommt ein ethischer Aspekt hinzu. Joga Twickel vertritt und wirbt nach wie vor für die angeblichen medizinischen 'Erkenntnisse' der 'Heilslehre' des ehemaligen Arztes Ryke Geerd Hamer, z.B. dass es weder Viren noch metastasierende Tumore gibt, und dass sämtliche Erkrankungen durch Auflösung des biologischen Konfliktes, der ihnen jeweils zugrunde liegt, ohne schulmedizinische Behandlung heilbar sind . Die von Joga Twickel verteidigte Lehre Hamers rät z.B. an Krebs erkrankten Menschen von schulmedizinischer Behandlung und Schmerzmitteln ab. Krebskranke, die diese Lehre glauben, sterben nachweislich unter unerträglichen Schmerzen. Wir wollen mit jemandem, der Beratungen oder gar 'Pseudo-Behandlungen' mit Todesfolge gutheisst und auch den VerteidigerInnen desselben nicht zusammen arbeiten.

In der fünfköpfigen Bundeskoordination des Vereins 'scharf-links Netzwerk' gab es keine Mehrheit für eine gemeinsame Vorgehensweise. Wolfgang Gäding stellte sich massiv dagegen auf, Hannelore Kroymann, immerhin Mitglied und Funktionsträgerin der VVN - BdA in Düsseldorf, positionierte sich gar nicht. Nach Einreichung des Antrags wurde das Schiedsgericht des Vereins handlungsunfähig. Zwei Schiedsrichter traten zurück. Einer von ihnen schrieb in seiner Begründung u.a., es sei unerheblich, was Joga Twickel in seiner Freizeit mache, der andere schrieb u.a., für ihn sei ein Nazi, nur derjenige, der sich selbst als solcher bezeichnet.

Im Verlauf der Debatte in der 'scharf-links'-Newsgroup warf Wolfgang Gäding uns "extremen Antifaschismus" vor und führte u.a. an, die "Germanische Neue Medizin" sei ja nicht verboten. G. T. Bauer  nahm die wegen Volksverhetzung verurteilte Naziantwältin Sylvia Stolz in Schutz. Er bezeichnete sie als "arme verirrte Seele" und relativierte den Holocaust. Die als 'extreme Antifaschisten' geschmähten, u.a. wir, bestehen darauf, dass sich die Mitgliedschaft, geschweige eine 'Führungsfunktion' in einem 'linken' Netzwerk und gleichzeitige Kontakte zu einer 'Heilslehre', die untrennbar mit den antisemitischen und sozial-darwinistischen Ansichten Ryke Geerd Hamers verbunden ist, ausschließen. Dass diese antifaschistische Festlegung Bestandteil der Vereinssatzung* ist wird u.a. von Wolfgang Gäding ausgeblendet.

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*§ 2 Zweck des Vereins

4. Ausgenommen von Zusammenarbeit und Bündnissen sind rechtsextreme und ihnen nahe stehende Gruppierungen und Organisationen.

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Für uns hat sich die Zusammenarbeit mit Leuten, die solche Positionen vertreten erledigt, denn sie sind mit einem linken und antifaschistischen Grundkonsens unvereinbar. Da wir keinen Bedarf an Diskussionen haben, wieviel Prozent 'Antisemitismus' in bestimmten Kreisen opportun ist oder nicht, haben wir diejenigen die dies nicht so sehen, aus der von uns - nicht dem Verein - eröffneten Yahoogroup gelöscht. Zu dem Vorwurf, dies sei nicht basisdemokratisch, sagen wir: Wenn 'basidemokratisch' abgestimmt würde, dass ein bißchen 'Antisemitismus' Privatsache ist, werden wir solche Entscheidungen nicht nur ignorieren, sondern gegen diese notfalls auch 'autoritär' vorgehen. Von linken und antifaschistischen Inhalten losgelöste 'Basisdemokratie' ist auch für uns kein Wert an sich.

Die 'scharf-links'-Redaktion hat die Trennung von Joga Twickel bereits vor längerer Zeit einstimmig vollzogen. Die Redaktion der Online-Zeitung 'www.scharf-links.de' wird den Namen der Zeitung nicht ändern, da sie die älteren, sowie die Urheberrechte hält und sie besteht wegen der Verwechslungsgefahr auf der Umbenennung des Vereins. Sobald dies geschehen ist werden wir wegen der obigen politischen Differenzen, wie andere schon vorher, den Verein verlassen. Die Vernetzung um die Onlinezeitung 'scharf-links' werden wir aber zur gemeinsamen antikapitalistischen Debatte und zur Aktion im Widerstand aufrecht erhalten. Den Konflikt betrachten wir hiermit als abgeschlossen. Er hat uns schon zu lange Kraft und Zeit für unsere politische Arbeit gekostet. Dieser wollen wir uns nun wieder ohne Störfeuer widmen.

2.5.08







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